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Portali freut sich - Geld für Sanierung ist fast zusammen

Portali freut sich - Geld für Sanierung ist fast zusammen

Dass in seinen Reihen ein paar ziemlich Verrückte ihren Tagträumen nachjagen - dieses Vorurteil hat der Altenburger Teehausverein sozusagen umsonst. Und das bereits seit seiner Gründung 2005, als quasi aus dem Nichts die Idee geboren wurde, aus eigener Kraft Teehaus und Orangerie zu sanieren.

Nun, ganz geklappt hat das bekanntlich nicht, denn am Ende mussten Stadt und Land finanziell handfest mit eingreifen.

 

Die Verrückten sind dem Verein seither aber dennoch nicht ausgegangen. Ein ganz besonderes Exemplar dieser Gattung hat inzwischen sogar das Zepter übernommen: Uwe Burkhardt. Er gibt toten Gegenständen Namen, redet mit ihnen und schreibt darüber sogar ein Buch. "Portali, das barocke Eingangsportal zum Teehaus und die lustigen Geschichten seiner Sanierung" soll es heißen und im Herbst erscheinen. Pünktlich zur Übergabe des Portals nach seiner Sanierung.

 

Verrückt? "Nun, das ist meine Sichtweise, um aus der Not eine Tugend zu machen", bekannte Burkhardt jüngst auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins. Denn niemand sei aufgefallen, welch trauriges Dasein besagtes Portal als Eingangstor zu den beiden Prachtbauten Teehaus und Orangerie fristete. Also beschloss der Vorstand Anfang 2014, auch dessen Sanierung in Angriff zu nehmen. 60 000 Euro wurden dafür veranschlagt, die über Spenden, von Sponsoren und durch Veranstaltungen eingeworben werden sollten. Und wieder wurde den Verrückten im Förderverein der ­Vogel gezeigt, ihr Vorhaben spöttisch beäugt. Doch das liebevoll Portali genannte und als Cartoon gezeichnete, über 300 Jahre alte Bauwerk fand schnell Zugang zu den Herzen vieler Altenburger.

 

Mit dem Thüringer Förderpreis für Denkmalpflege 2014 in der Tasche, dem Erlös der großen Benefizgala mit Dagmar Frederic und vielen kleinen und größeren Spenden hat man das Geld tatsächlich schon fast zusammen. Es fehlen "nur" noch 10 000 Euro. Unter dem Slogan "Wer verhilft Portali zu seiner Krone?" sind die entsprechenden, hübsch aufgemachten Spendenaufrufe schon verschickt. "Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass ich eine solche Beziehung mit einem Bauwerk aufbauen kann, mit dem ich manchmal rede, als wäre es ein Mensch", bekannt Uwe Burkhardt. Wenn zum Tag des offenen Denkmals alles fertig ist, weiß der Vereinschef, wie schwer es von da ab wird, die Mitglieder und die Bevölkerung ohne solche spektakulären Objekte bei der Stange zu halten. Denn Teehaus und Orangerie sind fertig, die neue Bühne und der Barockgarten ebenso.

 

Doch Unterstützung wird weiter gebraucht, denn die Ideen gehen dem Verein und seinem Vorstand noch lange nicht aus. So soll in diesem Jahr der Teehauskomplex unabhängig von seiner gastronomischen Bewirtschaft erstmals richtig mit Leben gefüllt werden. Der Plan für erste Halbjahr steht, und mit Frank Hammerschmidt hat ein nicht minder verrücktes Vorstandsmitglied die Organisation übernommen. Als hätte der selbstständige Unternehmer mit seiner Firma nicht genug zu tun, betätigt er sich nun ehrenamtlich als Cheforganisator von zahlreichen Veranstaltungen. Dass die erste im Februar gleich solch ein Volltreffer wurde, war Balsam für die Seele.

 

Zu den gleichermaßen guten wie eben auch verrückten Seelen im Vorstand gehören außerdem Regina Schopf-Schweitzer, Ramona Kießling, Christine Posmik, Holger Häusser und Maren Stahl. Denn auch sie wirken ehrenamtlich, ohne einen Cent dafür zu erhalten. So haben sie beispielsweise im vergangenen Jahr für eine spektakuläre Einweihung der neuen Bühne gesorgt - einen ganzen Tag Bambule. Und mussten dabei auch Meinungen wie "Buswartehalle" oder "Unterstellmöglichkeit" ertragen. "Das ist typisch für viele Bürger", bedauert Burkhardt. Es werde über alles gemeckert, aber sich selten engagiert.

 

Doch Engagement wird gebraucht im Teehaus-Förderverein, wenn es beispielsweise um die aufwendige Pflege des ­Barockgartens, die Vorbereitung des ­Kinderfestes oder die Gewinnung neuer Mitglieder geht. Die Zahl 100 soll in ­diesem Jahr erreicht werden. Dass sogar prominente Künstler wie Dagmar Frederic, Gaby Rückert oder Ingo Koster sowie die Altenburger Gentsch-Zwillinge ­Claudia und Carmen den Mitgliedsantrag bereits ausgefüllt haben, macht Uwe Burkhardt glücklich. "Noch ein paar Verrückte mehr", sagt der 70-Jährige und lacht.

 

Spendenkonto bei der VR-Bank Altenburger Land. IBAN: DE48 830 65408 0001 608800. Kennwort "Portali".

Ellen Paul

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