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Probleme in Altenburger Plattenbau-Vierteln spitzen sich zu

Abfall und Lärm Probleme in Altenburger Plattenbau-Vierteln spitzen sich zu

Einwohner von Altenburg Nord und Südost beklagen eine schwindende Wohnqualität, vor allem wegen Lärm und wilder Müllablagerungen. Als Verursacher machen die Bewohner mehr und mehr Flüchtlinge aus, die mit Abfalltrennung nicht zurecht kommen. Beschwerden bei Polizei und Sozialarbeitern haben bislang nichts gebracht.

Die Container-Plätze in Altenburg-Nord geben mitunter solch ein Bild ab. Die Bewohner ärgert das.

Quelle: privat

Altenburg. In den beiden großen Altenburger Wohngebieten brodelt es. Was die Anwohner im Südosten und Norden ärgert, ist vor allem Abfall und Lärm. Als Verursacher illegaler Müllablagerung, falscher Inhalte in Tonnen und Ruhestörungen bis weit nach Mitternacht haben sie oftmals Flüchtlinge ausgemacht. Über die Probleme haben sie zum Teil schon oft mit Sozialarbeitern und mit der Polizei gesprochen. Auch Landrätin Michaele Sojka (Linke) hörte sich bei einem vertraulichen Treffen in der Eschenstraße die Sorgen der Einwohner bereits an. Allein es ändert sich nichts. Doch genau das lässt die Bürger langsam, aber sicher verzweifeln. Einige ziehen deswegen schon weg.

Kritik an der Kreischefin

„Altenburg-Nord ist auf dem besten Weg, zu einem Ghetto zu werden“, sagt Martin Schneider*. Das liegt seiner Meinung nach daran, dass die Politik weiterhin den Fehler mache, einen Großteil der Flüchtlinge und damit überproportional viele hier unterzubringen und inzwischen auch dauerhaft anzusiedeln. Der Endvierziger, der seinen richtigen Namen – wie viele andere auch – nicht in der Zeitung lesen will, spricht aus, was viele zwischen Otto-Dix-, Siegfried-Flack-Straße und An der Glashütte denken. „In einem sozialen Brennpunkt wie Nord kann dies nur wie ein Brandbeschleuniger wirken. Wir verstehen da auch die Landrätin nicht, es ist doch ihre Klientel, für die sie sich hätte vorrangig einsetzen müssen und die sie auch größtenteils gewählt hat.“ Über deren Köpfe setze sie sich nun „in Gutsherren-Manier“ hinweg. Im Ergebnis würden immer mehr, die es sich finanziell leisten können, wegziehen.

Das unterschreibt auch Klaus-Dieter Helfrich. Die Probleme, von denen der rüstige Rentner, Schneider und inzwischen gut ein Dutzend weitere Anwohner berichten, reichen von fehlender Mülltrennung, Sperrmüllablagerungen und Lärm bis weit in die Nacht. So nahm der Entsorger die Mülltonnen in der Albert-Levy-Straße schon des Öfteren wegen falscher Befüllung nicht mit. Außerdem haben die Anwohner den Sperrmüll im Wohngebiet fotografiert und Lärmprotokolle geführt. „Das geht an wärmeren Tagen bis weit nach Mitternacht“, berichtet er. „Das stört natürlich Leute, die früh zur Arbeit müssen.“ Er kenne in seinem Umfeld bereits rechts gesinnte Leute. „Die verlieren langsam die Nerven.“

Bemühungen laufen ins Leere

Dabei ist es nicht so, dass die Bewohner noch nichts unternommen haben. „Wir haben mit Flüchtlingen, die wir kennen und die Deutsch sprechen, geredet und es ihnen erklärt“, so Helfrich. „Die stört das selbst.“ Auch habe man bereits mehrsprachige Hinweise und einen Info-Brief verfasst und ins Arabische übersetzen lassen, ergänzt Hans Schüller, Mitte 50. „Auch mit den Sozialarbeitern An der Glashütte haben wir gesprochen und auch die Polizei gerufen, wenn es zu schlimm wurde. Aber selbst die haben nur mit den Schultern gezuckt. Alle bestreiten nicht, dass es vor der Ankunft der Asylbewerber gelegentlich Probleme gab. „Aber diesen Zustand hatten wir noch nicht“, sagt Schneider und die anderen nicken.

Genau sieht dies Herbert Müller aus der Eschenstraße, einer der ersten Bewohner, als die Wohnblöcke in den 70er-Jahren gebaut wurden. Wegen Lärm, der Vermüllung und ständig neuen Asylbewerbern als Mitbewohner würden langjährige Mieter nach und nach ausziehen, berichtet Müller. Er selbst würde dies auch tun, doch aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen könnte er sich das nicht erlauben. Auch in Südost sei längst bekannt, dass die neuen ausländischen Mitbewohner die Mülltrennung nicht begreifen und alles kunterbunt durcheinander in die verschieden Tonnen werfen. Und dass sie nicht mehr benötigtes Mobiliar sofort auf der Straße entsorgen, was dort oft tagelang liegenbleibt.

Die Osterländer Volkszeitung wird die geschilderten Problemen zum Anlass nehmen, um bei den zuständigen Behörden in den nächsten Tagen nachzuhaken. *Alle Namen geändert.

Von Thomas Haegeler und Jens Rosenkranz

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