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Prößdorfer wollen geschichtsträchtiges Bauwerk erhalten

Petition Prößdorfer wollen geschichtsträchtiges Bauwerk erhalten

Mit einer Petition und 144 Unterschriften machen sich die Einwohner des Luckaer Ortsteils Prößdorf für den Erhalt des Portals am Gut in der Otto-Engert-Straße stark. Das Gut ist derzeit „herrenlos“, weil der Eigentümer seinen Verzicht darauf erklärte. Die Entscheidungsgewalt über das Grundstück und die Gebäude darauf hat nun die Landesfinanzdirektion.

Das Eingangsportal des Gutes in der Otto-Engert-Straße in Prößdorf ist wie die Wohngebäude in einem sehr schlechten Zustand und damit dem Abriss geweiht.

Quelle: Mario Jahn

Lucka. Das Gut in der Otto-Engert-Straße 12 im Luckaer Ortsteil Prößdorf befindet sich bereits seit vielen Jahren in einem bedauernswerten Zustand. Ein Abbruch ist deshalb in absehbarer Zeit nicht zu vermeiden. Weil den Bürgern von Prößdorf das zum Gut gehörende Eingangsportal am Herzen liegt, setzen sie sich für dessen Erhalt ein. Das bekundeten sie mit einer Petition, die Egon Kaiser zusammen mit 144 Unterschriften an Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn (parteilos) übergab. Eine Idee, wie das kulturhistorische Bauwerk womöglich zu retten ist, haben die Bürger auch schon.

In der übergebenen Petition heißt es, dass das Gut nachweislich 1744 errichtet wurde und zum damaligen Zeitpunkt im Besitz von Julius und Eva Gräßer war. Nach Meinung der Prößdorfer sei das Portal kulturhistorisch wertvoll, wohl auch deshalb sei es zu DDR-Zeiten unter Denkmalschutz gestellt worden. Der besteht allerdings längst nicht mehr.

„Die Denkmaleigenschaft ist seit 2004 aufgehoben. Damit besteht auch keine Schutzbedürftigkeit mehr für das Bauwerk“, erklärte auf Nachfrage Silvia Bergmann, die in der Stadtverwaltung für Liegenschaften zuständig ist. Außerdem sei das Gut derzeit „herrenlos“. „Die Eigentümer haben 2013 den Verzicht darauf erklärt“, sagte sie. Damit hätte nun das Land Thüringen das Recht, sich das Grundstück samt der Gebäude anzueignen oder weiterzugeben. In den Gebäuden des Gutes seien trotz des baulich sehr schlechten Zustandes heute immer noch drei Wohnungen bewohnt.

In die Schlagzeilen war das Gut schon einmal vor zehn Jahren geraten. Damals hatte der Eigentümer seine Mieter mehrere Wochen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen sitzen lassen. Erst nachdem die OVZ den Wasserskandal publik gemacht hatte, war Bewegung in die Sache gekommen. Doch die damals betroffenen Mieter wohnen wohl heute noch in den unansehnlichen Bauten.

Im Luckaer Rathaus war weiter zu erfahren, dass es seitens der Kommune Überlegungen gegeben habe, das Gut zu erwerben und die Gebäude wegzureißen. Das hatte wohl die Bürger veranlasst, sich für den Erhalt des Portals stark zu machen.

„Ein Abriss des Gebäudekomplexes wäre viel zu teuer geworden. Das kann sich die Stadt nicht leisten. Deshalb haben wir von dem Vorhaben Abstand genommen“, sagte die Bürgermeisterin. Es liege deshalb weiter in den Händen des Landes, was mit dem Gut passiert.

Trotz dieser Tatsache nimmt die Stadtverwaltung den Wunsch der Prößdorfer ernst. Bei einem Gespräch mit Egon Kaiser und Rolf Zimmermann seien die beiden am Montag zunächst über die Eigentumsverhältnisse und Abkehr von den Kaufabsichten durch die Stadt informiert worden.

Ganz unvorbereitet waren die beiden Prößdorfer aber auch nicht zum Termin mit der Bürgermeisterin gekommen. „Sie unterbreiteten den Vorschlag, Kontakt mit dem Land aufzunehmen, um prüfen zu lassen, ob es möglich ist, dass die Stadt nur das Portal und ein Teilgrundstück übernimmt. Um die Sanierung des Bauwerkes und das Sammeln von Spenden könnte sich dann ein noch zu gründender Verein, wie zum Beispiel beim Teehaus in Altenburg, kümmern“, fasste Bergmann die Idee der Prößdorfer zusammen.

Sie werde umgehend die Landesfinanzdirektion anschreiben und nachfragen, ob es möglich ist, das besagte Grundstücksteil herauszumessen und ob die Stadt dieses und das Portal übernehmen könnte, so Bergmann. Kaiser und Zimmermann zeigten sich zufrieden darüber, dass die Stadt so schnell auf die Petition reagiert und zudem ihren Vorschlag aufgegriffen habe.

Von Marlies Neumann

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