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Altenburg Renaissance statt Barock
Region Altenburg Renaissance statt Barock
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19:23 23.10.2013
Schon weit fortgeschritten sind die Arbeiten zur denkmalgerechten Instandsetzung des Hauptgebäudes des ehemaligen Hofgärtnerwohnhauses am Altenburger Schlossberg. Quelle: Ronny Seifarth

Bereits zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals nutzten 1300 Schaulustige die Möglichkeit zur Besichtigung des sonst nicht zugänglichen ehemaligen Hofgärtnerwohnhauses am Schlossberg. Der neue Eigentümer hatte sich spontan bereit erklärt, an diesem Tag sein Haus zu öffnen.

Inzwischen gehen die Arbeiten zur denkmalgerechten Instandsetzung des Hauptgebäudes zügig voran und aus dem bisher unbeachteten grauen Haus wird zunehmend ein Blickfang auf dem Weg zum Schloss. Aber nicht nur optisch, sondern auch bau- und stadtgeschichtlich birgt das Hofgärtnerwohnhaus bisher unerwartete Über- raschungen in sich.

Wie das Rathaus gestern informierte, war zur Überprüfung der Denkmaleigenschaft des Gebäudes und zur Vorbereitung der Instandsetzungsarbeiten bereits zu Beginn dieses Jahres eine baugeschichtliche, dendrochronologische Untersuchung des Bestandes durchgeführt worden. Die dazu im Dachstuhl entnommenen Holzproben wurden im Dendrolabor der Universität Bamberg ausgewertet. Und die in Abstimmung zwischen der Altenburger Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie abgestimmte Untersuchung ergab erstaunliche und bisher unerwartete Erkenntnisse zum Baualter und zur Baugeschichte des Gebäudes.

"Hatte man bisher angenommen, dass das Hofgärtnerwohnhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert und damit aus der Barockzeit stammt, muss diese Annahme nun erheblich korrigiert werden. Nach den vorliegenden neuen Erkenntnissen wurde das Hofgärtner- wohnhaus bereits im Frühjahr des Jahres 1600 und damit noch zur Zeit der Renaissance als frei stehendes Gebäude errichtet", berichtete der Chef der Unteren Denkmalschutzbehörde, Jürgen Fröhlich.

Im Dach des heutigen westlichen Hauptgebäudes haben sich noch wesentliche Bestandteile des mehr als 300 Jahre alten Dachwerkes und große Teile der mit Schmuckfachwerk verzierten südlichen Giebelwand aus der Renaissancezeit erhalten. Die Ergebnisse der Holzproben am östlichen Gebäudeteil haben dagegen als Datierung das Jahr 1730 ergeben.

In Auswertung der Holzproben und im Ergebnis der gefügekundlichen Befunde wird angenommen, dass das im Jahre 1600 erbaute Hofgärtnerwohnhaus um 1730 während einer umfangreichen Umbaumaßnahme nach Osten erweitert und insgesamt barock überformt wurde, heißt es in einer Pressemitteilung des Rathauses.

Nach einvernehmlicher Abstimmung zwischen dem privaten Bauherrn und der Unteren Denkmalschutzbehörde besteht das denkmalpflegerische Ziel der derzeitigen Instandsetzungsarbeiten in der Erhaltung und Teilrekonstruktion des barocken Erscheinungsbildes des Hauses aus der Zeit um 1730. Die am östlichen Teil des Ostflügels vorgenommenen Umbaumaßnahme aus der Mitte des 20. Jahrhunderts sollen dabei berücksichtigt werden, informierte die Stadtverwaltung.

Günter Neumann

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