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Altenburg Reichsapfel, Zepter und Lanze sind ab Mai in Roten Spitzen zu sehen
Region Altenburg Reichsapfel, Zepter und Lanze sind ab Mai in Roten Spitzen zu sehen
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00:30 01.03.2018
Romedio Schmitz-Esser, Klaus-Jürgen Kamprad und Christian Horn (v.l.) stellen Reichsapfel, Zepter und Lanze am Montag im Bachsaal vor. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Ohne sie war der Kaiser kein Kaiser. Sie sogenannten Reichskleinodien waren die zentralen Macht-Symbole der Herrscher. Dazu zählten unter anderem Reichsapfel, Zepter und die Heilige Lanze, die heute hochgesichert in der Wiener Hofburg liegen. Aber es gibt Nachbildungen, sogenannte Repliken.

Drei davon wurden am Montag im Altenburger Schloss der Presse vorgestellt und sollen ab Mai in den Roten Spitzen gezeigt werden. Das kündigte Christian Horn, der Direktor des Schloss- und Kulturbetriebes, an. Apfel und Lanze sollen mehr Besucher in die Roten Spitzen locken, so das Kalkül. „Denn in der öffentlichen Wahrnehmung fallen die Wahrzeichen noch immer hinter das Schloss zurück“, räumte Horn ein.

Die Nachbildungen sind in Besitz des Vereins Freunde der Waldburg und wurden bis vor kurzem auch in der Festung im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg ausgestellt. Allerdings noch nicht so lange. Denn Apfel, Lanze und Zepter wurden erst in den Jahren 2007 bis 2009 nachgefertigt – und zwar von der Goldschmiedin Gerdi Glanzner aus Münsterschwarzach in Bayern. Der Verein hatte die Arbeiten aus Einnahmen bei Festen und über Spenden finanziert.

Unter den prominentesten Gegenständen, die aus dem Mittelalter erhalten sind, nimmt die Krone eine zentrale Rolle ein. Im Original wiegt diese neun Kilogramm und kam das letzte Mal bei der Krönung von Joseph II. 1764 in Frankfurt/Main zum Einsatz. Auch eine solche Nachbildung befand sich auf der Waldburg und sollte eigentlich ab Mai ebenso in den Roten Spitzen gezeigt werden. Dazu kommt es aber nicht, weil die Krone sich nicht in Besitz des Vereins Freunde der Waldburg befindet und der Eigentümer sie OVZ-Informationen zufolge nicht verleihen möchte. Eventuell wird sie aber für ein paar Tage ausgeliehen.

Historisch am bedeutsamsten ist die Heilige Lanze, die sich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Angeblich soll sie ein Stück eines Nagels vom Kreuz Christi enthalten. Bis in das 15. Jahrhundert hinein hatten die Reichsinsignien keinen festen Aufbewahrungsort und begleiteten den Herrscher auf seinen Reisen durch das Reich. Es ist möglich, aber nicht nachgewiesen, das Kaiser Friedrich Barbarossa bei seinen Aufenthalten in Altenburg zumindest die Heilige Lanze mit sich führte.

Ihm zu Ehren hatte sich bekanntlich die Barbarossa-Stiftung Altenburg gegründet. Anlässlich ihres dreijährigen Bestehens hatte sie am Montagabend Stifter, Spender und Unterstützer zu einer Festveranstaltung in den Bachsaal eingeladen. Prof. Romedio Schmitz-Esser von der Universität Graz hielt dazu den Festvortrag zum Thema „Von Kronen und Schätzen – die unbekannten Seiten der Reichskleinodien“.

Von Jens Rosenkranz

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