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Promille-Brille und Aufprall-Unfall

Promille-Brille und Aufprall-Unfall

"Achtung, bremsen! Zu spät..." Unfallschilderungen wie diese sind gestern auf dem Hof der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Wirtschaft und Soziales des Öfteren zu hören gewesen.

Altenburg.

Beim Aktionstag "Junge Fahrer" wurde den Schülern mit verschiedenen Aktionen gezeigt, wie gefährlich Unvorsichtigkeit im Straßenverkehr werden kann.

 

Entspannt sitzt Jessica Wegner auf ihrem Moped, mit einem Tempo von knapp 40 Kilometern pro Stunde geht es zunächst ein Stück durch die Stadt, dann auf die Landstraße. Und nun soll die 30-Jährige auf die Autobahn fahren, einmal den Blinker setzen und - Crash! Das Motorrad überschlägt sich. "Und jetzt wären Sie im realen Leben schwer verletzt, weil Sie nicht in den Rückspiegel geschaut haben", sagt Ralf Loy, der den Moped-Simulator betreut und hofft, den jungen Erwachsenen auf diesem Weg deutlich machen zu können, wie wichtig eine vorausschauende Fahrweise ist. Bei Jessica Wegner, selbst seit zehn Jahren aktive Autofahrerin, funktioniert es: "Ich glaube zwar, dass es auch daran liegt, dass ich keine Erfahrung beim Mopedfahren habe, aber es ruft auf jeden Fall zur Vorsicht auf, wenn man hier erlebt, wie schnell es gehen kann."

 

Genau das möchte die Kreisverkehrswacht Altenburg mit ihrem Aktionstag erreichen. "Wir wollen den jungen Erwachsenen mit Hilfe der technischen Geräte zeigen, welche Gefahren vorkommen können und wie rasch sie ihr eigenes Können überschätzen", sagt der Vorsitzende Winfried Günther. Deshalb hat er - unterstützt von der Deutschen Verkehrswacht und dem Bundesverkehrsministerium - noch weitere Simulatoren dabei. Da gibt es Informationen zum Bremsweg und Verhalten nach einem Verkehrsunfall, da erleben die Berufsschüler, welche Kräfte bei einem Aufprall-Unfall auf den Körper wirken, oder da müssen sich die jungen Männer und Frauen aus einem auf dem Dach liegendem Auto befreien.

 

Für Eric Lorbeer und Erik Schultheiß steht diese Lektion jetzt an. Die beiden nehmen erst einmal in dem Überschlagsimulator Platz, schnallen sich an, und dann überschlägt sich das Wagenvorderteil auch schon. Und dabei vergeht den angehenden Fachlageristen das Lachen dann doch. Erik Schultheiß wird es sogar etwas mulmig. "Ich habe ein wenig Angst, dass Eric auf mich fällt." Doch das ist kein Problem - ganz im Gegensatz zum Abschnallen über Kopf und dem Finden des Weges aus dem Auto. "Das war schon schwierig", sind sich die beiden anschließend einig.

 

"Es ist wichtig, dass die Schüler auch lernen, wie sie sich in einer solchen Situation befreien können", sagt Sportlehrer Thomas Schober, der gemeinsam mit Christine Schmidt und Klaus-Jürgen Schulz den Tag zum zweiten Mal an die Schule geholt hat. "Ich schätze, rund zwei Drittel unserer Schüler haben einen Führerschein. Wir möchten sie hier sensibilisieren." Natürlich auch mit Spaß: Deshalb können sich die Berufsschüler neben den Simulatoren auch sportlich betätigen und alkoholfreie Cocktails testen. "Und die Altenburger Berufsfeuerwehr zeigt eine Notrettung", hebt der Lehrer einen der Höhepunkte hervor.

 

Dass solche Präventionstage notwendig sind, davon ist Polizistin Carolina Burkhardt überzeugt. "Im vergangenen Jahr gab es in Thüringen 9702 Unfälle mit Fahrern zwischen 18 und 25 Jahren", nennt sie Zahlen, die diese Sichtweise unterstützen. "Und in 7436 Fällen davon waren die jungen Fahrer der Unfallversucher." Hauptursachen seien erhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen sowie Vorfahrtsverletzung gewesen.

 

Aus diesem Grund erleben die angehenden Kaufleute, Verkäufer und Fachkräfte für Lagerlogistik am Aktionstag mit Hilfe sogenannter Rausch-Brillen auch, wie Alkohol ihre Reaktionsfähigkeit und Koordination beeinflusst. So wie Silvia Penndorf, die gerade die 0,8-Promille-Brille von der Nase nimmt und noch etwas benommen schaut. "Mir ist schwindelig", sagt die 28-Jährige, die sozusagen gerade betrunken den kleinen Parcour zu Fuß absolviert hat. "Das war richtig schwer, spätestens nachdem ich einmal im Kreis gelaufen bin, wusste ich nicht mehr, wo genau ich bin." Sie selbst hat zwar noch keinen Führerschein, will aber bald einen machen und hat deshalb besonders an den Fahr-Simulationen Spaß.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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