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Altenburg „Punker Haase“ erdrosselt – Staatsanwaltschaft geht von Totschlag aus
Region Altenburg „Punker Haase“ erdrosselt – Staatsanwaltschaft geht von Totschlag aus
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17:56 04.01.2019
Knapp 70 Freunde und Bekannten nehmen vor dem Haus in der Altenburger Fabrikstraße 10 Abschied von „Punker Haase“, der dort kurz vor dem Jahreswechsel getötet wurde. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Der kurz vor dem Jahreswechsel in Altenburg getötete „Punker Haase“ ist erdrosselt worden. Dies stehe als erstes Ergebnis der Obduktion fest, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Martin Zschächner, am Freitag auf Nachfrage. Weitere Details dazu und zum Tathergang wollte er „aus ermittlungstaktischen Gründen“ aber nicht nennen. Der Jurist bestätigte nur noch, dass der Haftbefehl für die beiden in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen – ein 40-Jähriger und eine 27-Jährige – wegen Totschlags erlassen wurde.

Beweise reichen nicht für Mordvorwurf

Daraus ergibt sich, dass die Beweise bisher nicht reichen, um einen Mord nachzuweisen. Dennoch wiegt der Vorwurf in Verbindung mit den bisherigen Erkenntnissen so schwer, dass sich der Haftbefehl nur mit dem dringenden Tatverdacht aufrecht erhalten lässt. Weitere Gründe, wie Verdunklungs- oder Fluchtgefahr, braucht es hier nicht. Für Totschlag sieht das Gesetz eine Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren vor.

Außerdem bestätigt der Fakt, dass der 33-Jährige erdrosselt wurde, OVZ-Informationen zur Auffindesituation des Toten. Danach fanden Bewohner des Hauses Fabrikstraße 10 seinen leblosen Körper am 28. Dezember mit einem Strick stranguliert in der Nähe eines Fensters seiner Wohnung. Offenbar wurde er auch mit diesem getötet, da das Erdrosseln im Gegensatz zum Erwürgen (mit der Hand) ein Hilfsmittel, wie ein Seil, Schal oder Strick, voraussetzt.

Getöteter Ende der Woche beerdigt

Allerdings gab es nach OVZ-Informationen bereits in der Wohnung deutliche Hinweise, die auf einen durch die mutmaßlichen Täter vorgetäuschten Selbstmord hindeuten. Demnach soll „Punker Haase“ erst nach seinem Tod, der beim Erdrosseln meist durch Atemstillstand eintritt, in Fensternähe geschafft worden sein, um den Anschein zu erwecken, er habe sich dort selbst erhängt.

Die Spur der Ermittler führte schnell zu den beiden Tatverdächtigen, die bereits am 29. Dezember festgenommen wurden. Bei ihnen handelt es sich um den früheren Mitbewohner von „Punker Haase“ aus der Fabrikstraße in Altenburg und dessen Freundin aus Borna. Zwischen dem alkoholisierten Trio soll es Nachbarn zufolge in der Todesnacht zu einem handfesten Streit um Drogen gekommen sein. Am Mittwoch hatten sich rund 70 Freunde und Bekannte von dem Toten mit einem Trauermarsch verabschiedet, ehe er Ende der Woche beerdigt wurde.

Von Thomas Haegeler

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