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Altenburg Rassismus-Debatte in Altenburg – Kritik an Oberbürgermeister Wolf
Region Altenburg Rassismus-Debatte in Altenburg – Kritik an Oberbürgermeister Wolf
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17:03 28.02.2017
Das Landestheater in Altenburg. (Archivfoto)  Quelle: dpa
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Altenburg

Der Streit um den Ansehensverlust Altenburgs durch überregionale Medienberichte wird schärfer. Am Sonntag hatte Oberbürgermeisters Michael Wolf (SPD) Schauspieldirektor Bernhard Stengele vorgeworfen, er würde auf der Suche nach medialer Aufmerksamkeit Altenburg mit „rassistischen Denkweisen“ in Verbindung bringen und dem Image der Stadt schaden.

„Diese Behauptung zielt völlig ins Leere“, erwiderte Kay Kuntze, Generalintendant der  Theater und Philharmonie Thüringen (TPT). Die Gründe der medialen Aufmerksamkeit seien vielmehr in einem Aufruf zum Theater- und Museumsboykott des Bürgerforums Altenburg zu finden. Ebenso dafür verantwortlich sei ein durch die Piraten-Partei Gera veröffentlichter interner Text, der über Ensembleabgänge im Zusammenhang mit fremdenfeindlichen Vorkommnissen informiert. Dass Bernhard Stengele mit seinen Antworten auf die vielen Interviewanfragen der Stadt geschadet haben soll, könne er nicht nachvollziehen, erklärte Kuntze.

Stengele selbst hob in einer ebenso am Dienstag verbreiteten Erklärung die mediale Aufmerksamkeit für Altenburg hervor. Er  freue sich für die Stadt und das  Theater, dass es nach Berichten über verschiedene Produktionen gelungen sei, ein positives überregionales Medienecho zu erzielen,  so in der Zeit, der Süddeutschen Zeitung, im MDR und im Heute-Journal. „Und das nach der negativen Berichterstattung um den Jahreswechsel“, erklärte Stengele.

Den offen ausgetragenen Streit zwischen Theaterleitung und OB Wolf, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der TPT ist,  will der CDU-Stadtratsfraktionschef André Neumann nicht hinnehmen. Angesichts der Kontroverse forderte er eine zeitnahe außerordentliche Aufsichtsratssitzung. „Wenn Aufsichtsratsvorsitzender und Geschäftsführung des selben Unternehmens sich öffentlich mit Erklärungen widersprechen, ist die sogenannte Kacke am Dampfen“, sagte Neumann.

Scharfe Kritik an Wolfs Äußerungen hatte auch Landrätin Michaele Sojka (Linke) geübt und für den Image-Schade das Bürgerforum Altenburg verantwortlich gemacht. Dem widerspricht der Sprecher des Bürgerforums, Andreas Sickmüller. „Den Zusammenhang zu den konstruierten Anfeindungen gegen Schauspieler des Theaters und unserem Boykottaufruf weisen wir entschieden zurück“, erklärte er.  Die von Stengele erhobenen und später von ihm selbst relativierten Fremdenfeindlichkeitsvorhalte und Äußerungen der Landrätin seien eher die Ursache für die entstandene Negativwirkung. Das Bürgerforum agiere nicht gegen Menschen aufgrund deren Herkunft und Hautfarbe. Das Bürgerforum protestiere gegen eine Politik, die  versucht, freiheitliche Grundrechte der Bürger zu beschneiden.

Von Jens Rosenkranz

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