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Altenburg Remsaer Firma installiert seit 25 Jahren Blitzschutzanlagen
Region Altenburg Remsaer Firma installiert seit 25 Jahren Blitzschutzanlagen
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05:00 26.08.2016
Ein imposanter Blitz zuckt aus dem Abendhimmel. Der Bau von Anlagen, die vor derlei Naturgewalten schützen, ist für Blitzschutzanlagen-Bauer André Strobel seit 25 Jahren täglich Brot. Quelle: dpa
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Remsa

Sommerzeit ist Gewitterzeit. Doch dies ist nicht unbedingt der Grund, warum derzeit Hochsaison beim Blitzschutzanlagen-Bauer André Strobel ist. Zwar würden Blitz und Donner regelmäßig dazu führen, dass besorgte Bürger, Firmen oder Institutionen in seinem Betrieb anrufen und Aufträge auslösen. Gerade haben die vier Monteure plus Chef und zwei Bürokräfte aber vor allem deshalb alle Hände voll zu tun, weil naturgemäß in der warmen Jahreszeit mehr gebaut wird als im Winter. Und das wirkt sich auch auf die Auftragslage in Strobels Unternehmen aus.

Seit nunmehr 25 Jahren installiert die Remsaer Firma Blitzableitersysteme. Hervorgegangen ist sie aus der sogenannten Zwischengenossenschaftlichen Bauorganisation (ZBO) in Remsa. Zu DDR-Zeiten organisierten die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) ihre Betriebshandwerker in den ZBO. Auf diese Weise teilten sich mehrere LPG Bauarbeiter und Maschinenpark. „Mein Onkel hat 1991 dann die Blitzableitersparte herausgetrennt und die GmbH gegründet“, erzählt der heutige geschäftsführende Gesellschafter des Familienbetriebs.

Auftraggeber seien heute vor allem staatliche Stellen und die Wirtschaft. „Eigenheime machen wir nur selten. Wenn wir im Jahr auf zehn Eigenheimen Blitzableiter anbringen, ist das viel.“ Grund für das Ungleichgewicht sei vor allem eine Art von Sorglosigkeit. Dabei hat sich an den bekannten Gefahren, die mit der elektrischen Entladung in der Atmosphäre einhergehen, nichts geändert. Blitzableiter sind nach wie vor notwendig, nicht für umsonst sind sie für öffentliche Gebäude und Industrieanlagen vorgeschrieben, auch wenn es, wie der Firmenchef betont, keinen 100-prozentigen Schutz gibt.

Wie ein Blitz eingefangen und abgeleitet wird, daran hat sich nicht viel geändert. Weder in den 25 Jahren seit Betriebsgründung noch in einem längeren darüber hinausgehenden Zeitraum, meint Strobel. Im Grunde funktioniert das Prinzip noch genau so, wie es Benjamin Franklin Mitte des 18. Jahrhunderts erfunden hat. Ein oder mehrere dicke Metall-Drähte „locken“ an der höchsten Stelle eines Gebäudes die Blitze an. Der Strom fließt dann in einen Ringanker, der um das Gebäude unterhalb des Daches gelegt ist, von da weiter in Leitungen, die ihn an der Außenhaut nach unten etwa 80 Zentimeter tief in die Erde führen, wo der Strom schließlich abgeleitet wird. Doch der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail, festgeschrieben in Deutschland in zahlreichen Vorschriften und Normen.

„Diesbezüglich hat sich unsere Arbeit in den vergangenen 25 Jahren durchaus verändert“, so Strobel, der seit zehn Jahren den Betrieb leitet. Dazu kommen Biogasanlagen und Solarzellen auf Dächern, die inzwischen ganz neue Herausforderungen für die Blitzschutzbauer darstellen. „Ist beispielsweise eine Fotovoltaikanlage auf einem Dach installiert, müssen wir den Blitzschutz so anbringen, dass der Strom bei einem Einschlag nicht überspringen kann, auch wenn manchmal kaum Platz für die vorgeschriebenen und nötigen Abstände ist“, plaudert der 44-Jährige aus dem Berufsalltag. Andernfalls kann es passieren, das ein bis zu 400 000 Ampere starker Blitz per Lichtbogen in die Anlage fährt.

Gleich geblieben seit den Anfangstagen ist, dass Blitzableiterbauer schwindelfrei seien müssen. 20 Meter geht es oft nach oben. Bei Kirchtürmen oder auch beim Altenburger Schloss, um dessen Blitzschutz sich Strobels Firma seit Jahren kümmert, geht es sogar noch höher hinaus. Weit oben arbeiten seine Leute auch gerade beim Installieren der Blitzschutzanlagen über den Tribünen der neuen Stadien in Aue und Zwickau. „Eine der verrücktesten Anfragen war, als wir gebeten wurden, den Blitzschutz an einem finnischen Atomkraftwerk zu bauen“, erzählt Strobel durchaus stolz. Dennoch hat er damals abgelehnt, weil die Manpower in seinem kleinen Betrieb dafür fehlte.

Auch ohne den Finnlanddeal verbringen er und seine Monteure viel Zeit im Auto. Aufträge bekommt die Firma zu großen Teilen aus Sachsen. „Ich habe manchmal das Gefühl, in Thüringen wird viel weniger investiert“, meint Strobel. Und so ist er hauptsächlich im Raum Chemnitz und Leipzig tätig. In der Messestadt zeichnete Strobel beispielsweise für den Blitzschutz des Gondwanalandes im Zoo verantwortlich.

Von Jörg Reuter

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