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Altenburg Radweg über Viadukte im Wieratal soll Mensch und Natur verbinden
Region Altenburg Radweg über Viadukte im Wieratal soll Mensch und Natur verbinden
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09:00 07.09.2016
Das Wiesebach-Viadukt bei Frohnsdorf ist nur eines von sechs Bauwerken, über die der Radweg führen wird. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Langenleuba-Niederhain

Einen Radweg hoch oben über dem Wieratal, auf dem man mit den Enkelkindern eine Radtour unternehmen kann, ohne ständig auf rasende Pedalritter zu achten, das ist die Vision von Günter Lichtenstein. Viele hatten das Projekt längst abgeschrieben und auch Lichtenstein selbst hat manche Höhen und Tiefen im Ringen um den Viaduktradweg durchlebt.

Nun kann das nach wie vor kühne Projekt, auf der ehemaligen Bahnstrecke von Kotteritz noch Narsdorf einen rund 16 Kilometer langen Radweg über die mehr als 110 Jahre alten Viadukte zu schaffen, endlich doch richtig Fahrt aufnehmen. Möglich macht das ein 30-seitiger Kaufvertrag, den die Deutsche Bahn und die Nabu-Stiftung signierten (die OVZ berichtete). Denn erst dieser stellt das Signal für den Verein, der den Schienenstrang und die Viadukte von der Bahn pachten wird, auf Grün. Über die Grundstücke, die nun der Stiftung gehören, erfolgt nämlich der Zugang zum geplanten Radweg. „Wir bringen uns als Verein auch in die Erhaltung und Betreuung der Viadukte ein“, betont Vereinschef Günter Lichtenstein, der in der Vergangenheit nicht müde wurde, sich immer wieder für den Radweg stark zu machen. Als etwas Besonderes hob er hervor, dass die Flächen im Altenburger Land ohne Lücken sind.

Das war eine der Bedingungen, die die Nabu-Stiftung vor dem Kauf der Flächen gestellt hatte. Die hatte sich vor vier Jahren in das Projekt eingeklinkt, nachdem die Anrainerkommunen und der Landkreis ausgestiegen waren. Seitdem liefen die Verhandlungen mit dem Verkehrskonzern. Mehrfach glaubten Nabu und Verein, dass der Kaufvertrag unter Dach und Fach sei. Doch die Bahn bremste die aufgenommene Fahrt mehrfach aus und nahm Veränderungen in dem Papier vor. „Wir mussten viele Details klären und öffentlich rechtliche Interessen wahren“, so Jürgen Stemmler, Leiter des Immobilenmanagements der Bahn. Dabei in ging es zum Beispiel um Flächentausch oder eine Felswand, die wegen baldiger Sicherungsmaßnahmen aus dem Vertrag herausgenommen wurde.

Für die Verfechter des Radweges verkörpert dieser nach seiner Fertigstellung eine Spange zwischen Pleiße-Radweg und Mulde-Radweg. Man ist auch überzeugt davon, dass die Radpiste nicht nur Pedalritter sondern wegen ihrer außergewöhnlichen Streckenführung auch Eisenbahnfans anziehen wird.

Für die Naturschützer, die durch Mike Jessat, Landesvorsitzender des Nabu und Leiter des Mauritianums in den letzten vier Jahr am Werden des Viaduktradweges mitwirkten, soll der Weg zum grünen Band und zum Naturerlebnis werden. „Mit dem Radweg können Mensch und Natur verbunden werden. Denn entlang der Strecken sollen Biotope entstehen“, zeigt sich Jessat euphorisch.

Für den Viaduktradwegverein heißt es jetzt, auf die Suche nach Geldquellen gehen. „Alleine die Abdichtung der Brückenbauwerke kostet uns eine halbe Million Euro. Für den Radweg, dessen erster Abschnitt in zwei Jahren nutzbar sei soll, müssen wir wohl noch einmal so viel aufbringen“, sagt Günter Lichtenstein, der so schnell wie möglich Anträge auf Fördermittel stellen will.

Von Marlies Neumann

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