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Altenburg Prozess um Nobitzer Ex-Flugplatzchef bleibt spannend
Region Altenburg Prozess um Nobitzer Ex-Flugplatzchef bleibt spannend
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04:30 18.05.2017
Der damalige Flugplatz
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Nobitz/Gera

Der Prozess um den ehemaligen Nobitzer Flugplatzchef Jürgen Grahmann dürfte weiter spannend bleiben. Wie die OVZ aus Kreisen des Aufsichtsrates und der aktuellen Airport-Geschäftsleitung erfuhr, gebe es schriftliche Dokumente, mit denen sich die Vorwürfe gegen Grahmann untermauern ließen. Am nächsten Verhandlungstag – im Juli oder August – soll entsprechend nachgesetzt werden. Die Flugplatz-Vertreter wollen auf diese Weise nach eigenen Angaben Widersprüchlichkeiten in der Aussage des Hauptbelastungszeugen Jan Godts offenlegen.

Wie berichtet, wurde Grahmann im Dezember 2014 unter anderem mit der Begründung gefeuert, er habe private und dienstliche Angelegenheiten vermischt und sei dabei auch vor einer versuchten Nötigung nicht zurückgeschreckt. Der damals für den Airport tätige Architekt Godts soll von Grahmann gedrängt worden sein, kostenlose Leistungen beim Bau von Grahmanns Privathaus zu erbringen – als Bedingung für weitere Aufträge auf dem Flugplatz. Grahmann hatte gegen die Kündigung geklagt, die Zivilkammer des Landgerichts Gera nahm sich der Sache an – doch am jüngsten Prozesstag wollte Godts von derlei Forderungen gegen ihn nichts wissen. „Solche Äußerungen sind nie gefallen“, erklärte er im Zeugenstand. Punktsieg für Grahmann.

Im Aufsichtsrat des Leipzig-Altenburg Airports rumort es nun. Godts´ verneinende Aussage kam dort dem Vernehmen nach ziemlich überraschend – diese Entwicklung des Prozesses wolle man aber nicht auf sich beruhen lassen. „Sowohl der jetzige Geschäftsführer Frank Hartmann als auch der Oberbürgermeister der Stadt Altenburg, Michael Wolf, hatten unabhängig voneinander persönliche Gespräche mit dem Architekten geführt, in dem dieser erhebliche Anschuldigungen gegenüber Herrn Grahmann zum Ausdruck gebracht hatte“, schilderte Aufsichtsratsmitglied Gerd Reinboth gegenüber OVZ. „Umso erstaunter waren dann alle im Verhandlungssaal, als Herr Godts als Zeuge seine Vorwürfe plötzlich in Gänze abstritt. Es blieb daher vorerst die Frage: War dies zuvor alles nur Verleumdung oder hatte der Architekt plötzlich die Hosen voll?“

OB Wolf wollte sich auf OVZ-Nachfrage zu dem Thema derzeit nicht äußern, bat mit Blick auf das laufende Verfahren um Verständnis, dass er weder dementiert noch bejaht. Geschäftsführer Hartmann hingegen bestätigte Gespräche mit Godts. „Erst nachdem sich der Architekt mit seinen schweren Vorwürfen an uns gewandt hatte, sind wir ja in dieser Richtung tätig geworden“, erklärte Hartmann. Und ließ durchblicken, dass er Einzelheiten auch schriftlich vorliegen habe. Das gelte ebenso für den Altenburger Rechtsanwalt, demgegenüber sich Godts geöffnet habe und der am nächsten Verhandlungstag aussagen soll. „Der Vorwurf, dass der Aufsichtsrat beziehungsweise der Geschäftsführer des Flugplatzes nicht tiefgründig recherchiert hätte, ist einfach falsch“, versichert Reinboth. Und stellt für Juli oder August „vielleicht große Überraschungen“ in Aussicht.

Von Kay Würker

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