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Altenburg Reisender Coach sucht Couch für die Nacht
Region Altenburg Reisender Coach sucht Couch für die Nacht
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18:19 11.10.2018
Seine sieben Sachen schnürt der reisende Coach Jens Steinhagen auf sein grünes Rad und tourt so durch Deutschland. Quelle: Pia Siemer
Altenburg

Am Dienstagnachmittag lehnt ein knallgrünes, schwer bepacktes Fahrrad vorm Café Domizil auf dem Altenburger Marktplatz. Der Mann, zu dem es gehört, sitzt trotz des sonnigen Wetters drinnen. Denn an den Steckdosen des Cafés lädt er seine wichtigsten Ressourcen wieder auf – das Smartphone und das Akku seines grünen E-Bikes. Eine außergewöhnliche Idee für eine Reise führte den Kölner Jens Steinhagen an diesem Tag durch Altenburg. Mit dem Rad bereist er ganz Deutschland und bietet seine Dienste als Coach und Mediator gegen eine Couch zur Übernachtung an.

Die Idee kam dem 56-Jährigen vor einigen Jahren, als er über eine Internetplattform von einer kanadischen Familie erfuhr, die mit ihren vier Kindern einen Sommer lang mit dem Fahrrad den Rhein entlang fuhr. Er lud die Familie zu sich nach Köln ein und besuchte sie später auch auf Vancouver Island. In diesem Jahr fand der Vater von zwei Söhnen dann endlich die nötige Zeit für seine Reise, denn beide Kinder sind außer Haus.

Früher arbeitete Steinhagen bei einer großen deutschen Fluggesellschaft. Als diese ihren Sitz verlegte, entschied er, ein sogenanntes Sabbat-Jahr, also ein freies Jahr, einzulegen. Während seine Frau in Köln blieb, sattelte er am 1. September den Drahtesel und radelte los gen Süddeutschland. Insgesamt 100 Familien will er auf seiner Reise coachen und danach bei ihnen couchen.

2000 Kilometer in fünf Wochen hat er bereits geschafft

„Meiner Erfahrung nach lassen sich die Leute leicht drauf ein. Manche Übernachtungsangebote musste ich sogar schon absagen, weil ich so viele bekam“, erzählt Steinhagen. Was genau bei den Coachings passiert, hängt von seinen Gastgebern ab. „Mit Kindern spielen wir oft Spiele. Es können ganz verschiedene Anliegen bei so einem Coaching behandelt werden“, erklärt er. Oft geht es darum, herauszufinden, wo jemand im Leben steht und was derjenige gerne verändern würde.

Die erste Strecke seines Weges führte ihn über Wiesbaden und Speyer bis ins französische Elsass. Danach durchkreuzte er ein Stück der Schweiz und fuhr über Österreich, den bayrischen Wald und die Oberpfalz bis nach Mitteldeutschland. Bereits 2000 Kilometer hat er so hinter sich gebracht. „An manchen Tagen fahre ich 5 Kilometer, an anderen sind es 95“, erzählt der Kölner.

Bis Weihnachten will der radelnde Coach wieder zu Hause sein

In Altenburg legte er nur einen kurzen Zwischenstopp auf seinem Weg vom Vogtland nach Markkleeberg ein. Besonders gut gefallen habe ihm der Marktplatz. Bevor er weiter in Richtung Sachsen radelte, guckte er sich noch kurz das Residenzschloss an. Nach der Übernachtung im Süden von Leipzig geht es für den radelnden Coach weiter über Berlin bis an die Ostseeküste, durch Nordfriesland und Teile Niedersachsens bis in die Niederlande. Bis zum vierten Advent will der Familienvater aber wieder in Köln auf der eigenen Couch sitzen. „Notfalls nehme ich dann auch den Zug nach Hause“, sagt er.

Von Pia Siemer

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