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Raritäten statt Massenware: Andrang bei Rositzer Sammelbörse

Raritäten statt Massenware: Andrang bei Rositzer Sammelbörse

Sammler sind glückliche Menschen. Diesen Eindruck hatte man gestern Vormittag in Rositz. Der Heimatverein hatte zur 11. Ostthüringer Sammelbörse in das Kulturhaus eingeladen.

Rositz.

65 Sammler breiteten ihre Schätze aus. Ansichtskarten, Briefmarken, Münzen, Notgeld, Skatkarten, Geldscheine, Abzeichen, heimatliche Literatur. Trödel gab es auch, aber nur in homöopathischen Mengen.

 

Die an jedem 1. Mai stattfindende Rositzer Sammelbörse hat sich im Verlauf der letzten zehn Jahre zu einer der größten Tauschbörsen in Ostdeutschland entwickelt. Händler aus Hessen, Bayern, Berlin, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Tschechien und Polen haben seit Jahren ihren Stammplatz im Kulturhaus. "Das Haus ist bis auf den letzten Quadratmeter ausgelastet", sagt der Rositzer Bürgermeister Steffen Stange (parteilos) und freut sich.

 

Eine Stunde nach Eröffnung drängten sich schon 250 Besucher an den Tischen. Sammler sind aber nicht nur glückliche Menschen, sie sind auch Frühaufsteher. Denn sie wissen: Nur wer zeitig kommt, findet die lange gesuchte Ansichtskarte. So war bereits kurz nach 9 Uhr der Stand von Angelika und Klaus Lenz dicht umlagert. Beide kommen vom Berliner Ansichtskartencabinet und sind zum zehnten Mal in Rositz dabei. "Wir haben heute auf einen großen Flohmarkt in Berlin verzichtet, nur damit wir wieder im Altenburger Land sein können", zeigte sich Klaus Lenz begeistert von der Atmosphäre im Kulturhaus. "Altenburg und Dresden sind die besten Sammelgegenden in Deutschland." Und er äußerte sich anerkennend über die liebevolle Vorbereitung der Rositzer Börse durch Heimatverein und Bürgermeister: "Anfang Januar ruft mich Steffen Stange immer an, dann machen wir alles klar."

 

In der Nähe von Klaus Lenz hatte der Altenburger Gerd Matthes einen Stand und zeigte einen Teil seiner Spielkartensammlung. Seit mehreren Jahren ist er in Rositz präsent. Auf die Frage, wie das Geschäft laufe, antwortete er: "Mir geht es hier nicht ums Geschäft, wichtig ist, neue Leute zu treffen."

 

Der Rositzer Heimatverein war auf der Börse auch mit einem Stand vertreten. Ihn betreute Peter Türpisch. Er ist stellvertretender Vereinsvorsitzender und bot ein Sammelsurium alter Sachen an, das er und andere Vereinsmitglieder zur Verfügung stellten. Da gab es Schallplatten, Bücher, ein Schachspiel und die Ballonhupe eines Oldtimers, Münzen, Orden und Abzeichen. Harald Etzold aus Gerstenberg suchte bei ihm eine Schallplatte mit Liedern für Kinder. Türpisch fiel gleich "Komm, wir malen eine Sonne" von Frank Schöbel ein. Die Platte fanden sie zwar nicht, kamen aber ins Gespräch über alte Zeiten, als es den Phonoclub von Amiga und Eterna gab.

 

Gleich fündig im Kulturhaus wurde der Rositzer Karl Heymann. Der Karli vom Altenburger Folkloreensemble zog mit einem Satz Kassetten voller Volksmusik und einem Rasierspiegel unter dem Arm glücklich von dannen: "Die Musik hat mich nur vier Euro gekostet und den Spiegel brauche ich, wenn ich mich schminke, ich trete doch noch als Clown bei Kinderfesten auf."

 

Damit in den vier Stunden Börsenzeit keiner vom Fleische fiel, sorgten in der Küche sechs Frauen des Heimatvereins für Kaffee, Kuchen, belegte Brötchen, Bockwurst und Getränke. "Das strengt an, wir machen es aber gern", sagte Ramona Oehler, "wir sind alle von Anfang an dabei." Waltraud Rossa erinnerte sich: "Bei der ersten Börse 2005 hatten wir ein Blech mit Kuchen gebacken, in diesem Jahr sind es zehn."

Klaus Peschel

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