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Altenburg Raupen bedrohen Buchsbaumhecken – Altenburger Mauritianum informiert
Region Altenburg Raupen bedrohen Buchsbaumhecken – Altenburger Mauritianum informiert
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10:33 11.11.2017
Ziemlich unscheinbar, aber immer hungrig ist die Raupe des Buchsbaumzünslers. Quelle: dpa
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Altenburg

Hungrige Raupen sind sprichwörtlich. Wenn Schmetterlingslarven gehäuft auftreten, hinterlassen sie nicht selten einen wahren Kahlschlag. Binnen kurzer Zeit ist jedes bisschen Grün in den nimmersatten Tieren verschwunden. Seit einiger Zeit haben Kohlweißling, Ringelspinner und Co. einen hungrigen Kollegen, nämlich den Buchsbaumzünsler. Wie sein Name schon vermuten lässt, ist dessen Leibspeise das Laub des Buchsbaumes. Damit ist er der Schrecken für alle Heckenliebhaber, Klein- und Stadtgärtner.

„Aber nicht nur für diese. Vor allem in Mittelmeerraum, wo es natürliche Buchswälder gibt, sind die Auswirkungen dramatisch“, sagt Kathrin Worschech, die gemeinsam mit Mike Jessat am 21. November zum Vortrag „Aufregung um den Buchsbaumzünsler – Gärtner fürchten um ihre Buchsbäume“ um 18 Uhr ins Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg einlädt. Der Chef des Hauses und seine Stellvertreterin werden unter anderem das Insekt vorstellen und erklären, woran es erkannt werden kann, welche Option Gärtner haben und wo der Falter inzwischen heimisch ist. „Meines Wissens gibt es ihn nicht im Altenburger Land – und auch in Thüringen dürfte er noch nicht aufgetreten sei“, erklärt Worschech.

Es scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die grünen Raupen des schwarz-weißen Falters auch an den Hecken des Altenburger Landes laben. „Vielleicht berichtet schon an dem Abend des Vortrages jemand von einem Befall hier“, so die Biologin. Wundern würde sie sich offenbar nicht, da sich der Buchsbaumzünsler in den vergangenen Jahren rasant über ganz Europa ausgebreitet hat und auch schon in den meisten anderen Bundesländern zu finden ist. Natürlicherweise sind die Insekten in China zu Hause. Über Buchsbaumimporte und deren Verkauf in Baumärkten landeten die Tiere überall in Europa.

Dazu komme, dass der Buchsbaumzünsler eine ziemlich hohe Reproduktionsrate hat. „Bis zu dreimal im Jahr legen die Falter Eier“, informiert Worschech. Welche Auswirkungen das haben kann, hat sie selbst im Italienurlaub und auf Studienfahrt nach Grenzach-Wyhlen nahe Basel gesehen. „Der Buchsbaumwald dort ist komplett kahl gefressen. Das sieht richtig schlimm aus.“ Auch das als Unesco-Welterbe gelistete Dessau-Wörlitzer Gartenreich leidet gerade massiv unter den Raupen.

Momentan seien die Biologen noch dabei zu beobachten, wie sich die Population verhält. Schließlich wäre es zumindest ungewöhnlich, dass eine Spezies ihre eigene Nahrungsgrundlage vernichtet. Noch wisse man aber zu wenig, erklärt Worschech, um abzuschätzen, wo die Entwicklung hingeht. In China sei zweierlei zu beobachten: Zum einen, dass die Schmetterlingsraupen dort weniger Probleme bereiten als in Europa, aber auch, dass sie im Zweifel auf andere Pflanzen ausweichen können.

Hierzulande kommt erschwerend hinzu, dass Buchsbäume nicht nur von den Insekten heimgesucht werden, sondern seit einigen Jahren auch eine Pilzkrankheit auf dem Vormarsch ist. Cylindrocladium buxicola ruft das Buchsbaum-Triebsterben hervor, durch das die Büsche braun werden. Kommt beides zusammen, Pilz und Raupe, dann haben die Sträucher praktisch keine Überlebenschance, schätzt die stellvertretende Leiterin des Mauritianums ein.

Von Jörg Reuter

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