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Altenburg Premiere in Altenburg: Endstation Sehnsucht
Region Altenburg Premiere in Altenburg: Endstation Sehnsucht
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00:17 16.04.2017
Anne Diemer posiert auf dem Altenburger Bahnhof für ihre Hauptrolle in Tennessee Williams Stück „Endstation Sehnsucht“. Quelle: Sabina Sabovic
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Altenburg

Das Schauspiel am Altenburg-Geraer Theater steht auf die amerikanische klassische Moderne. So kommt jetzt Tennessee Williams Stück „Endstation Sehnsucht“ auf die Bühne, da sind die Erinnerungen an den „Tod eines Handlungsreisenden“ noch nicht ganz verblasst. Das sind aber auch bühnenwirksame Stücke mit interessanten Charakteren vor realistischen Lebenshintergründen.

Der außergewöhnliche Erfolg, den Tennessee Williams in dem ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg einheimste, beruht gewiss zu einem guten Teil auf seiner Fähigkeit, dramatische Situationen zu erfinden und sie bühnengerecht zu gestalten.

Zwei kleine künstlerische Happen davon erhielt das Publikum am Sonntag zur „Matinee“ im Heizhaus, in die das traditionelle Theaterfrühstück mangels Personal für kulinarische Häppchen und günstige Getränke umbenannt worden war. Auch ohne dieses gastronomische Beiwerk war die Vorstellung der neuen Inszenierung eine genussreiche Veranstaltung in Form eines literarischen Salons. Man sprach in einer kompetenten Runde über Literatur und deren Umsetzung auf der Bühne.

Diese Runde wurde geleitet von der Autorin und Produktionsdramaturgin Mona Becker. Sie informierte ausführlich über Leben und Werk des Autors, der in diesem Stück eigene Lebensumstände verarbeitete. Seine Mutter war eine Südstaaten-Schönheit mit labilem und sein Vater ein Mann mit rauem Charakter, der oft nicht zu Hause war. Der 1911 geborene Sohn erlebte sowohl noch die Südstaaten-Idylle wie dann später auch das eingeschränkte Leben in einer Industriegroßstadt. Er nahm Zuflucht zum Schreiben, hatte in den 1930er-Jahren eine depressive Phase, Anzeichen von Schizophrenie und lebte eine kurze Zeit in der Psychiatrie.

All dies verarbeitete er in seinem Drama „Endstation Sehnsucht“. Sehr spät machte er seine Homosexualität öffentlich. „Ich habe mich immer auf die Güte von Fremden verlassen“, war einer seiner Lebensmaximen. Er verfasste eine Autobiografie, aus der Manuel Struffolino einen Auszug über das Zusammenleben mit dem Großvater las.

Kathrin Krumbein ist die Bühnen- und Kostümbildnerin. „Wir halten uns streng an die Vorgaben des Autors“, sagte sie, „und schaffen mit dem Charme der Vergangenheit das entsprechende Flair auf der Bühne.“ Regisseur Akillas Karazissis konnte leider nicht persönlich anwesend sein, war aber durch ein längeres Video-Interview präsent. Jeder Satz des Stückes habe Bedeutung für ihn. Seine Aufgabe sei es, die Menschen, die auf der Bühne sprechen, dazu zu bringen, dass sie mit allem, was sie sagen, das Publikum überzeugen. Die Schauspieler Anne Diemer, Katerina Papandreou und Manuel Struffolino lobten die angenehme Art des Regisseurs, der wenig vorgibt und sie auffordert, aus sich heraus in die Tiefe der Rolle zu gehen. Sie stellten zwei kurze Szenen vor, die deutlich machten, wie komplex die Rollen angelegt sind.

Elia Kazan, der dieses Stück 1951 mit dem kongenialen Marlon Brando verfilmte, schrieb in seinem „Notizbuch“: „Dieses Stück ist eine poetische Tragödie. Uns wird die endgültige Auflösung einer wertvollen Person vorgeführt, die früher große Fähigkeiten besaß und die auch noch in ihrem Untergang einen höheren Wert hat als die gesunden, gewöhnlichen Figuren, die sie umbringen.“ Eine Traumrolle für Anne Diemer. Das Publikum erwartet zur Premiere am Sonntag, dem 23. April, um 18 Uhr großes Theater.

Nächste Aufführungstermine: 28. April, 19.30 Uhr; 10. Mai, 19.30 Uhr und 19. Mai, 19.30 Uhr. Karten an der Theaterkasse (Tel. 03447 585177) und in der Altenburg-Information am Markt 10, online buchen unter www.tpthueringen.de.

Von Manfred Hainich

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