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Reformationstag: Altenburger Festgottesdienst beschäftigt sich mit Flüchtlingsfrage

Bartholomäikirche Reformationstag: Altenburger Festgottesdienst beschäftigt sich mit Flüchtlingsfrage

Die Reformation ist in der Kirche der vielleicht wichtigste geschichtliche Umschwung. An diesem Festtag gibt es allerorts zahlreiche Gottesdienste - so auch am Sonnabendvormittag in der Bartholomäikirche samt Proklamation der 8. Altenburger These. Neben dem Festgottesdienst wurde auch eine Veranstaltung für Kinder abgehalten, die die Ehrenamtlerin Sabine Räßler leitete.

Rund 100 Gemeindemitglieder besuchen den Festgottesdienst zur Reformation in der Altenburger Bartholomäikirche, bei dem neben Pfarrer Reinhard Kwaschik (Mitte) auch Superintendent Michael Wegner spricht.

Quelle: Nicole Rathge-Scholz

Altenburg. "Ich habe mit den Kindern die Reformation und deren Bedeutung durchgesprochen, unter anderem dass sie der Geburtstag der evangelischen Kirche ist", sagte Räßler. Sie überlegte zusammen mit den Steppkes, welche weiteren wichtigen Feier- und Festtage es im Kirchenjahr gibt, und jeder bastelte individuell für sich eine Geburtstagstorte mit den Feiertagen, zu denen unter anderem der Advent, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Erntedank und der Totensonntag zählen.

"Für mich ist der Reformationstag sehr wichtig, denn seit der Reformation konnten die Menschen nicht mehr veralbert werden. Durch die Übersetzung der Bibel aus dem Lateinischen, waren die Inhalte nun jedem zugänglich und nicht mehr nur dem Adel vorbehalten", erklärte Räßler weiter. "Der Ablasshandel musste abgeschafft werden und viele negativen Sachen für die normalen Bürger fielen weg. Die Kirche ist dadurch auch moderner geworden und war nicht mehr nur den Privilegierten vorbehalten."

Auch für Superintendent Michael Wegner ist der Reformationstag ein wichtiges Datum im Kirchenjahr. "Es ist eine Erinnerung und zugleich Mahnung daran, dass Kirche etwas Lebendiges ist und das wir als Kirche immer nach der Bibel fragen müssen", führte er aus und erklärte, warum er in seiner Predigt das Problem der gerade thematisierten Flüchtlingsströme aufgriff. "Der Riss geht nicht nur durch die Gesellschaft, sondern auch durch die Gemeinden, deshalb sind Glaube und Gespräche sehr wichtig. Denn es gibt nie mehr Kirche als Vorort."

Pfarrer Reinhard Kwaschik fügte hinzu, dass vor acht Jahren das diesjährige Thema "Eine Welt" in der Lutherdekade festgelegt wurde. "Es ist heute mehr denn je Thema, denn nun geht es um die Flüchtlinge. So habe ich auch das Bibelwort Matthäus 25 gesprochen und die Leitthese für dieses Jahr in der Gemeinde ausgegeben: "Ich war ein Fremder, ihr habt mich aufgenommen."

Beide sind sich einig, dass vor allem in diesem Jahr viele Gespräche wichtig sind und die Kirche ein Ort ist, der verbindet. "Wir begrüßen die gute Resonanz zum Festgottesdienst", so Wegner, der sich über die rund 100 Gemeindemitglieder im Kirchenschiff freute. Auch der Posaunenchor unter Leitung von Kreiskantor Philipp Göbel sorgte für eine festliche Stimmung im Gotteshaus. Während das Lied der Reformation gesungen wurde ("Eine feste Burg ist unser Gott"), verabschiedeten sich am Ende des Gottesdienstes Superintendant Michael Wegner und Pfarrer Reinhard Kwaschik mit einem Händedruck persönlich von den Gemeindemitgliedern und luden diese anschließend zum kleinen Imbiss ein.

Die Kollekte kommt diesmal dem Gustav-Adolf-Werk zugute und Pfarrer Kwaschik wies zudem auf das ökumenische Montagsgebet "dona nobis pacem" heute um 18 Uhr in der Brüderkirche hin. Dort werden unter anderem Kerzen für Nächstenliebe und Menschlichkeit angezündet.

Nicole Rathge-Scholz

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