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Altenburg Reliefs kehren in Altenburger Schlosskirche zurück
Region Altenburg Reliefs kehren in Altenburger Schlosskirche zurück
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09:01 14.07.2015
Mario Gawlick und Leonard Fritsch setzen eines der vier Reliefs in der Schlosskirche an seinen angestammten Platz. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Leonard Fritsch und Mario Gawlik sind ganz besonders vorsichtig. Schließlich hat das Kunstwerk in ihren Händen bereits gute 370 Jahre auf dem Buckel. Es ist eine von insgesamt vier Relieftafeln, die im Zuge der barocken Umgestaltung der Altenburger Schlosskirche zwischen 1644 und 1649 in den Betstühlen installiert wurden – und die nun eine dringend nötige Frischzellenkur erhalten haben.

Erste Erfahrungen für Nachwuchsrestauratoren

Knapp über ein Jahr, so Schlossmuseums-Leiter Uwe Strömsdörfer am Dienstag in der Schlosskirche, hätten die Ausbesserungen an den Kunstwerken in Anspruch genommen. Durchgeführt wurden die Arbeiten im Rahmen des seit 2017 bestehenden Altenburger Praxisjahrs für Restauratoren vom letzt- und diesjährigen Jahrgang.

Ziel der bundesweiten Kooperation der Restauratoren-Partnergesellschaft „pons asini“, des Restaurierungsateliers Johannes Schaefer, des Schloss- und Kulturbetriebs Residenzschloss Altenburg, des Lindenau-Museums Altenburg und des Restaurierungsateliers Oliver Tietze in Leipzig ist es, Nachwuchsrestauratoren erste praktische Fertigkeiten in ihrem künftigen Berufsfeld nahe zu bringen.

Intensive Beschäftigung mit den Objekten

„Wir haben mit den Praktikanten so gearbeitet, wie es ein Restaurator in seiner täglichen Arbeit tut“, konnte Profi Johannes Schaefer berichten. Vor der praktischen Arbeit sei es vor allem um die wissenschaftlich-fachliche Annäherung an die Reliefs gegangen. „Mit was für einem Objekt habe ich es zu tun, wie und wann ist es entstanden, woher kommt es? All solche Fragen mussten beantwortet werden.“

Neben gängigen Werkzeugen musste der Nachwuchs entsprechend auch Bücher wälzen, um die Herstellungsgeschichte der Werke aufzuarbeiten. Auch erste Schäden wollten passend dokumentiert werden, ebenso die bisherigen Arbeiten für die Übergabe an den folgenden Jahrgang.

10 000 Euro Gesamtkosten schaffen bleibende Werte

Eine Herangehensweise, die bei den künftigen Restauratoren gut ankam. „Es war ein schönes Projekt und es ist gut, dass wir es nun zu Ende bringen konnten“, blickte etwa Leonard Fritsch auf die bisherigen Arbeiten zurück. „Und es war dabei stets interessant", so der 24-Jährige. Zwar bliebe noch einiges an Zeit, sich für eine bestimmte Fachrichtung fürs anschließende Studium zu entscheiden. Erste Schritte seien allerdings mit dem Projekt getan.

Insgesamt 10 000 Euro, so Uwe Strömsdörfer, hätten die Arbeiten an den vier Reliefs verschlungen. Gut angelegtes Geld, wie er findet. „Hier sind bleibende Werte geschaffen worden." Mit Abschluss der Arbeiten ist zudem ein weiterer großer Schritt bei der Restaurierung der Schlosskirche geschafft. Im kommenden Jahr soll im letzten Abschnitt die Fürstengruft fertig gestellt werden. Dann wären die bereits 1974 mit der Trost-Orgel begonnen Arbeiten im wesentlichen abgeschlossen.

Von Bastian Fischer

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