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Reinhard Lakomy und seine lustigen Gesellen feiern ein buntes Fest im ausverkauften Altenburger Landestheater

Reinhard Lakomy und seine lustigen Gesellen feiern ein buntes Fest im ausverkauften Altenburger Landestheater

"Heute bin ich allein, ja auch das muss ab und zu mal sein -" Stopp, stopp, stopp! Das ist doch das total falsche Lied für diesen Beitrag.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Ellen Paul

So auch am Sonnabendnachmittag im bis in den zweiten Rang ausverkauften Altenburger Landestheater. Auf dem Programm steht die 2010 erschienene, nunmehr dritte Scheibe der traumzauberhaften Geschichten und Lieder. "Rosenhuf, das Hochzeitspferd" ist das Kinder- und Familienmusical überschrieben.

Es sind folglich viele neue Blätter gewachsen am Traumzauberbaum. Sie erzählen von Liebe und Freundschaft, vom Glücklichsein, von Eifersüchteleien, von Verständnis, Akzeptanz und vom arge Bauchschmerzen machenden Problem des Nicht-Verpetzen-Wollens. Denn die rosa Liebesglücksbrille von Rosenhuf ist verschwunden. Und jetzt droht die Miezekatzenhochzeit von Rocker-Kater Bielefeld und Prinzessin Odjessa zu platzen. Doch zum Glück gibt es noch die Findefee Antonia ...

Um die Geschichtenlieder und ihre Botschaft unters begeistert mitgehende Publikum zu bringen, bedarf es relativ wenig. Da ist lediglich der Traumzauberbaum, der vorhangähnlich die Bühne in ihrer gesamten Höhe füllt und mit dem Öffnen seiner hinter Riesen-Nussschalen verborgenen Augen Lebendigkeit suggeriert. Und da sind ein Nest, zwei Hocker und Technik. Mehr braucht es nicht, denn das Wichtigste an diesem Nachmittag sind die Akteure.

Im Gegensatz zur CD mit ihrer Zehn-Mann-Besetzung kommt man live mit vier aus: Altmeister Lakomy, der zwei Tage zuvor seinen 66. (!) Geburtstag feierte, die beiden Waldgeister Moosmutzel und Waldwuffel sowie Agga Knack, die freche Traumlaus. Lacky musiziert, singt und mimt herzerfrischend schnoddrig den Erzähler, damit aus vielen kleinen Geschichten eine große wird. Olivia Winter zeigt sich als Moosmutzel kess, komisch und allerliebst. Susi Wiemers Waldwuffel wünscht man sich doch glatt als Freund, trotz seiner mitunter merkwürdigen Weisheiten. Dazu gesellt sich Agga Knack, die Barbara Hellmuth als herrlich rotzige Göre gibt, die allzu gern die Blätter vom Traumzauberbaum oder sogar die rosa Zauberbrille von Rosenhuf zappzarappt.

In ihren knallbunten Kostümen und einer wunderbar kindgerechten, offenen Art erobern sie ihr Publikum im Handumdrehen. Und so lassen sich die Mädchen und Jungen nicht lange bitten, als es ans Mitmachen auf der Bühne geht. Ob beim Luftorchester, beim Hopsetanz, bei der Eisenbahn oder dem abschließenden Remmi-demmi-ramba-zamba - da ist Stimmung in der Bude. Und die Erwachsenen, die an diesem Nachmittag die Karten garantiert nicht nur der Kinder oder Enkel zuliebe erstanden haben, greifen verzückt zu Fotoapparat und Handy, um ihren teils grandios souveränen, teils drolligen und zu Lachsalven animierenden Nachwuchs für die Nachwelt festzuhalten.

Dazwischen immer wieder die Geschichtenlieder mit ihren traumhaft schönen Texten, die Autorin Monika Ehrhardt ihren skurrilen, wunderlichen und poetischen Figuren seit über 30 Jahren auf den Leib schreibt. So lange nämlich sind die ehemalige Tänzerin und der Sänger und Komponist Reinhard Lakomy ein Paar. Mittlerweile gehören insgesamt zwölf Tonträger zur Familie der Geschichtenlieder-Produktionen aus dem Hause Ehrhardt/Lakomy, die millionenfach verkauft wurden. Sie werden poesievoll und musikalisch vielfältig von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen geliebt. Der Traumzauberbaum ist nicht nur die bekannteste aus der Sammlung, sondern er bildet seit nunmehr fast 20 Jahren zugleich den Rahmen für die Bühnenprogramme.

"Ich bin der Traumzauberbaum, mich sieht ein Kind nur im Traum." Klar doch, das wäre der richtige Einstieg für diesen Beitrag gewesen. Wenngleich: Dem Beifall und Jubel zum Schluss der 80-minütigen Veranstaltung nach zu urteilen, dürften in dieser Nacht nicht nur Kinder von diesem wundersamen Gesellen geträumt haben.

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