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Altenburg Rarität in Kirchen und Konzertsälen Musikfestival bietet erneut Außergewöhnliches: Sakrale Werke von Duke Ellington in der Schlosskirche
Region Altenburg Rarität in Kirchen und Konzertsälen Musikfestival bietet erneut Außergewöhnliches: Sakrale Werke von Duke Ellington in der Schlosskirche
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21:15 16.08.2012

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Von Manfred Hainich

Duke Ellingtons drei sakrale Konzerte als kirchliche Auftragswerke, entstanden zwischen 1965 und 1973 und nicht in Notenmaterial vorliegend, wurden Anfang der 90er-Jahre von zwei dänischen Musikwissenschaftlern und Komponisten zu einem Werk vereinigt, das sich nun die Musikwelt erobert hat. Formal ist es ein Jazz-Oratorium nach europäischer Tradition mit Orchester, Chor und einer Gesangssolistin. Der Komponist äußerte, sein Werk sei keine Messe, sondern eine anspruchsvolle mehrsätzige Jazz-Suite, "das mit seinem Erfolg meine wildesten Träume übertraf".

Es war für Ellington selbst eine ehrfurchtsvolle Verbeugung vor seinen religiösen Wurzeln: "Jetzt konnte ich endlich öffentlich bekennen, was ich mir bisher auf den Knien nur selber sagen konnte. Jeder betet in seiner eigenen Sprache". Diese religiöse Offenbarung bleibt dem Publikum hierzulande wegen der sprachlichen Barriere verwehrt. Alles, was der Komponist sagen möchte, kann nur über die Musik vermittelt werden. Somit sind für eine erfolgreiche Aufführung exzellente Interpreten notwendig. Diese gab es vorgestern Abend in der Schlosskirche in Form der achtköpfigen Uli-Singer-Bigband aus Leipzig, des zehnköpfigen Mädchenchores Sonora aus Weimar und der chilenischen Sängerin Carla Seder Infante, die ihr Debüt als Solistin im Musikfestival hier schon vor einiger Zeit gab.

Die Bigband unter Leitung des Komponisten und Gitarristen Uli Singer gab der Aufführung den musikalischen Akzent. Mit schönen Klang- und Stimmungswechseln, mit samtweichem bis vitalem Sound wurden die einzelnen Teile der Suite mit musikalischem Leben erfüllt. Da hörte man wunderbare, teils gedämpfte Bläsersätze, wobei ausgezeichnete Instrumentalisten einzelnen Nummern musikalische Glanzlichter aufsetzten.

Als Träger einer humanen und religiösen Botschaft fungiert der Chor, der dies über den musikalischen Ausdruck ins Publikum transportieren muss. Das konnten die gut ausgebildeten jungen Sängerinnen mit Freude und rhythmisch agil umsetzen. Am besten gelang es ihnen in dem Mittelteil mit der ständigen Botschaft "Freedom" (Freiheit). In anderen Teilen blieb die kleine Gruppe etwas blass, bedingt auch durch die Entfernung bis zu den hinteren Publikumsreihen.

Das betraf auch die Sängerin, die ihren Part stimmlich differenziert ausformte. Beim Postieren unmittelbar vor dem Altar ist technische Verstärkung hier unbedingt notwendig. Gleiches geschah auch dem Leiter Uli Singer beim Sprechen. Er bereicherte wegen der Kürze des Ellington-Werkes die Veranstaltung im ersten Teil mit eigenen Gitarren-Kompositionen im Flamenco-Jazz-Stil. Dabei glänzte er mit einem facettenreichen Saitenspiel, das durch Percussion unterstützt wurde. Das war ein interessanter Auftakt des Konzerts.

Die Veranstaltung in der Schlosskirche war zugleich das traditionelle Dankeschön des Festival-Fördervereins an alle Sponsoren. Eingeladen waren deshalb rund 50 Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die von Landrätin Michaele Sojka (Linke) herzlich begrüßt wurden. Außerdem nutzt das Organisatorenteam in jedem Jahr ein Konzert immer zur Pflege der Außenkontakte. Diesmal war Mark J. Powell, der als Generalkonsul die Vereinigten Staaten von Amerika in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vertritt, nach Altenburg gekommen.

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