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Altenburg Qual der Wahl: Rund 100 Konzerte in der neuen Spielzeit
Region Altenburg Qual der Wahl: Rund 100 Konzerte in der neuen Spielzeit
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10:00 27.08.2017
Alljährlich der Auftakt im Konzertprogramm des Theaters – das Marstallkonzert im Vorfeld des Denkmaltages. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Zählt man im Programmheft der neuen Spielzeit des Altenburg-Geraer Theaters alle Konzertveranstaltungen vom Philharmonischen Konzert bis zu den Schülerkonzerten zusammen, kommt man bis zur 100 und ist damit immer noch nicht am Ende. Das Musikangebot des Theaters für Erwachsene wie für Kinder und Schüler ist erneut so umfangreich wie nur an wenigen anderen Häusern.

Die Unmutsbezeugungen der hiesigen Theaterleitung über den nicht befriedigenden Besuch der Philharmonischen Konzerte in Altenburg – deren umfangreiches Angebot für die Saison 2017/2018 in einem Extra-Beitrag beleuchtet wird – müssen relativiert werden, wenn man diesen Komplex betrachtet. Dahinter verbirgt sich weiß Gott nicht ein ausgeprägtes Desinteresse des skatstädtischen Publikums an Musik, auch nicht an klassischer Musik allgemein. Ganz im Gegenteil.

Es gibt eine breite Palette von Sonderkonzerten und Konzertreihen, die ihren Ursprung und ihre Tradition in Altenburg haben. Die Spielzeit beginnt hier jedes Jahr mit dem Marstallkonzert, dem Konzert zum Tag des offenen Denkmals. Auch wenn im ehemaligen und nach wie vor unsanierten herzoglichen Reitstall nach wie vor ein Podium für die bessere Sicht auf die Akteure fehlt, bleibt die Veranstaltung mit rund 400 Besuchern nach wie vor ein Zugpferd.

Das Jahr endet traditionell zu Silvester mit der Aufführung von Beethovens IX. Sinfonie und beginnt mit dem Neujahrskonzert nach Wiener Vorbild. Diese Verbindung gibt es nicht in all zu vielen Städten Deutschlands. Das Neujahrskonzert unter Einbeziehung der Tanzschule Schaller ist regelmäßig ausverkauft, und der Besuch am Silvestertag tendiert zu vollem Haus. Eine günstige Gelegenheit, touristisch für einen Besuch zum Jahreswechsel in der Skatstadt zu werben.

Außerdem weist das Spielzeitheft mit dem traditionellen Weihnachts- sowie Faschingskonzert, dem 59. und 60. Konzert Klassik bei Kerzenschein und dem abschließenden Bauernhofkonzert Reihen auf, die meistens schon mehr als 20 Jahre im Altenburger Landestheater laufen, und das so gut wie immer vor vollem Haus. Thomas Wicklein ist der Spiritus Rector für diesen Konzertbereich, unabhängig vom jeweiligen musikalischen Chef des Theaters. Und die Altenburger lieben diese Konzerte!

Um so unverständlicher war die lange Zurückhaltung der Geraer Seite, dieses nun einmal vorhandene Potenzial in ihr Programm zu integrieren. So lange stehen bei diesen Konzerten die Termine beider Theater also noch nicht beisammen. Und nun weist das Spielzeitheft bei einigen Konzerten für Gera sogar zwei Vorstellungen aus. Welch erfreuliche Entwicklung! Zu hoffen bleibt, dass solche Konzerte wie das zum Tag der Deutschen Einheit oder das Konzert zum Totensonntag mit Brahms Deutschem Requiem – in der kommenden Spielzeit ausschließlich für Gera geplant – in den kommenden Jahren gleich auch ihren Weg nach Altenburg finden. Längere Wartepausen wie in der Vergangenheit müssen nicht sein.

Die Kooperation des Theaters mit dem Logenhaus in Altenburg macht sich bezahlt. Alle Kammerkonzerte bis auf eines finden in dem schönen Saal Sonntagsvormittag um 11 Uhr statt. Das ist die richtige Zeit in einem richtigen Ort und dürfte sicher die Besucherzahl der Kammerkonzerte in Altenburg erhöhen, auch wegen der attraktiven Programme.

Und auch zwei Familienkonzerte gibt es wieder: eines mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und ein Chorkonzert mit Hits aus dem Opernrepertoire. Ersteres leitet Takahiro Nagasaki, der sich als Dirigent gut in den Konzertbereich eingearbeitet hat, und das andere Chordirektor Holger Krause, der mit seinem Theaterchor vor allem in Gera auch außerhalb normaler Inszenierungen sehr aktiv wirkt.

Bliebe noch der Bereich der Schülerkonzerte. Hierfür leistet die Musikpädagogin und Musikdramaturgin Laura Knoll eine sehr aktive konzeptionelle wie organisatorische Arbeit. Mit der Reihe „Klingt gut“ und dem Orchesterführungsschein hat sie das Angebot für Kinder und Jugendliche theaterwirksam und pädagogisch wertvoll profiliert und bietet allen Kindergärten und Schulen ein Angebot, das nur noch von diesen genügend genutzt werden muss.

Das Theater hat das Seine getan. Nun ist das Publikum an der Reihe. Es lohnt sich.

Marstallkonzert

Zum Marstallkonzert, verbunden mit der Verleihung des Denkmalpreises der Stadt Altenburg, wird am Freitag,
8. September, um 19.30 Uhr in die Reithalle des Marstalls eingeladen. Das Motto lautet 2017 „Macht und Pracht“. Die Gäste erwartet ein abwechslungsreiches musikalisches Programm, das von bekannten Konzertstücken über Oper und Operette bis zum Musical reicht. Am Dirigentenpult des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera steht Kapellmeister Thomas Wicklein. Gesangssolisten des Musiktheaterensembles werden einen Ausblick auf die Spielzeit 2017/2018 geben. Der Eintritt ist frei.

Von Manfred Hainich

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