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Premiere der Paul-Lincke-Operette vom Altenburger Publikum gefeiert

Premiere der Paul-Lincke-Operette vom Altenburger Publikum gefeiert

Das Theater betätigt sich in in seiner ersten Inszenierung der neuen Spielzeit als Reiseunternehmen und offeriert seinen Besuchern eine Reise zum Mond und zur Frau Luna.

Altenburg.

 

Selbige hat bekanntlich der Komponist Paul Lincke handlungsmäßig und musikalisch recht kurzweilig gestaltet.

Diese Reise beginnt in Berlin, wo das Publikum eine ausgesuchte Reisegesellschaft kennenlernt, die es durch frohes Spiel, Tanz und Gesang unterhalten wird. Reisemanager ist Steffen Piontek, der für einen guten Verlauf, beste Organisation und viele Überraschungen sorgen wird. Mike Hahne hat durch Puzzleansichten und eine Videoprojektion mit wunderbarer Tiefe die Stadt berlintypisch herausgeputzt und die öde Mondlandschaft in ein Silberparadies verwandelt, dass jedem Einzelnen im Publikum durch das Silberflimmern die Augen übergehen. Dazu hat er typengerechte Kostüme mit viel Liebe zum Detail schneidern lassen und die Mondbewohner um Frau Luna ebenfalls mit Silber dekoriert, was jeder Ausstattungsrevue an den großen Varietés zur Ehre gereichen würde.

Das Theater hat arbeitsmäßig und finanziell einen großen Aufwand betrieben, um diese Spielzeit hier mit bestmöglichen Erfolg zu beginnen. Das ist ihm gelungen. Dazu gehören auch ein gut spielendes Orchester, ein Chor und viele Sängerinnen und Sänger, die von Kapellmeister Thomas Wicklein geleitet werden und den mitreißenden Schwung der Musik von Paul Lincke auch so gestalten. Und natürlich die Tänzer des Balletts als Berliner Gören und als Teil der Festgesellschaft bei Frau Luna, choreografiert von Winfried Schneider.

Allerdings nimmt die Reise ab Berlin nicht gleich volle Fahrt auf. Dort gibt es einen vielfältigen Liebeswirrwarr, der sich auch auf dem Mond noch fortsetzt, der erst einmal geklärt werden muss. Das geschieht in vielen Dialogen, die nicht immer flott geführt und von gesanglichen Beiträgen unterbrochen werden, die nur Stichwort-Alibi haben. Die Bühne wirkt hier atmosphärisch etwas blutleer, das Ganze lässt Tempo vermissen. Doch dem blassen Vorspiel sollte viel Glanz folgen.

Eine gute Lösung ist, nicht mit dem Ballon zum Mond zu reisen, wie sonst üblich. Damit bekommt auch das Erleben von Traum und Wirklichkeit für das Publikum stärkeres Profil. Höhepunkt der Reise wird eine Mondrevue, die in Ausstattung und Gestaltung vieles übertreffen wird, was man diesbezüglich schon gesehen hat. Die Bühne wird ein Palast in Silber mit silbernen Mondbewohnern, mit Frau Luna, Göttern in persona von Venus, Mars und lebenden Tierkreiszeichen. Das Glühwürmchen-Ballett ist eines aus der Kategorie Geniestreich.

Die Verantwortlichen haben die Melodien der Operette mit anderen bekannten aus der Feder Paul Linckes angereichert und so eine Art Musikrevue geschaffen. Da hört man: Schlösser, die im Monde liegen; Oh Theophil, oh Theophil; Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe: Lasst den Kopf nicht hängen, Das macht die Berliner Luft und viele andere. Sängerisch hat man das Beste aufgeboten, was das Theater für diese Operette besitzt. Dies sind die Sängerinnen Jule Rosalie Vortisch und Paula Rummel, die Tenöre Michael Siemon und Peter Paul Haller, der Bariton Teruhiko Komori, der nun deswegen sprachlich vom Tokioter zum Berliner mutiert ist.

Diese Operette verlangt Altberliner Typen. Dafür holte das Theater die beliebten Künstler Rosemarie Dittmann-Bennert, Günter Matthes und Günter Markwarth aus dem Ruhestand noch mal auf die Bühne. Sie geben dem Berlinischen, was es braucht: das ihm eigene Idiom. In mehreren kleineren Rollen überraschten Chormitglieder und trugen so zu dem Gelingen der Frau-Luna-Tour bei. Beifall gab es schon nach jedem Lied und am Ende unbeschreiblich vielen, mit Bravos durchsetzt für eine wirkungsvolle und publikumsfreundliche Aufführung. Manfred Hainich

Nächste Vorstellungen: 16. und 25. Oktober, jeweils 14.30 Uhr, 18. November, 19.30 Uhr. Karten an der Theaterkasse (☎ 03447 585160). www.tpthueringen.de

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