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Pro Altenburg und CDU in Sektlaune

Pro Altenburg und CDU in Sektlaune

In der Skatstadt ist zur Wahl am Sonntag das passiert, was auf dem "platten Land" schon lange an der Tagesordnung ist: Bürgerbewegte melden ihren Anspruch auf aktive Mitwirkung an und können viele Wähler von ihrem Ansinnen überzeugen.

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Quelle: lox

Altenburg. Dies bedeutet folglich, dass die etablierten Parteien allesamt Federn lassen mussten. Dass bei einer von ihnen dennoch die Sektkorken knallen, ist vielleicht ein Altenburger Phänomen. Und dies hat einen Namen: CDU

 

"Sieben Sitze waren die unterste Grenze, acht hatten wir erhofft. Dass es jetzt neun geworden sind, ist wirklich eine Überraschung. Das ist Sekt, nicht Selters", freut sich der christdemokratische Spitzenkandidat André Neumann. Dabei hat seine Partei 4,1 Prozentpunkte gegenüber 2009 eingebüßt. Kein Pappenstiel, doch inzwischen völlig unwichtig. Denn nachdem 2011 sechs Stadträte die CDU verließen und in Pro Altenburg eine neue Heimat fanden, war nur noch eine Rumpf-Fraktion mit fünf Sitzen übrig geblieben. Für eine Volkspartei wie die CDU völlig indiskutabel und unter Wert. Umso verständlicher ist die Freude über das aktuelle Ergebnis, das die Sache wenigstens annähernd wieder ins Lot bringt.

 

Dass es nicht zu alten Meriten gereicht hat, ist verständlich. Denn Pro Altenburg bringt es aus dem Stand bei seiner ersten Wahl auf 18,3 Prozent und kann damit seine sechs Sitze halten. Sitze, die die Bürgerbewegten bisher ja nur durch die Abspaltung von der CDU, nicht aber durch eine Wahl ihr Eigen nannte. "Ich bin einfach glücklich und dankbar", so die Reaktion von Spitzenkandidat Peter Müller, der mit seinen 3135 Stimmen das drittbeste Einzelergebnis erzielte. "Pro Altenburg wird weiterhin das kontrollierende Organ des Oberbürgermeisters sein", so der 61-Jährige. Und: "Das bürgerliche Lager ist gestärkt aus dieser Wahl hervorgegangen. Es liegt jetzt an ihm, damit die richtige Politik für Altenburg zu machen."

 

Die FDP, die auch zu selbigem zählt, kann dazu allerdings kaum einen Beitrag leisten. Vor fünf Jahren mit satten 12,4 Prozent den Wiedereinzug in den Stadtrat geschafft, müssen sich die Freien Demokraten jetzt mit kläglichen 1,7 Prozent begnügen. Nur die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde bewahrt sie vor dem erneuten Aus. Nachdem der FDP schon 2010 zwei der vier Abgeordneten abhandengekommen waren, wird Detlef Zschiegner jetzt vollends zum Alleinkämpfer.

 

Richtig verloren hat auch die SPD. Und das gleich doppelt. Denn der überraschende Altenburger Wahlsieger von 2009 muss nicht nur satte 6,2 Prozentpunkte abgeben, sondern büßt auch vier Sitze ein. Denn durch den Übertritt zweier Liberaler waren die Sozialdemokraten mit komfortablen 13 Sitzen die mit Abstand stärkste Partei. Vermutlich hat Oberbürgermeister Michael Wolf, der mit 3921 Stimmen erneut das beste Ergebnis aller Kandidaten einfuhr, seine Partei vor Schlimmerem bewahrt.

 

Auch die Linke büßte Prozentpunkte und einen Sitz ein, dürfte damit aber leben können. Das sensationell gute Abschneiden im Kreistag wird genug Grund zum Feiern sein.

 

Den hat auch die neue Gemeinschaft von Grünen und Stadtforum. Letzterem sei Dank, gibt es im neuen Stadtrat eine fünfte Fraktion. Denn Namen wie Johannes Schaefer und Jutta Penndorf - immerhin über 30 Jahre Direktorin des Lindenau-Museums - waren offensichtlich Zugpferde genug. "Wir haben unser Ziel erreicht, den Fraktionsstatus. Ohne den wäre die Arbeit im Stadtrat nämlich sehr mühsam geworden", sagt Schaefer und ist immer noch erstaunt über die große Unterstützung für das Stadtforum. "Wir hatten uns ganz kurzfristig entschieden und innerhalb von zwei Wochen 36 Kandidaten."

Ellen Paul

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