Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg René Ludewig und Goulash Music sorgen für Stimmung auf der Tanzfläche
Region Altenburg René Ludewig und Goulash Music sorgen für Stimmung auf der Tanzfläche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:28 09.02.2019
Auch in Leipzig legt René Ludewig regelmäßig auf, wie etwa hier im "Chocolate“. Quelle: Bastian Fischer
Altenburg

René Ludewig sitzt auf seinem Barhocker und nippt entspannt an seinem Getränk. Noch ist das Leipziger „Chocolate“ wenig gefüllt, nur vereinzelte Gäste lassen sich an den Tischen der Bar im Barfußgässchen ihre Drinks schmecken. Ludewig selbst genießt die Ruhe. Gleich beginnt hier sein Arbeitsabend.

Menschenkenntnis ist wichtig

Was genau ihn erwartet, weiß Ludewig indes noch nicht. „Bis kurz vor dem Auftritt weiß ich nicht, was ich spielen werde. Das ist jedes Mal anders“, erklärt er. Ludewig muss es wissen: Seit Jahren ist er als DJ unter dem Künstlernamen „Rene E-Dul“ tätig, legt sowohl auf großen Veranstaltungen wie dem Liquid Sunday auf, sorgt aber auch an entspannten Lounge-Abenden wie jenem im „Chocolate“ für die passende Untermalung.

„Das wichtigste ist, die Leute lesen zu können und so lange wie möglich zu halten. Man benötigt gute Menschenkenntnis“, weiß er. Zwar ist ihm vom Veranstalter ein grober Korridor vorgegeben, etwa entspannte elektronische Musik oder auch härterer Techno. Innerhalb dieses Feldes kann er sich jedoch frei bewegen und auf die jeweilige Stimmung eingehen.

Handarbeit ist das A und O

Bereits seit er zwölf ist, ist die Liebe zur elektronischen Musik und die Faszination fürs Auflegen in ihm gewachsen. „Das fing ganz klassisch mit Teenie-Discos an. Später war ich dann oft etwa im Altenburger Colosseum zu Gast“, blickt er zurück. Eines Abends habe er den DJ gefragt, ob er auch eine mitgebrachte Platte spielen könne. „Ich wurde dann ein wenig in die Technik eingewiesen und habe in dem Bereich als Aushilfe gearbeitet, habe immer mehr ausprobiert. Irgendwann kam dann mal der eigentliche DJ zu spät – und ich habe einfach mit dem Auflegen angefangen.“

Sein Handwerk hat sich Ludewig über die Jahre selbst beigebracht. Und auf eben dieses legt der 39-Jährige großen Wert. „Die Herausforderung besteht darin, Lieder so gekonnt ineinander zu mischen, dass am Ende der Abend aus einem einzigen Stück zu bestehen scheint“, versucht er die Arbeit eines DJs in Worte zu fassen. „Der Hörer darf dabei im besten Fall gar nicht merken, dass das Lied wechselt.“

Gerade zu Beginn war dabei viel Handarbeit gefragt, galt es, an den beiden Plattenspielern auf exaktes Timing und gutes Gehör zu achten. „Mittlerweile ist die Technik so weit, dass fast alles automatisch passieren kann.“ Bei Ludewig jedoch, das betont er ausdrücklich, bleiben derlei Hilfsmittel außen vor. „Ein DJ-Set braucht Seele, das Menschliche und, ja, auch das Fehlbare muss erkennbar bleiben.“

25 Musiker unter einem Label

Diesen Anspruch stellt Ludewig auch an die DJs, die unter dem von ihm und einigen Mitstreitern ins Leben gerufenen Label „Goulash Music“ organisiert sind. Immerhin 25 Musiker sind im Portfolio vertreten. Bekannte Namen der regionalen Szene wie Roman Wilkens oder Eric Woodz finden sich ebenso darunter wie hoffnungsvolle Nachwuchstalente. Über die vergangenen Jahre ist so ein fein geknüpftes Netzwerk entstanden, das jungen DJs ebenso Auftrittsmöglichkeiten und vor allem Erfahrungsgewinn verspricht, wie den alten Hasen.

