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Altenburg Ramelow findet beim Landeserntedankfest in Altenburg mahnende Worte
Region Altenburg Ramelow findet beim Landeserntedankfest in Altenburg mahnende Worte
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10:22 12.10.2015
Nach dem Gottesdienst werden die Erntekronen auf den Brüderkirchplatz gebracht. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Bei den Verbrauchern müsse sich die Einsicht durchsetzen, dass gute Preise für gute Waren gezahlt werden. Ramelow bezog sich auf den Präsidenten des Thüringer Bauernverbandes. Helmut Gumpert hatte zuvor die wirtschaftliche Situation der landwirtschaftlichen Betriebe im Freistaat als sehr angespannt bezeichnet. So habe die außergewöhnliche Trockenheit in vielen Landesteilen zu einer schlechten Getreideernte geführt. Ausgenommen sei eigentlich nur das Altenburger Land gewesen, die hiesigen Bauern sollten ganz im Sinne der Veranstaltung deshalb besonders dankbar sein.

Große Sorgen würden den Betrieben zudem die massiv gefallenen Erzeugerpreise bereiten. Das gelte für Obst und Schweinefleisch und vor allem für den Milchpreis. Derzeit bekämen die Viehhalter gerade einmal 25 Cent pro Liter. Das decke die Kosten nicht, von Gewinnen ganz zu schweigen.

Am 10. Oktober war Altenburg Schauplatz des traditionellen Thüringer Landeserntedankfestes.

Für Gumpert sind die Niedrigpreise des Lebensmitteleinzelhandels Zeichen einer fehlenden Anerkennung der Leistung der Landwirtschaft durch die Gesellschaft. "Toleranz und Fairness sind notwendig", sagte Gumpert zu den Bürgern. Schließlich gehe es um nichts Geringeres als die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Und an den Ministerpräsidenten gerichtet forderte er mit Blick auf die Finanznöte zahlreicher Bauern, von der Einführung des geplanten "Wasserpfennigs" abzusehen. Das Thüringer Umweltministerium will ab 2017 eine Wasserentnahmegebühr, umgangssprachlich Wasserpfennig, einführen.

Darüber könne gesprochen werden, nahm Ramelow den Faden auf. "Aber gerade hier im Altenburger Land möchte ich daran erinnern: Das Geld ist für die Finanzierung von Hochwasserschutzmaßnahmen vorgesehen." Die Mittel würden auch für nichts anderes eingesetzt und deshalb auch gar nicht erst in den Haushalt des Landes fließen.

Beide, Ramelow und Gumpert, fanden auch den Dreh, auf das momentan brennendste Thema, die Flüchtlingsproblematik, einzugehen. Die Landwirtschaft in Deutschland werde es problemlos schaffen, auch eine Million Flüchtlinge zu ernähren, erklärte Gumpert. Das könne nicht jedes Land auf der Welt. Aber die Bundesrepublik könne dennoch nicht alle aufnehmen, fügte er an. Ramelow stimmte zu. "Wir sollten aber nicht die Flüchtlinge bekämpfen, sondern die Ursachen der Flucht." Für ihn tragen auch Großkonzerne daran eine wesentliche Mitschuld. Sie kaufen in Afrika weite Teile des Ackerlandes auf, um Monokulturen anzubauen. Die Konzerne verdienten damit viel Geld, entzögen der Bevölkerung aber auf der anderen Seite die Lebensgrundlage. Deshalb müsse global für Gerechtigkeit und Fairness gesorgt werden, und dafür, dass Bauern überall auskömmlich leben können.

Jörg Reuter

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