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Altenburg Reizthema Sperrmüll: Eiszeit zwischen Stadt und Landkreis Altenburg
Region Altenburg Reizthema Sperrmüll: Eiszeit zwischen Stadt und Landkreis Altenburg
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00:17 29.10.2016
Sorgt für Streit: Illegaler Sperrmüll. Quelle: Tatjana Kulpa
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Altenburg

Sperr- und illegal abgelegter Müll in Verbindung mit der Flüchtlingsunterbringung – das sind Reizthemen, die gerade für Eiszeit zwischen der Stadt Altenburg und dem Landkreis sorgen. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich auch der Werkausschuss des Kreistages mit der Problematik. Schließlich fällt die Müllentsorgung in die Zuständigkeit des Ausschusses. Insofern stand die Frage im Raum, welche Verantwortung die Abfallwirtschaft des Kreises trägt.

Eigentlich gar keine. So lassen sich die Aussagen von Andrea Gerth, Chefin des Dienstleistungsbetriebes Abfallwirtschaft, zusammenfassen. Technokratisch betrachtet trägt beispielsweise für illegal abgelegten Müll, wenn der Verursacher nicht ermittel werden kann, am Ende der Grundstückseigentümer die Verantwortung. Das heißt, wenn es sich um kommunale Flächen handelt, bleibt die Entsorgung bei der Stadt hängen. Es sei zwar nicht so, dass die Entsorger stur wegsehen. „Aber wir können uns nicht des gesamten illegalen Mülls annehmen. Dafür haben wir nicht das Budget“, erklärt Gerth.

Politisch sicher eine schwieriges Ergebnis, sollte der Müll, etwa in Altenburg Nord oder Südost, tatsächlich von den Flüchtlingen stammen, für deren Unterbringung der Kreis zuständig ist. Und schon ist Gerth beim nächste Problem. Denn in aller Regel ist die Quelle des illegalen Mülls nur schwer zu finden. Was die Ausschussmitglieder bestätigten. Einhelligkeit herrschte auch bezüglich der Feststellung, dass es die Probleme mit Sperrmüll oder illegal weggeworfenen Müll nicht erst gibt, seitdem Flüchtlinge in Größenordnungen in den Plattenbausiedlungen Altenburgs untergebracht sind. Was aber nicht bedeutet, dass sie keinen Einfluss haben.

Dennoch – Gerth präsentiert die Fotos der Stadt Altenburg, die die Müllsituation in Nord belegen sollen – im Großen und Ganzen sei der Sperrmüll auf den Bildern korrekt abgestellt. „Aber wir haben auch schon seit mehr als 20 Jahren dort mit dem Sperrmüll Sorgen“, erklärt die Chefin der Abfallwirtschaft. Denn der wird in Altenburg auf Bestellung abgeholt. Der Entsorger hat dann dafür zehn Tage Zeit. Was nicht selten nach sich zieht, dass der Sperrmüll tagelang auf der Straße steht. Ähnliches gilt für Elektrogeräte. Dies führe wiederum häufig dazu, dass die Müllberge in die Breite oder Höhe wachsen.

Außerdem kommt es so oft vor, dass Müll dazugestellt wird, der vom Entsorger nicht mitgenommen wird. Gerth erzählt von einem E-Herd, der abgeholt werden sollten, zu dem sich über Nacht ein Sofa gesellte, das der Entsorger aber nicht mitnahm, woraufhin großes Theater folgte, da niemand für die Couch verantwortlich war. Alternativen gebe es aber keine. Der Entsorger brauche einige Tage Spielraum, um Sammelrunden zu planen, damit die Müllgebühren nicht aus dem Ruder laufen. Insofern bleibe nur an Bürger zu appellieren, den Müll, erst kurz vor Abholung auf die Straße zu stellen. In den großen Wohngebieten in Altenburg falle zudem fast täglich Sperrmüll an. Im Kreis waren es 2015 insgesamt 37 000 Tonnen .

Dass die Flüchtlinge für das Sperrmüllproblem allein verantwortlich sind, bezweifelte Wolfgang Schleicher. „Wo sollen sie den Sperrmüll her haben?, die haben doch nichts“, so das Ausschussmitglied. Er selbst hat in seiner Immobile am Stadtrand von Altenburg Flüchtlinge untergebracht. Die spartanische Einrichtung gebe kaum Sperrmüll her, weiß er. Aber auch, dass es rund um das Haus nicht piksauber ist. Was auch ein Einladung für alle die sein kann, die Stimmung gegen Flüchtlinge machen wollen. Auch das müsse erwogen werden, waren sich der Ausschuss einig.

Von Jörg Reuter

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