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Ramelow kommt zum Stabwechsel in der Altenburger Schnapsfabrik

Destillerie Ramelow kommt zum Stabwechsel in der Altenburger Schnapsfabrik

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) war am Sonntag prominentester Gast in der Destille, als der Retter der Altenburger Schnapsfabrik, Dietrich Hueck, die Geschäfte in die Hände seines Nachfolgers, Michael Schenk, legte. Etwa 120 Besucher erlebten einen feierlichen Tag mit vielen Lobesliedern auf den scheidenden Chef, der in Münster zu Hause ist.

Erinnerungsfoto des alten und neuen Schnapsfabrik-Chefs mit linken Politikern.

Quelle: Frank Prenzel

Altenburg. „Wenn die Roten sich den Schwarzgebrannten geben...“, scherzte Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke), als er sich mit dem alten und neuen Chef der Altenburger Destillerie und Liqueurfabrik sowie Ministerin Birgit Klaubert und Landrätin Michaele Sojka (beide Linke) den Fotografen stellte. Und vom Rednerpult aus riet Ramelow den Schnapsproduzenten mit einem Augenzwinkern, doch mal an einem roten Produkt zu arbeiten. Das könne auch schwarz unterlegt sein.

Der Humor kam jedenfalls nicht zu kurz, als am Sonntag in der Destille feierlich eine Ära zu Ende ging. Dietrich Hueck (70), der vor 20 Jahren die Altenburger Schnapsfabrik vor der Insolvenz rettete, übergab die Geschäfte an Michael Schenk (45). Schenk habe das Unternehmen inzwischen gekauft, „er hat die Zügel schon in der Hand und wird die Firma zu neuen Ufern führen“, sagte Hueck. Schenk, der in Hessen geboren wurde und zuletzt seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz hatte, bereitet sich derzeit mit seiner Frau und den vier Kindern auf den Umzug nach Altenburg vor. Der studierte Betriebswirt hatte mit der bei Luzern ansässigen HCFS GmbH die Altenburger Schnapshersteller knapp zwei Jahre lang begleitet und beraten.

Im Mittelpunkt der sonntäglichen Feier mit Geschäftspartnern und vielen prominenten Gästen stand aber Dietrich Hueck. Der Westfale hatte vor 20 Jahren seine Kornbrennerei in Münster aufgegeben, um die 1948 als Volkseigener Betrieb gegründete Likörfabrik in Altenburg zu retten. Seitdem investierte er knapp 18 Millionen Euro in Maschinen und Gebäude und baute das Sortiment auf knapp 150 verschiedene Produkte aus. Die 50 Mitarbeiter schicken heutzutage jährlich 25 bis 30 Millionen Flaschen in 25 Länder weltweit. Hueck und seine Belegschaft können sich mit über 100 goldenen Plaketten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft ebenso schmücken wie mit fünf Ehrenpreisen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Kein Wunder, dass die Redner Hueck in den Himmel hoben. „Der Freistaat ist Ihnen sehr zu Dank verpflichtet“, sagte Ministerpräsident Ramelow, der dem scheidenden Chef das Unikat einer Espresso-Tasse schenkte („Damit Sie morgens kräftige Impulse bekommen.“). Im Alter von 50 Jahren habe Hueck den Betrieb übernommen, mit allen persönlichen Risiken und immer im Glauben an die Produkte, „die den Namen Altenburg in die Welt tragen“. Landrätin Sojka zeichnete den 70-Jährigen mit der Medaille „Dank und Anerkennung des Landkreises“ aus. „Ihrem unternehmerischen Geschick und Riecher ist es zu verdanken, dass das Unternehmen noch heute existiert.“

Der Spirituosenhersteller sei für seine Produkte und Innovation „weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt“, betonte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der zu der Fabrik auch eine ganz persönliche Bindung hat. Sowohl seine Großmutter als auch seine Mutter verdienten in der Likörfabrik ihr Geld. Neben dem Altenburger Klaren als Dauerbrenner sei der Schwarzgebrannte einer der ersten Innovationserfolge gewesen, so der Rathauschef, der auch an das flüssige Skatspiel, den „berühmt-berüchtigten Schnapskalender“ und den Fußballlikör erinnerte.

Wolf lobte zudem Huecks Engagement außerhalb der Fabrikmauern. Er habe nicht nur kulturelle Highlights wie die Altenburger Prinzenraubfestspiele, sondern auch viele kleine Vereine unterstützt. Hueck habe in der Skatstadt aber „noch weitere Spuren hinterlassen“, indem er Immobilien kaufte und sanieren ließ, etwa am Nikolaikirchhof, der wieder „als Kleinod erstrahlt“.

Die Belegschaft schenkte ihrem scheidenden Chef übrigens eine Sonderabfüllung aus dem eigenen Haus, die auch in den Handel kommen soll. Drei kleine Flaschen sind dabei originell ineinander gestapelt – gefüllt mit Hüttensause, Sins Six und Schwarzgebrannten.

Von Frank Prenzel

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