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Prominenter Besuch bei Liebessenf und Wenzeltaufe

Altenburger Land auf Grüner Woche Prominenter Besuch bei Liebessenf und Wenzeltaufe

Mit fünf Unternehmen ist das Altenburger Land in diesem Jahr auf der Grünen Woche in Berlin vertreten. Schon am zweiten Tag gab es Halle 20, wo die Altenburger am großen Messestand des Freistaates Thüringer ihre Produkte vorstellen, einen Promi-Auflauf. Ministerpräsident Bodo Ramelow, Landrätin Michaele Sojka und OB Michael Wolf hatten viel Spaß bei ihrem Besuch.

Oberbürgermeister Michael Wolf, Landrätin Michaele Sojka und Ministerpräsident Bodo Ramelow (v.l.) am Stand der Altenburger Senffabrik.

Quelle: Tom Kleinfeld

Berlin. Mit ihren kleinen Händen kneten Luca Jungmichel und Nicolas Hausch aus Ponitz das Gemisch aus Lehm und Stroh. Damit füllen die beiden Elfjährigen die Ausfachung zwischen den frischen Holzbalken. Unter der kundigen Aufsicht von Maurermeister Matthias Köcher entsteht in Halle 20 der Grünen Woche nach und nach eine ganze Fachwerkwand. Die Besucher sind begeistert und staunen über die alte ökologische Baukunst, die von Handwerkern aus dem Altenburger Land vorgeführt wird. Der Ministerpräsident Bodo Ramelow treibt mit wenigen kräftigen Schlägen einen Holznagel ins Gebälk. Handwerkerin Kathrin Lange in traditioneller Zimmermannskluft nickt anerkennend. Der Linken-Politiker aus Erfurt besuchte am Sonnabend, begleitet von Landrätin Michaele Sojka (Line) und Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), die Präsentation des Freistaates auf der weltgrößten Agrarmesse.

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Mit einem halben Dutzend Ausstellern ist das Altenburger Land auf der Grünen Woche in Berlin vertreten. Am Sonnabend gab prominenten Besuch.

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Ein halbes Dutzend Aussteller aus dem Landkreis Altenburg, dem „Land der tausend Höfe“, geben derzeit in Berlin ihre Visitenkarte ab. Grit Friedel etwa von der Altenburger Senf & Feinkost GmbH & Co. KG offeriert eine breite Palette von Senfsorten: groben Bratwurstsenf mit Majoran, Heimatsenf oder auch Senföl. Mit einem Augenzwinkern verweist sie auf Erotik-Senf. Den scharfen für ihn, den süßen für sie. “Und wenn’s gar nicht hilft, gibt’s noch den Liebessenf”, sagt die Außendienstmitarbeiterin. Mit Sinnlichkeit spielt auch die Altenburger Brauerei GmbH. Geschäftsführer Sebastian Leikeim, wie alle aus dem Altenburger Land mit einem Herzbuben oder einer Herzdame am Revers, verweist auf eine handliche Sechserpackung mit Bock, Pilsner, Festbier, Schwarzem, Lager und Radler. Das auf dem Karton eine leicht bekleidete Dame zu sehen ist, „kommt bei den Kunden gut an”, meint Mitarbeiterin Angelika Reißberg. Nur ein paar Schritte weiter bietet Viola Eberhardt Altenburger Ziegenkäse, Ziegenrahm und andere Köstlichkeiten an. Thüringens Milchkönigin Carolin Gerbothe, 24 Jahre jung und Studentin der Agrarwissenschaften in Halle an der Saale, assistiert ihr.

Ramelow greift bei seinem Besuch am Stand die dramatisch niedrigen Milchpreise auf, die den Landwirten das Leben schwer machen. Es sei doch eine „Katastrophe” für den Berufsstand, dass Milch billiger sei als Wasser, schimpft er und fordert Gegenmaßnahmen der Bundespolitik. Auch Ramelows Parteikollegin Sojka kennt die schwierige Lage der Milchbauern. Schweinezüchtern geht es kaum besser. Vor diesem Hintergrund hält sie die Protestaktion von einigen tausend Menschen, den Grünen und Umweltorganisationen gegen „Massentierhaltung“ für verfehlt. Der Kampfbegriff vereinfache das Problem unzulässig. Es müsse vorrangig um das Wohl der Tiere gehen. Und das könne in großen, modernen Ställen oft genau so gut oder sogar besser gewährleistet werden als in kleineren Anlagen. Man dürfe keine Frontstellung zwischen kleineren, ökologisch produzierenden auf der einen sowie größeren, konventionell wirtschaftenden Betrieben auf der anderen Seite aufmachen, meint Sojka.

Trotz dieser nicht ganz einfachen Themen hat die politische Prominenz bei ihrem Besuch an den Altenburger Ständen auch viel Spaß. Man scherzt über die Wirksamkeit von Liebessenf, erhält eine waschechte Wenzeltaufe mit Zertifikat und spielt natürlich Skat. Ramelow gewinnt sein Spiel „Pik ohne einen“ knapp mit 62:58 Augen gegen Landrätin und OB. Das französische Blatt – nicht etwa ein traditionell deutsches, wie es in Altenburg hergestellt wird, hat sich der Ministerpräsident gewünscht. „Wessis kennen eben nur zwei Farben”, meint ein Beobachter mit spitzer Zunge.

Von Reinhard Zweigler

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