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Projekt „Lindenaus Kunstexperten“ endet mit eindrucksvoller Bilanz

Altenburg Projekt „Lindenaus Kunstexperten“ endet mit eindrucksvoller Bilanz

Wenn man in der Altenburger Gemeinschaftsschule „Erich Mäder“ eine Umfrage starten würde, wer schon einmal im Lindenau-Museum war, würden im Vergleich zu anderen Bildungseinrichtungen ungleich viele Fingen mehr nach oben gehen. Warum das so ist, wurde am Dienstag im Museum auf einer Pressekonferenz erklärt.

Vanessa, Lara, Celina und Lisa (v.l.) zeigen am Dienstag gemeinsam mit Angelika Wodzicki und Jacqueline Glück (3.u.4.v.l.) Platten, die 2015 entstanden sind.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wenn man in der Altenburger Gemeinschaftsschule „Erich Mäder“ eine Umfrage starten würde, wer schon einmal im Lindenau-Museum war, würden im Vergleich zu anderen Bildungseinrichtungen ungleich viele Fingen mehr nach oben gehen. Das hat einen so einfachen wie bemerkenswerten Grund: Die Schule ist wie das Innova Sozialwerk seit fünf Jahren – wenn dieser politische Terminus an dieser Stelle erlaubt ist – Bündnispartner des Museums. Und das kam so.

Der Bund hat vor geraumer Zeit mit dem Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mehr Verantwortung für die außerschulische Bildung von Kindern und Jugendlichen übernommen. Von 2013 bis 2017 erhielt deshalb auch die Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (BKJ), einer von 34 bundesweit tätigen Verbänden, rund 20 Millionen Euro, um sie an die von einer Expertenjury ausgewählten Projekte weiterzuleiten.

Das Lindenau-Museum hatte sich bereits 2013 beworben und wurde zunächst für ein dreijähriges Projekt ausgewählt. Später wurde diese Förderung, in deren Genuss die von Museum, Mäder-Schule und Innova gegründete Initiative „Lindenaus Kunstexperten“ kam, auf fünf Jahre erweitert.

„In dieser Zeit haben wir rund 54 000 Euro Fördergeld bekommen“, freut sich Museumschef Roland Krischke bei der Abschlusspressekonferenz am Dienstag. Es seien Kinder und Jugendliche damit erreicht worden, die sonst wahrscheinlich nie den Weg in das renommierte Haus in der Gabelentzstraße gefunden hätten.

Altenburg ist tatsächlich etwas Besonderes, wie Kerstin Hübner von der BKJ bestätigte. „Von den rund 650 Bündnissen, die deutschlandweit gefördert wurden, hat sich hier eine der wenigen Hochkultur-Einrichtungen beteiligt. Sonst sind es eher ehrenamtliche Initiativen und Vereine“.

Seit 2013 wurden mehr als 3000 Museumsbesuche der Mäder-Schüler und der Innova-Jugendlichen registriert. Es wurde nicht nur geschaut und erklärt, es wurde vor allem auch künstlerisch gearbeitet. In den Mittagspausen der Workshops wurde das Essen aus der Innova-Lehrküche serviert; in einem Workshop wurde mit den Schülerinnen und Schülern gekocht und selbstverständlich auch gegessen, in einem anderen in der Metallwerkstatt geschnitten, geschlagen und gebohrt.

Ein Projekt aus der Anfangszeit – Mäder-Schüler bauen 2013 mit Susann Schade  und Thomas Fanghänel ein trojanisches Pferd

Ein Projekt aus der Anfangszeit – Mäder-Schüler bauen 2013 mit Susann Schade und Thomas Fanghänel ein trojanisches Pferd.

Quelle: Jens Paul Taubert

15 Workshops mit 16 Dozenten und Künstlern haben in den vergangenen fünf Jahren stattgefunden. Ihre Themen waren oft ungewöhnlich, abenteuerlich, neu, spannend und verblüffend: Die Kooperationen mit dem Altenburger Theater zum Thema „Troja“ habe zum Beispiel bewirkt, dass sich noch heute jeder Mäder-Schüler fragt, warum eigentlich ein Pferd aus Holz mit einem Loch im Bauch in Schulhaus steht, erzählt Museumspädagogin Angelika Wodzicki, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Jaqueline Glück das Projekt „Lindenaus Kunstexperten“ von Anfang an betreut hat. Es wurden aber auch Reisen unter anderem ins Unikatum-Kindermuseum Leipzig oder ins Schillerhaus Weimar unternommen. Großartige Feste wie der „Antikentag 2014“ wurden gefeiert, und auch weniger spektakuläre Ausstellungen und Aktionen erarbeitet und der Öffentlichkeit präsentiert. „Die Kinder waren unheimlich stolz, ihre Werke in einem Museum ausgestellt zu wissen. Hergeben wollte sie am Schluss aber keiner, so dass wir heute oft nur noch Fotos zeigen können“, so Glück.

„Das hat unheimlich Spaß gemacht, was in der Schule ja nicht immer der Fall ist“, bekennt die 13-jährige Lara lachend und Vanessa (14) ergänzt: „Man lernt dabei Geschichte.“ Die 14-Jährige Lisa erklärt stolz: „Es hat mir gefallen, aus einer Steinplatte ein Gemälde zu meißeln.“

„Für unsere Kinder ist dieses Projekt ein riesengroßer Gewinn, ihnen erschließt sich hier eine ganz andere Welt“, zeigt sich am Dienstag auch die Direktorin der Gemeinschaftsschule, Birgit Rohland, mehr als angetan. „Wir haben die Kinder hier oft ganz anders erlebt als in der Schule.“ Das sieht auch Innova-Geschäftsführer Nikolaus Dorsch so. „Die Jugendlichen, die bei uns lernen, sind nicht gerade mit dem goldenen Löffel geboren worden. Sie haben hier Grenzen überwunden und sehr viel Neues entdeckt.“ Beide hoffen nun, gemeinsam mit dem Museum ihre wunderbare Zusammenarbeit fortsetzen zu können und immer wieder neue Schüler und Azubis zu erreichen.

Die Hoffnung ist nicht ganz unbegründet. Denn der Bund, so Hübner, hat für 2018 bis 2022 wieder 250 Millionen Euro aus dem Bildungsetat für ein Förderprogramm zur Verfügung gestellt. „Davon haben wir 23 Millionen Euro bekommen und werden bis Ende des Jahres entschieden, wer gefördert wird.“ Verbindliche Zusagen könne sie noch nicht machen, aber die Altenburger können sich auf jeden Fall wieder bewerben.

Von Ellen Paul

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