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Ra(h)ndale nach Schulschluss

Ra(h)ndale nach Schulschluss

Der verstärkte Klang der E-Gitarre ist schon von Weitem in den Fluren der Altenburger Freien Grundschule Dr. P. Rahn & Partner zu hören. Und auch, dass hier jemand mit kräftigem Schwung die Lautstärke des Schlagzeugs testet, lässt sich nicht bestreiten.

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Fast vollzählig - die neue Schulband probt zweimal wöchentlich für ihre Auftritte.

Quelle: Mario Jahn

Ein Blick ins Musikzimmer verrät: Einige Mitglieder der neuen Schulband "Rahndale" bereiten sich hier auf die nächste Probe vor. Die Instrumente aufbauen, den Bass an den Verstärker anschließen, sich einspielen und dann geht es unter Leitung von Musiklehrer Ulrich Heidl auch schon los.

 

"Das Schwerste beim Refrain ist eigentlich, Bass und Gitarre zusammenzubringen. Also hören wir erst mal, wie schnell der Bass ist", leitet der Pädagoge das Treffen der Arbeitsgemeinschaft ein. Nach einigen gespielten Takten lässt er den Gitarristen einsteigen, nach und nach kommen die anderen Instrumente hinzu - bis irgendwann die Melodie von "Lady in Black" deutlich zu hören ist. Die Zeilen, die Viertklässlerin Lene singt, erzählen allerdings nicht von der mysteriösen Begegnung mit einer Frau in schwarz, sondern greifen den Beginn eines typischen Schulmorgens auf.

 

Dass sich die Kinder auch in ihrer Musik mit Themen, die sie betreffen, auseinandersetzen, ist Heidl wichtig. Deshalb hat er gemeinsam mit den zehn Grundschülern, die seit Oktober als Band proben, zunächst ein eigenes Lied erarbeitet.

 

"Manchmal" erzählt davon, dass Menschen auch mal Stress haben, sich streiten oder in der Schule mit Druck umgehen müssen. "Das ist nicht unbedingt unser neuer Schulsong, aber er wurde beim Auftritt von den anderen Schülern schon kräftig mitgesungen", erzählt Heidl. Darüber freut sich der Lehrer besonders, weil es anfangs auch kritische Stimmen zu der Idee einer Schulband gab. "Es ist ein Experiment, ganz klar. Einige waren der Ansicht, dass Dritt- und Viertklässler nicht das Grundrepertoire an ihren Instrumenten besitzen, um wirklich in einer Band zu spielen. Aber ich denke: Wir haben das Gegenteil bewiesen."

 

Denn auch wenn die Gruppe erst seit wenigen Monaten existiert und sie gerade an ihrem zweiten Lied probt, gibt es schon einige Erfolge. Beim Neujahrsempfang der Stadt Altenburg traten die Mädchen und Jungen auf. Und "Rahndale" wurde beim Schooljam-Wettbewerb als eine von 120 Bands für einen Live-Auftritt ausgewählt. Immerhin über 1300 Solokünstler und Gruppen hatten sich bei dem deutschlandweiten Ausscheid beworben. "Leider konnten wir aber wegen der Demos nicht nach Leipzig fahren", erzählt der neunjährige Tim, der am Keyboard steht. Traurig ist er nicht, denn für ihn macht es einfach Spaß, in einer Band zu sein. "Man ist nicht allein, sondern spielt gemeinsam", sagt Tim und Schlagzeuger Bertil ergänzt: "Wir können hier bei rockigen Liedern mal so richtig was rauslassen." Und man würde sich untereinander besser kennenlernen, so Bassistin Felicitas.

 

Für Ulrich Heidl ist neben der musikalischen Herausforderung wichtig, dass sich die Kinder in Sachen Sozialkompetenz einiges aus den Proben mitnehmen - zum Beispiel, dass sie füreinander verantwortlich sind und sich gegenseitig etwas beibringen. Denn nicht alle konnten schon vorher ein Instrument spielen. "Neben der Freude und dem Spaß haben die Kinder auch hohe Anforderungen an sich selbst", sagt Heidl. Er hofft, dass auf lange Sicht an der musisch ausgerichteten Schule ein kleines Auftrittsensemble entsteht, neben der Band könnte auch ein Chor daran mitwirken.

Jenifer Hochhaus

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