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Portal-Hilfe von Künstlerin mit Herz für Altenburg

Portal-Hilfe von Künstlerin mit Herz für Altenburg

Außergewöhnliche Ereignisse und Situationen ergeben sich oft durch das Zusammentreffen von unabhängigen Momente der gleichen Sache. So geschehen am vergangenen Sonnabend für Uwe Burkhardt und seinen Förderverein Altenburger Teehaus.

Altenburg.

Von Manfred hainich

 

Am Nachmittag lief die seit Monaten akribisch vorbereitete Benefizveranstaltung für das Portal mit Dagmar Frederic und ihren Gästen und am Vormittag bekam der Verein den Thüringer Förderpreis für Denkmalpflege (OVZ berichtete).

 

Nach vier Stunden Show im Goldenen Pflug - eine der längsten, die in diesem Haus und seinem Vorgänger gelaufen ist - wurde die Auszeichnung von Dagmar Frederic mit der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Altenburg noch einmal sinnfällig. Doch bis dahin war es für die 712 Zuschauer ein langer Weg, auf dem die Entertainerin noch mehrmals betonte, dass sie mit Altenburg und seinen Bürgern eine langjährige Liebe verbindet und dass es für sie eine Ehrensache sei, bei solchen Projekten wie dem Teehaus und jetzt dem Portal mitzuwirken.

 

Das Programm war in Blöcke gegliedert, in denen sich die jeweiligen Künstler für 20 bis 30 Minuten präsentierten. Es war eine großartige Show mit toller Stimmung, bei der über die vier Stunden auch wegen der unterschiedlichen Genre keine Langeweile aufkam.

 

Dagmar Frederic nahm für sich in Anspruch, die Show mit alten und neuen Liedern zu eröffnen. Ihre Stimme hat noch Kraft und Klarheit und mit ihrem Charme kann sie noch jedes Publikum fesseln und mit ihrer persönlichen konsequenten Haltung überzeugen. Das Lied "Lass die Rosen nicht verblühen" und ihre Version des Evita-Titels "Wein nicht um mich, Argentina" stehen dafür.

 

Wer beide Veranstaltungen, die am Freitag im Marstall und die am Sonnabend im Goldenen Pflug, besuchte, konnte zwei völlig unterschiedliche Interpretationen dieses Liedes erleben. Dass zwei so große Veranstaltungen zum Thema Denkmal an zwei Tagen hintereinander mit großem Publikum in Altenburg stattfanden, ist schon außergewöhnlich.

 

Es gibt noch eine Parallele. Im Marstall brachte ein junger 17-jähriger Xylofonist mit seinem Können bei dem Lied "Zirkus Renz" das Publikum zu Jubelstürmen. Gleiches geschah einen Tag später mit dem gleichen Stück, interpretiert durch den Altmeister der deutschen Xylofonspieler Bernd Warkus und seinem Sohn René. Beide beendeten das Vierstundenprogramm mit einem Feuerwerk meisterlichen Xylofonspiels. Sie führten es zum Höhepunkt mit der Ouvertüre zur "Fledermaus", mit der Ouvertüre zu Rossinis Oper "Wilhelm Tell", mit dem Freiheitschor aus "Nabucco", tags vorher gehört im Original mit Chor und Orchester, und als Zugabe eben den "Zirkus Renz".

 

Dazwischen lagen die Auftritte der Altenburger Zwillinge Claudia und Carmen mit Saxofonspiel, Gesang und Äquilibristik, die nach wie vor international hochwertig ist. Ihr Kopfstehen auf dem Kopf ist in des Wortes wahrer Bedeutung eine Spitzenleistung.

 

Ihnen folgten Andreas Holm und Thomas Lück mit ihren alten Spitzenschlagern und neueren Stimmungsliedern. Holms "Siebenmal Morgenrot, siebenmal Abendrot" sang der 700-köpfige Massenchor lautstark und inbrünstig.

 

Eine besondere Nummer ist der "letzte Pionier" Helmut Rosenkranz. Der aus der Nähe von Halle stammende Rechtsanwalt macht nebenberuflich Unterhaltungskunst und hat in kabarettistischer Reimdichtung mit köstlichen Sprachbildern die DDR-Vergangenheit aufgearbeitet und die Altenburger aktuelle Geschichte und besonders das Wirken des Teehausvereines gewürdigt. Das war ein Gaudi sondergleichen und riss das Publikum zu Lachsalven hin.

 

Olaf Berger überzeugte mit einem ganz souveränen Auftritt und war eher seriös mit seinen Liedern wie "Es brennt wie Feuer" oder "Ich liebe Ellis" oder "Tanze Samba mit mir".

 

Nach der unbedingt notwendigen Pause sorgten Gabi Rückert und Ingo Koster mit ihren besinnlichen Liedern mit Gitarrebegleitung für einen etwas ruhigeren Beginn des zweiten Programmteiles. "Lass einen Freund nicht vor der Türe stehn" führt dann hin zu einem der schönsten Liebeslieder der DDR-Musikszene, zu Gabi Rückerts "Berührung".

 

Dann wurde es mit der Red-Boy-Show, einer Travestie-Nummer, hektisch-verrückt auf der Bühne. Die beiden ehemaligen Tänzer des Berliner Friedrichstadt-Palastes parodierten 20 Schlager- und Rockgrößen und mussten dafür in kürzester Zeit Garderobe und Perücken wechseln. Erstaunlich, wie das doch eher ältere Publikum diese Nummer mit eher rockiger Musik annahm. Von Tina Turner bis Heino war so gut wie alles vertreten.

 

Mit Dagmar Frederics "Amazing grace" geht eine denkwürdige Benefizveranstaltung zu Ende, die nicht nur ihrer Länge wegen eine fast historische Dimension hatte. Sie tat Altenburg und seinem Publikum gut.

 

Dank dieser Veranstaltung, der Sponsorengelder und des Preises aus Erfurt kann das Portali ab Oktober in Arbeit gehen und nächstes Jahr beendet werden.

Hainich, Manfred

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