Damit treibt Ludewig den Gedanken voran, aus dem heraus Goulash Music entstanden ist. „Bei einer Liquid-Sunday-Veranstaltung war ich für die Newcomer-Bühne zuständig. Dabei bin ich mit Hannes Palmowski, einem DJ aus Saalfeld, in Kontakt gekommen – und wir beide haben festgestellt, dass wir jeweils in unserem Umkreis sehr bekannt sind, aber noch nie voneinander gehört hatten“, beschreibt er das Erlebnis. Schnell war man sich einig, sich zu unterstützen, gegenseitige Gastspiele wurden geplant und der Grundstein für Goulash Music war gelegt.

Sein Handwerk hat sich René Ludewig selbst beigebracht. Quelle: Bastian Fischer

Deutlich größer als die Region

Seit 2015 ist die so geschaffene Community auch als Firma registriert. Der Hauptsitz, so der gebürtige Altenburger, ist in Leipzig verortet, Büroräume und Lager indes nach wie vor in der Skatstadt beheimatet. „Wir haben in Altenburg angefangen und wollen auch weiter in der Region präsent sein, aber natürlich auch wachsen“, erklärt Ludewig die Aufteilung. Allerdings, das betont er im gleichen Atemzug, wolle man auch nicht zu schnell zu groß werden, sondern sich lieber langsam und nachhaltig entwickeln. Entsprechend wird bei der Suche nach neuen Gesichtern nicht primär auf all zu große Namen geachtet. „Neben der technischen Qualität muss es vor allem menschlich passen“, umreißt er seine Ansprüche.

Der Zuspruch jedenfalls gibt Ludewig und seinen Mitstreitern recht: Im Altenburger Land und dem mitteldeutschen Raum sind sie sowohl als Veranstalter wie auch als Gast-DJs auf Veranstaltungen präsent, sorgen etwa in der Alwo in Nobitz, der Altenburger Music Hall oder dem Lokschuppen in Meuselwitz für gute Stimmung und volle Tanzflächen. Und auch international hat Goulash Music schon die Visitenkarte abgegeben, erst Anfang des Jahres stand Ludewig selbst beim Rave on Snow im österreichischen Saalbach an den Plattentellern. Eine Mischung, die Ludewig auch in Zukunft beibehalten möchte. „Wenn man nur in der Region bleibt, spielt man sich irgendwann tot“, ist er überzeugt.

Nächste Fete steigt im Lokschuppen

Eine der nächsten Chancen, einige der Goulash-Music-DJs zu erleben, bietet sich am 23. März im Lokschuppen Meuselwitz. Ab 21 Uhr steigt dort die vierte Auflage der „One More Time“-Party.

Tickets zu 8 Euro plus Gebühr sind im Vorverkauf in der Tourismusinformation Altenburger Land am Markt 10 in Altenburg erhältlich, Restkarten an der Abendkasse.

Von Bastian Fischer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Thomas Peter ist seit Anfang des Jahres als zweiter Pflegeberater bei der IKK classic tätig und unterstützt vor allem Versicherte und Angehörige im Altenburger Land. Die Krankenkasse betreut mit über 200 Menschen rund fünf Prozent der Pflegebedürftigen im Altenburger Land.

09.02.2019
Altenburg Lödla hat finanzielles Tal überwunden - Abwasseranschlüsse sind Hauptinvestition

Noch vor ein paar Jahren hing die Gemeinde Lödla im finanziellen Tal. Für 2019 scheint dieses Tief durch einen eisernen Sparkurs sowie vor allem sich stabilisierende Gewerbesteuereinnahmen und wieder fließende Schlüsselzuweisungen überwunden zu sein. Vor allem wird in der 700-Einwohner-Gemeinde weiter in neue Abwasseranschlüsse investiert.

09.02.2019

Take-away-Verpackungen stehen an dritter Stelle der alltäglichen Müllquellen in Deutschland. In Altenburg begegnen Imbissbetreiber dem Problem auf unterschiedliche Weise.

09.02.2019