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Rastplatz, Gästehaus, Safran-Gärten: Ideen fürs Dorfleben im Altenburger Land

Leader-Projekte Rastplatz, Gästehaus, Safran-Gärten: Ideen fürs Dorfleben im Altenburger Land

Die Landlust im Altenburger Land bekommt in diesem Jahr wieder neue Facetten. Eine Reihe neuer Projekte sind in Arbeit, die die Dorfkultur bereichern sollen – von Safran-Gärten und Begegnungsstätten über Ferienzimmern auf dem Bauernhof bis hin zum Projekt „Wege zum Mittelalter“, das die Zeit der Staufer in die Gegenwart holt.

Mit Fördermitteln aus der EU-Leaderförderung sollen auch im Altenburger Land zahlreiche Projekte verwirklicht werden.

Quelle: dpa

Posterstein. Die Landlust im Altenburger Land bekommt in diesem Jahr wieder neue Facetten. Eine Reihe neuer Projekte sind in Arbeit, die die Dorfkultur bereichern sollen – von Safran-Gärten und Begegnungsstätten über Ferienzimmern auf dem Bauernhof bis hin zum Projekt „Wege zum Mittelalter“, das die Zeit der Staufer in die Gegenwart holt (OVZ berichtete). Möglich werden soll das durch Finanzspritzen aus der EU-Leaderförderung. Am Montag präsentierten die Akteure zusammen mit der Regionalen Leader-Aktionsgruppe in Posterstein, was an Projektideen in den nächsten Monaten Konturen annehmen soll.

Das aktuell größte Vorhaben im Landkreis, in das voraussichtlich Leader-Mittel fließen, ist der Neubau des Sportlerheims in Ehrenhain. „Wir schaffen damit ein neues Domizil für eine Reihe von Vereinen, vom Schalmeienorchester bis zu den Landfrauen“, sagte Hendrik Läbe (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Nobitz. „Die Gesamtkosten belaufen sich auf geschätzte 1,4 Millionen Euro.“ Wobei auch Mittel aus anderen Fördertöpfen fließen. Die Fuchsbaude, seit Langem in einem baulich problematischen Zustand, soll abgerissen und durch ein modernes Objekt ersetzt werden.

Das kleinste beantragte Leader-Projekt für 2017 kostet „nur“ 18 000 Euro: ein Rastplatz am Thüringenradweg in Schlossig. Auf der Anhöhe zwischen Schmölln und Nöbdenitz wurde vor Monaten bereits ein altes Bahnwärter-Häuschen abgerissen – nun sollen Tische und Bänke, jeweils überdacht, ein Fahrradständer sowie eine Infotafel montiert werden. „Und ein vorhandener Brunnen wird mit einer Schöpfeinrichtung wieder aktiviert“, kündigte der Schmöllner Beigeordnete Klaus Hübschmann an.

Ums Verweilen geht es auch bei dem Dorf- und Kommunikationsplatz im Altenburger Ortsteil Kosma. Das Areal am bereits ausgebauten ehemaligen Gemeindehaus soll gestaltet werden. „Der Platz soll Veranstaltungen dienen, aber auch als Treffpunkt für Anwohner und als Infostelle mit gemeindlichen und touristischen Hinweisen“, schilderte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). Im hinteren Bereich ist ein Grünes Klassenzimmer geplant. Das Bauprojekt, das möglichst ab August Realität werden soll, kostet rund 86 000 Euro.

Noch länger verweilen Gäste wohl künftig in Kertschütz in der Gemeinde Göllnitz. Mirko Gerth, Eigentümer eines dortigen Bauernhofes, will vor Ort eine Ferienunterkunft einrichten. „Ich möchte, dass die Besucher Kontakt zur Landwirtschaft bekommen. Und wenn sie länger bleiben, haben sie Zeit für Ausflüge in die Umgebung“, sagte Gerth. Auf dem Hof, der der Familie seit Generationen gehört, soll zudem eine Photovoltaikanlage entstehen.

Schon fleißig im Gange ist der Ausbau des Herrenhauses auf dem Rittergut Posterstein. Fördermittel aus verschiedenen Quellen werden genutzt, um Wohnungen und eine Hausbrauerei unters Dach zu bringen. Mit Leader-Geldern soll nun ein Fahrstuhl für barrierefreien Zugang installiert werden. Gemeinde und Pächterverein ziehen an einem Strang.

In der Gemeinde Jonaswalde wird das Miteinander ebenfalls groß geschrieben. Kommune und Kirchgemeinde haben gemeinsam die alte Dorfschule in Nischwitz erworben, um das desolate Gebäude nahe der Landesgrenze vor dem endgültigen Verfall zu retten. Die Idee: ein thüringisch-sächsisches Gemeinschaftshaus, nutzbar als Bürgerzentrum, Begegnungsstätte, Vereinsheim und Kirchgemeindehaus.

Einer aus den Augen verlorenen Tradition haben sich Kleingärtner im Landkreis verschrieben. Unter der Überschrift „Safran-Gärten“ soll im Altenburger Südosten der einst in der Region verbreitete Anbau der Gewürzpflanze wieder erblühen. „Dabei geht es nicht zuletzt um neue Impulse für leerstehende Parzellen“, erklärte Regionalverbands-Vorsitzender Wolfgang Preuß. Die Initialzündung gab ein anderes Leader-Projekt: Frank Spieth und Mitstreiter starteten schon 2016 mit dem Safran-Wiederanbau, initiert als „Projekt für eine lebendige Nachbarschaft“ in der Geraer Straße in Altenburg. „Wir haben mit ein paar Beeten begonnen“, erzählte Spieth. „Dieses Jahr wollen wir die Fläche verdreifachen.“

Fortgesetzt werden dieses Jahr zum Beispiel auch der Ausbau des Ex-Kuhstalls auf dem Rittergut Schwanditz zur Schüler-Herberge und die Einrichtung des Kinder- und Familienzentrums Gieba. Diese Vorhaben sind bereits durchfinanziert. Für 2017er Neuprojekte hat das letzte Wort zur Gelderbewilligung das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera.

Von Kay Würker

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