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Quo vadis Wieratal?

Quo vadis Wieratal?

Ungewiss wie nie ist die Zukunft der Gemeinden im Wieratal. Da ist das Debakel, dass in Ermangelung geeigneter Bewerber kein neuer Vorsitzender für die Verwaltungsgemeinschaft (VG) gewählt werden konnte.

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Bei einer erfolgreichen Hochzeit zwischen Nobitz und den fünf Gemeinden des Wieratal würde ein Gebilde entstehen, das sich über rund 140 Quadratmeter erstreckt. Grafik: Patrick Moye

Langenleuba-Niederhain. Außerdem steht in den fünf Mitgliedsgemeinden Langenleuba-Niederhain, Jückelberg, Frohnsdorf, Göpfersdorf und Ziegelheim die Frage, ob kurz vor der anstehenden Gebietsreform überhaupt noch die Chance besteht, eine Einheitsgemeinde zu bilden. Mit seinen knapp 3500 Einwohner kann das Wieratal nach den von der Landesregierung in die Debatte geworfenen Zahlen darauf kaum noch hoffen.

So weit, zum Hochzeitsantrag der Nachbarkommune Nobitz Ja zu sagen, sind die Wierataler allerdings auch noch nicht. Klar ist lediglich: Die VG ist ein Auslaufmodell, ihre Tage sind gezählt. Deshalb wird im Wieratal bereits seit Jahren über die Bildung einer Einheitsgemeinde geredet. Entsprechende Beschlüsse gibt es in mehrere Gemeinden. Doch an die Umsetzung wagte sich keiner mit der letzten Konsequenz.

In den vergangenen Monaten hatte es einen neuerlichen Anlauf in Richtung Einheitsgemeinde gegeben (die OVZ berichtete), die Gemeinderäte von Jückelberg, Frohnsdorf und Langenleuba-Niederhain plädierten zum wiederholten Mal für die Auslösung der VG und die Bildung der Einheitsgemeinde Langenleuba-Niederhain. Die Ziegelheimer sind zwar ebenfalls für die Auslösung der VG und einen Zusammenschluss. Doch für sie ist auch der Gang nach Nobitz eine Option. Die Göpfersdorfer indes haben bisher auf ihrer Eigenständigkeit beharrt.

"Wenn sich der Aufwand überschaubar gestaltet, sollen doch die drei Gemeinden den Antrag auf die Bildung einer Einheitsgemeinde stellen", so der Göpfersdorfer Bürgermeister Klaus Börngen (Heimatverein). "Ich bin aber Realist genug und gehe deshalb davon aus, dass der nicht mehr genehmigt wird." Für Börngen hätte eine Einheitsgemeinde heute nur noch symbolischen Charakter. "Ich war bereits vor Jahren für einen Zusammenschluss mit Nobitz und habe prophezeit, dass Nobitz sonst mit einem anderen Partner zusammengeht. Und so ist es ja auch gekommen", erklärte Börngen. Seiner Meinung nach gibt es fürs Wieratal nur zwei sinnvolle Möglichkeiten: Mit Windischleuba zusammengehen oder ins große Nobitz fallen.

Eine gemeinsame Beratung aller fünf Gemeinderäte hatte vor Wochen zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt - waren doch die Meinungen zu unterschiedlich. "Viele Gemeinderäte sind eher frustriert nach Hause gegangen", schätzte der Bürgermeister von Langenleuba-Niederhain, Jürgen Schneider (parteilos), ein.

Vor dem 22. September, dem Tag, an dem der Thüringer Landtag das Leitbild zur Gebietsreform beschließen will, wird es wohl aus Erfurt keine Antwort auf die Frage geben, ob sich im Wieratal trotz der geringen Einwohnerzahl doch noch eine Einheitsgemeinde bilden darf. Und auch der vorläufige Fortbestand der VG ohne gewählten Chef ist nach wie vor nicht geregelt. "Auf unsere Anfrage, ob es möglich ist, dass die Hauptamtleiterin und ich als stellvertretender VG-Chef die Geschicke vorübergehend leiten, haben wir am Montag zwar eine Antwort aus dem Thüringer Innenministerium bekommen. Doch die lässt alles offen", so Schneider. "Darin wird uns mitgeteilt, dass die von uns angedachte Lösung eigentlich nur dort anzuwenden ist, wo es einen hauptamtlichen Bürgermeister gibt. Die letzte Entscheidung hat laut Ministerium aber sowieso das Landratsamt."

Der langjährige VG-Vorsitzende Gerd Werner hatte vor seinem Ausscheiden in den Ruhestand an die fünf Gemeinderäte appelliert, sich in der Phase der Freiwilligkeit auf Augenhöhe mit Nobitz zusammenzuschließen. Der dortige Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) hatte in jüngster Zeit mehrfach öffentlich betont, dass die Wierataler mit offenen Armen empfangen würden und einen fairen Umgang zugesagt. Er erklärte, dass er die VG Wieratal keineswegs schlucken wolle.

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 10.09.2015

Marlies Neumann

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