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Potpourri an Kreativität und Fantasie

Potpourri an Kreativität und Fantasie

"Der Hahn ist tot", "La Ola" und "Wenn die Muse geht". Das sind nur drei kurios erscheinende Titel von insgesamt 82 Bildern und 13 Fotoserien, die am Sonntag zur Ausstellungseröffnung der 8. Thüringer Landesfotoschau im Schlossmuseum präsentiert wurden.

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Besucher der Landesfotoschau im Schloss- und Spielkartenmuseum in Altenburg betrachten Bilder von Jana Bichel, Thomas Lange und Jörg Seifert.

Quelle: Jens Paul Taubert

Vor zwei Jahren war die Thüringer Landesfotoschau erstmals zu Gast im Schloss.

 

 

 

Die 61 Bildautoren aus ganz Thüringen entwarfen Fotos, die dem Betrachter ein Schmunzeln entlocken, Begeisterung hervorrufen oder einfach nur nachdenklich machen. Die Besucher, darunter viele Freunde der Fotografie, konnten sich sprichwörtlich selbst ein "Bild" machen.

 

Veranstalter der Schau ist die Gesellschaft für Fotografie des Landesverbandes Thüringen, die im vergangenen Jahr aus 1536 Arbeiten von 235 Teilnehmern die besten ausgewählt hat. Eine fünfköpfige Jury, die aus Fotografen und Kunstwissenschaftlern besteht, hatte die Qual der Wahl. Insgesamt wurden 2012 drei Preise und sechs Anerkennungen vergeben. Bevor die Ausstellung nach Altenburg kam, war sie im Hennebergischen Museum Kloster Veßra, Jena, Bad Frankenhausen und Erfurt zu sehen.

 

Eckhardt Schön, der Vorsitzende des Landeverbandes Thüringen der Gesellschaft für Fotografie, ist von der Vielfältigkeit beeindruckt: "Es ist eine Kunst, ein Bild so wirken zu lassen, dass es ohne eine Erklärung auskommt. Unser Ziel ist es, die Fotografie in Thüringen stärker voranzutreiben."

 

Viele der Bilder sind reduziert auf wenige Details, die aus dem Alltag herausgegriffen wurden, andere geben Denkanstöße und lassen Freiraum für eigene Interpretationen. Sie zeigen Entdeckungen aus fernen Ländern, wie bei Thomas Lange aus Rudolstadt, dessen Werk "Im Norden der Tschad-Faszination Sahara" die Schönheit der Natur vermittelt. Ein klarer Gegenpol sind die Bilder von Katja Wisotzki, die ihre Motive in der Justizvollzugsanstalt in Gera fand. Zu sehen sind nur kleine Details, wie ein paar Hände oder ein Ausschnitt aus einem Zimmer, und doch dokumentiert sie den Alltag der Häftlinge ungeschönt. Sascha Fromms Bild "Blutiger Mittwoch in Athen" zeigt einen blutenden Mann umringt von mehreren Polizisten. Jürgen Neumerkel hat es mit seinem Werk "Wenn die Muse geht" als einziger Altenburger in die Ausstellung geschafft.

 

Neben Porträtaufnahmen, Landschaften und Tiermotiven sind auch Fantasiebilder und Momentaufnahmen vertreten. Einige wurden digital im Computer bearbeitet, was nicht qualitätsmindernd ist, sondern die Aussagen der Inhalte noch verstärkt und interessante Effekte zustande kommen.

 

Eindrücke und Meinungen sind immer subjektiv, das betont auch Eckhardt Schön. Ein gutes Beispiel dafür ist der Schnappschuss von Manuela Hahnebach mit dem Titel "Der Hahn ist tot". Zu sehen ist, wie der Titel schon sagt, der abgetrennte Kopf eines Hahns neben einer Axt. Bei der Frage: Ist das Kunst?, ist es nur allzu verständlich, dass da die Meinungen auseinander gehen. Was bei dem einen zu Begeisterungsstürmen führt, kann bei dem anderen pures Kopfschütteln hervorrufen.

 

Manfred Reitzig, der die Ausstellung mit Interesse verfolgt und selbst Fotograf ist, hat seinen Favoriten schon gefunden. Es handelt sich um das Bild "Emotionen" von Sascha Fromm, das die Reaktionen der Zuschauer auf einem Fußballfeld einfängt, nachdem eine Torchance vergeben wurde. "Wir als Besucher bekommen sehr anspruchsvolle Arbeiten zu sehen, die Palette an Inspirationen ist sehr verschieden. Viele Bilder sind diskussionswürdig und verdienen es, länger betrachtet zu werden", erklärt der Altenburger. Auch für Fotografie-Neulinge ist die Ausstellung einen Besuch wert.

 

iDie Landesfotoschau ist noch bis zum 1. September im Altenburger Schloss zu sehen.

Schellenberg, Doreen

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