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Altenburg Prozess vertagt – Zweifel an Verhandlungsfähigkeit von Angeklagter
Region Altenburg Prozess vertagt – Zweifel an Verhandlungsfähigkeit von Angeklagter
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16:14 10.11.2018
Unter anderem wegen versuchter Nötigung und Hausfriedensbruches steht eine 57-Jährige aus Serbitz vor dem Landgericht Gera. (Symbolbild) Quelle: dpa
Gera/Treben

In dieser Woche begann die Verhandlung gegen eine 57-Jährige aus Serbitz. Der Frau wird Bedrohung, versuchte Nötigung, Beleidigung und Hausfriedensbruch vorgeworfen. Nun muss aber ein neues Gutachten angefertigt werden, da die Sachverständige Susanne Krosse an der Verhandlungsfähigkeit der Angeklagten zweifle. Die beiden nächsten Gerichtstermine seien deshalb abgesagt worden, heißt es aus dem Landgericht Gera.

Schauplatz Treben im November 2014: Die 57-Jährige soll nachts gegen eine Haustür getreten, geklingelt und herumgeschrien haben. Sätze wie „Ihr sollt alle tot umfallen“ und, dass sie ein Messer dabei habe, sollen durch die Nachbarschaft geklungen sein. Am nächsten Tag habe der Mann, an den die Drohungen gingen, die Angeklagte darauf angesprochen, woraufhin sie ihn beschimpft und getreten haben soll. Er habe dadurch langanhaltende Schmerzen erlitten. Zwei Monate später soll etwas Ähnliches bei einer Arztpraxis in Treben stattgefunden haben. Wieder soll die Angeklagte gedroht, geschrien und gegen die Tür getreten haben. Im April 2015 ein weiterer Vorfall in einer Bäckerei in Treben. Die Angeklagte habe dort Hausverbot gehabt, soll dennoch den Laden betreten und eine Angestellte mit einer Flasche bedroht haben.

Sie bedrohte ihre Nachbarin mit einer Mistgabel

Eine Stunde nach eigentlichem Beginn der Gerichtsverhandlung ist die Angeklagte eingetroffen. Polizisten haben sie in den Saal begleitet. Zu der Anklage will sie sich nicht äußern. Sie trinkt Kaffee aus einem Becher des Landgerichts und spricht in wirren Sätzen, während die Vorsitzende Richterin Zeugen vernimmt. „Sie stand plötzlich im Keller, wo ich mit einer Freundin und den Enkeln war“, erzählt die Zeugin. Sie ist die Nachbarin der Angeklagten und soll von der Frau mit einer Mistgabel im November 2015 bedroht worden sein. Sie schildert, dass die Beschuldigte „Rückt meine Mutter raus“ geschrien und dabei mit der Mistgabel gefuchtelt habe.

Der Polizist, der eingetroffen sei, um die Situation bei der Nachbarin zu entschärfen, habe gesehen, wie die Angeklagte von ihrem Grundstück aus in Richtung Bundesstraße lief. Sein Kollege und er seien ihr gefolgt. Als die Beamten die Angeklagte eingeholt hatten, habe sie einen Hammer erhoben.

„Ich habe das als Bedrohung aufgefasst und forderte sie dazu auf, den Hammer runter zu nehmen“, erzählt der Polizist dem Gericht. Nachdem sie der Aufforderung nicht gefolgt sei, wendete der Polizist Pfefferspray an. Sie sei noch ein Stück weiter gelaufen und habe sich dann ruhig hingesetzt, während der Polizist und sein Kollege eine Handfessel um ihre Hände legten. Der Zeuge habe den Krankenwagen gerufen und sie später in die Psychiatrie gebracht.

Zwischenrufe im Gerichtssaal

Während die Zeugen ihre Aussagen machen, ruft die Angeklagte dazwischen, widerspricht ihnen.

„Wir haben schon Unterschriften gesammelt und diese beim Landrat eingereicht, damit ihr geholfen wird“, erzählt die Nachbarin. Ihres Erachtens nach war die Angeklagte nicht immer so. 2013 soll allerdings der Bruch gekommen sein, als die Frau verlassen wurde.

Alle weiteren Verhandlungstermine seien abgesagt, heißt es aus dem Landgericht Gera. Es werde nun überprüft, ob die Angeklagte verhandlungsfähig sei.

Von Nicole Grziwa

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