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Altenburg Altenburg-Geraer Theater verzeichnet 2017 erstmals über 150.000 Besucher
Region Altenburg Altenburg-Geraer Theater verzeichnet 2017 erstmals über 150.000 Besucher
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09:47 16.01.2018
Zu den viel beachteten Inszenierungen des Altenburg-Geraer Theaters im Jahr 2017 zählt auch „Sunset Boulevard“ mit Angelika Milster in der Hauptrolle. Quelle: © Sabina Sabovic
Gera

Alles neu macht nicht nur der Mai, sondern mitunter auch ein neues Jahr: Weil bei den Spielzeit-Pressekonferenzen alljährlich im April der Fokus der Berichterstattung – verständlicherweise – eindeutig auf den Neuheiten liegt, lud die Leitung des Altenburg-Geraer Theaters am Montag erstmals zu einer Extra-Bilanzpressekonferenz nach Gera ein.

Und die Verantwortlichen von Thüringens einzigem Fünf-Sparten-Haus taten gut daran, denn es gibt tatsächlich jede Menge auf der Habenseite zu vermelden. Das Wichtigste: 2017 wurde erstmals die 150 000-Besucher-Marke geknackt. Bei einem Plus von 5700 seien im vergangenen Jahr insgesamt 150 300 Besucher bei den Konzerten, Aufführungen und anderen Angeboten gezählt worden, bilanzierte der kaufmännische Geschäftsführer Volker Arnold. „Wir haben damit eine Schallmauer durchbrochen“, freute sich Intendant Kay Kuntze, zumal dies kein Ausreißer, sondern Ausdruck einer kontinuierlichen Entwicklung sei.

Die Auslastung beider Häuser lag 2017 bei 78,6 Prozent, so Arnold weiter, und damit um zwei Prozentpunkte höher als 2016. Und das, obwohl die Zahl der Veranstaltungen von 929 im Jahr 2016 auf 905 im vergangenen Jahr aufgrund des im Haustarifvertrag verankerten Freizeitausgleichs habe reduziert werden müssen. Auch ein Einnahmeplus konnte der kaufmännische Direktor vermelden. Es stieg von 1,72 auf 1,97 Millionen Euro.

Doch nicht nur wirtschaftlich, sondern auch künstlerisch ist für das Altenburg-Geraer Theater ein äußerst erfolgreiches Jahr zu Ende gegangen. Das Theater darf sich über zahlreiche Auszeichnungen, vielbeachtete Premieren und Konzerte, Rundfunkübertragungen und CD-Veröffentlichungen freuen. „Und das, nachdem 2017 alles andere als erfreulich begonnen hatte“, erinnerte Kuntze an das „Dauerfeuer der medialen Berichterstattung“ nach dem Aufruf zum Theaterboykott durch das Bürgerforum Altenburg und fremdenfeindliche Äußerungen gegenüber Künstlern. „Doch es wurde das erfolgreichste Jahr meiner Amtszeit.“

Und dies nicht zuletzt durch die Vielzahl von Preisen, allen voran die Verleihung des Theaterpreises des Bundes, wie Chefdramaturg Felix Eckerle zusammenfasste. Theater&Philharmonie Thüringen ist zudem Sieger in der Kritiker-Umfrage der Theaterfachzeitschrift „Die deutsche Bühne“ in der Kategorie „Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits der großen Theaterzentren“, der Schauspieler Ouelgo Téné wurde für seine Rolle als Hauptmann von Köpenick für den Faust-Preis und die Besucher von der Musikzeitschrift Concerti als „Publikum des Jahres“ nominiert.

Zu den herausragenden Premieren des Jahres 2017 zählen laut Eckerle im Musiktheater die Opernwiederentdeckung „Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße“. Die dazu erschienene CD wurde in der Fachzeitschrift Opernwelt mehrfach als beste Neueinspielung benannt. Ein großer Publikumserfolg sei zum Saisonausklang 2016/2017 der Musical-Sommer und zu Beginn der aktuellen Spielzeit die Premiere von „Sunset Boulevard“ mit Angelika Milster gewesen – beides in Altenburg. Zu den Erfolgsproduktionen des Schauspiels gehöre die Uraufführung „Vom Gefühl her: Fuck u!“. Das Auftragswerk des renommierten Dramatikers Dirk Laucke zum Thema Drogenmissbrauch wurde bereits über 30 Mal mal gespielt. Nicht zu vergessen Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ und die internationale, von der Bundeskulturstiftung geförderte Produktion „Cohn Bucky Levy“. Beides erfreute sich großer überregionaler Beachtung.

Aber auch das Philharmonische Orchester, Puppentheater und Ballett – allein die Festwoche des Thüringer Staatsballetts Anfang 2017 war zu 98 Prozent ausgelastet – machten von sich reden.

2018 darf sich das Publikum erneut auf spannende Premieren, Vorstellungen und Konzerte freuen. So ermöglicht die Aufnahme der Konzertsparte in das Programm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ des Staatsministeriums für Kultur in den kommenden beiden Jahren künstlerische Begegnungen mit den Musiklandschaften Ungarns und Rumäniens. Die Fördersumme für das Projekt „Zukunftsmusik ostwärts“ beträgt stolze 250 000 Euro. Ohnehin will das Theater, so Kuntze, künftig den Fokus etwas verschieben und mehr auf Europa richten.

Von Ellen Paul

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