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Residenzschloss Altenburg rutscht ins Minus

Weniger Besucher Residenzschloss Altenburg rutscht ins Minus

Das Altenburger Residenzschloss hat mit seinen Angeboten 2015 deutlich weniger Besucher angezogen als im Jahr zuvor. Laut Geschäftsbericht bedeuteten die exakt 46 731 Gäste ein Minus von gut 10 000 Personen oder von 18 Prozent. Ursächlich für den Verlust des Eigenbetriebs der Stadt Altenburg rund 77 000 Euro war das laut Werkleitung aber nicht.

Das Altenburger Residenzschloss und sein Schloss- und Spielkartenmuseum zog 2015 deutlich weniger Besucher an als im Jahr zuvor.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Das Residenzschloss Altenburg hat einen Besucherrückgang zu verzeichnen. Wie aus dem Jahresabschluss 2015 des Eigenbetriebes der Stadt hervorgeht, sank die Zahl der Gäste im Schloss- und Spielkartenmuseum und auf dem Hausmanns- und Nikolaikirchturm sowie in den Roten Spitzen im Vorjahr um 10 110 Personen auf 46 731. Das entspricht einem Schwund von 18 Prozent im Vergleich zu 2014. Laut Werkleitung, die aus Schlossdirektor Thomas Knechtel, Museumsleiterin Uta Künzl und dem Kaufmännischen Leiter Michael Rüger besteht, war das aber nicht der Grund, warum das Unternehmen in die roten Zahlen rutschte.

Das Minus in Höhe von knapp 77 000 Euro ist „im Wesentlichen durch den Jahresverlust aus dem Vermögensplan in Höhe von 101 000 Euro beeinflusst“, heißt es in dem Bericht. Dahinter verbirgt sich jedoch nichts als eine rein bilanzielle Geschichte. Konkret gehe es hier um „Abweichungen in der Realisierung der Investitionsmaßnahmen“ im Vergleich zum Plan, erklärte Rüger auf Nachfrage die komplizierte Materie. Im Erfolgsplan habe man hingegen ein Plus von 20 000 Euro zu verzeichnen, was vor allem Einsparungen bei Personal und Co. zu verdanken sei.

Allerdings sanken durch den deutlichen Besucherrückgang auch die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Verkäufen im Museumsshop. Hatte man 2014 noch 301 000 Euro daraus erlöst, waren es im abgelaufenen Jahr nur noch 266 000 Euro – ein Minus von zwölf Prozent. „Dieser Umstand ist auf den allgemeinen Rückgang der Besucher, vor allem bei Touristengruppen der Busreiseunternehmer sowie Schülergruppen, zurückzuführen“, heißt es dazu im Jahresbericht. „Hinzu kommt, dass durch personelle Ausfälle im Aufsichts- und Führungsbereich Ausstellungen nur in eingeschränktem Umfang für Besucher geöffnet werden konnten.“

Das trifft insbesondere auf den Anfang des Jahres zu, als das Schloss den Wegfall der etwa 20 Bürgerarbeiter und Menschen mit Arbeitsgelegenheiten verkraften musste. Deshalb wurde die Zahl der täglichen Führungen im ersten Quartal von sechs bis sieben auf zwei bis drei pro Tag reduziert (die OVZ berichtete). Auch Sonderveranstaltungen mussten auf ein Minimum beschränkt werden. Hinzu kamen auch noch längere Ausfälle von Mitarbeitern wegen Krankheit.

Aber auch das weit hinter den Erwartungen zurückbleibende Interesse an der erneut aufgelegten Sonderausstellung zum Reformator Georg Spalatin trug sein Scherflein zum Minus bei (die OVZ berichtete). „Die optimistischen Zielstellungen für die Besucherzahlen wurden jedoch nicht erreicht, woraus eine leichte Unterschreitung des Planes resultiert“, heißt es im Geschäftsbericht. Konkret: Die Erlöse lagen im Vergleich zum Plan bei 92 Prozent, wobei die Eintritte mit 216 000 Euro und 96 Prozent besser aussahen als die Verkäufe im Museumsshop mit 50 000 Euro und 76 Prozent.

Dass das Residenzschloss trotz der Mehrausgaben für den Wachschutz die geplanten Personalkosten um 16 Prozent unterschritt, lag zum einen an bereits erwähnten krankheitsbedingten Ausfällen, an einer unbesetzten Planstelle und daran, dass die Kosten für externes Personal anders abgerechnet werden. Zudem reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten durch Renteneintritt und Ende der Altersteilzeit um vier auf nunmehr 18. Angesichts dessen wundert es wenig, dass der Bericht zu dem Schluss kommt, dass „die Aufgaben mit dem eigenen Mitarbeiterkreis im Wirtschaftsjahr 2015 nicht in vollem Umfang sach- und ordnungsgemäß bewältigt werden“ konnten.

Dreh- und Angelpunkt für den Betrieb bleiben aber die Zuschüsse der Stadt Altenburg. Knapp über eine Million Euro waren es 2015. Dieses Jahr steigt dieser durch die Investitionen in die Westfassade, die Kartenmacherwerkstatt und vor allem durch die Fusion mit dem Referat Kulturmanagement auf 1,359 Millionen Euro. Allerdings verbinden die Verantwortlichen damit zugleich Hoffnung auf eine bessere touristische Vermarktung und wieder steigende Besucherzahlen. Geplant ist eine Erhöhung der eigenen Erlöse um vier Prozent auf 276 000 Euro. Insgesamt rechnet man mindestens „mit einem ausgeglichenen Jahresergebnis“.

Von Thomas Haegeler

Schloss Altenburg 50.9884197 12.439318
Schloss Altenburg
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