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Altenburg Prozess in Altenburg: Wer stahl die Kunstwerke aus der Villa Hülsemann?
Region Altenburg Prozess in Altenburg: Wer stahl die Kunstwerke aus der Villa Hülsemann?
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00:34 26.10.2015
Es bleibt weiter unklar, wer wertvolle Einrichtungsgegenstände aus der Hülsemannschen Villa in Altenburg gestohlen hat. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Trotz einiger Indizien glaubt weder Richter Sandy Reichenbach noch Staatsanwalt Klaus Schurwanz, dem 48-jährigen Angeklagten nachweisen zu können, zwischen dem 1. Dezember 2008 und dem 13. Februar 2009 Kronleuchter, Gemälde, Fliesen, Lampen, Tür- und Fensterbeschläge sowie eine Kaminverkleidung im Wert von 250.000 Euro aus dem leerstehenden Gebäude in der Altenburger Johannisstraße gestohlen zu haben.

Er habe keine Aussage gehört, dass der einschlägig vorbelastete Angeklagte diese Dinge selbst abgebaut habe, erklärte Reichenbach nach fünf Zeugen und gut fünfstündiger Verhandlung. "Zwar geht die Beweiswürdigung in die Richtung, dass er mit den Sachen zu tun hat. Aber woher er sie hatte, ist unklar, und Hehlerei steht hier nicht zur Diskussion." Schließlich sei der Handel mit gestohlener Ware nicht angeklagt und deshalb inzwischen verjährt. Reichenbach habe die Verhandlung zu diesem Punkt auch nur eröffnet, weil er sich vom Vater oder vom Helfer des in Windischleuba lebenden Angeklagten entsprechende Hinweise erhoffte.

Doch der in K.s Geburtsort Zwickau lebende Vater machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und Gehilfe Michael H. flüchtete sich in Erinnerungslücken oder Gegenfragen. Angeblich wusste er nicht einmal, dass seine Fingerabdrücke auf einer gestohlenen Lampe gefunden worden waren, obwohl seine Wohnung einst durchsucht wurde. Auch die Hülsemannsche Villa wollte er nicht kennen. Zudem habe er dem Angeklagten "nur ein-, zwei-, dreimal" tragen geholfen und sei "einmal mit ihm auf dem Antikmarkt" auf dem Leipziger Agra-Gelände gewesen.

Daneben gibt es noch eine DNA-Spur K.s an einer Zigarettenkippe, die in einem Koffer mit Diebesgut gefunden worden war. Außerdem den Karton eines Fernsehers, den der Angeklagte gekauft hatte, und in dem Fliesen aus der Villa gefunden worden waren sowie Zeitungen aus Altenburg, die als Verpackungsmaterial genutzt wurden. "Den Einbruch nachweisen können wir nicht", stimmte Schurwanz den Ausführungen des Richters zu, woraufhin dieser erklärte: "Die Prüfung ist für mich an diesem Punkt beendet." Das wiederum erfreute K.s Verteidiger Johannes Chu, dessen Mandant zu den Vorwürfen ebenfalls geschwiegen hatte.

Allerdings gibt es mit dem Diebstahl von Altarteilen aus der Ehrenhainer Kirche (Wert: 60.000 Euro) und von Kabeln an der Bahnstation Treben-Lehma, die dadurch für Stunden lahmgelegt wurde, weitere Anklagepunkte. Diese werden an drei Folgeterminen verhandelt, wobei am Mittwoch zunächst die Ehrenhainer Kirche in den Fokus rückt. Aus Reichenbachs Sicht geht es hier aber "in eine ähnliche Richtung" wie bei der Hülsemannschen Villa.

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