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Altenburg Revierförster vermutet Wolf(-Besuche) im Leinawald
Region Altenburg Revierförster vermutet Wolf(-Besuche) im Leinawald
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17:27 04.01.2019
Um den Jahreswechsel 2017 / 2018 wurde ein vermeintlicher Wolf unter anderem bei Pahna gesichtet und von Lesern fotografiert. Quelle: privat
Langenleuba-Niederhain

Es gibt noch keine 100-prozentigen Beweise, aber der Förster im Leinawald, Jörg Zippel, geht stark davon aus, dass 2018 ein Wolf durch sein Revier gestreift ist. Die Indizien, die Zippel im Laufe des Jahres gefunden hat, lassen kaum einen anderen Schluss zu. „Leider habe ich den Wolf selbst aber nicht gesehen und mir ist auch noch keiner in die Fotofalle gegangen“, sagt Zippel zur OVZ.

Reste einer Wolfsmahlzeit im Unterholz

Doch dafür, dass wohl ein einzelnes Tier – wahrscheinlich ein Rüde – hin und wieder im Leinawald war, sprechen zum einen Risse. Diese wurden erst im Rahmen der Drückjagd Anfang Dezember entdeckt. Weil die Treiber zu diesem Anlass praktisch in jeden Busch schauen, um das Wild aufzuscheuchen, traten so die Überreste von drei Wildschweinen und einem Reh, die möglicherweise eine Wolfsmahlzeit waren, zutage. „Für eine Untersuchung waren die Risse aber bereits zu alt, da war nichts Verwertbares mehr daran“, erläutert Zippel.

Hunde, die Wildschweine reißen (können), das gibt es zwar vereinzelt. Doch wäre es wohl bekannt, wenn ein Halter derart scharfe Tiere im Wieratal besitzt, die darüber hinaus manchmal ausbüxen, um im Wald jagen zu gehen. Außerdem gebe es keine Hunde, die durch sein Revier streunen und die er nicht kennen würde, sagt Zippel, der täglich viele Stunden in seinem Wald unterwegs ist – und das bereits seit 1995.

Einzelner Rüde hinterlässt Spuren

Das gerissene Schwarzwild legt zudem nahe, dass es sich wohl um einen männlichen Wolf gehandelt habe, weil auch für die großen Räuber Wildschweine keine leichte Beute sind. Die gefundenen Fährten – ein weiteres Indiz für Isegrims Stippvisiten im Leinawald – stammten nur von einem Tier, was ein Rudel ausschließt. „Die besten und frischesten Spuren habe ich in einer Rückespur gesehen“, berichtet Zippel. Sowohl die Größe als auch deren Stellung sprächen für einen Wolf. Ebenso, dass die Fährte in einer Vertiefung im Boden war, die ein schwerer Baumstamm beim Aus-dem-Wald-Ziehen hinterlassen hat. „Das ist perfekt fürs Jagen, dort war er in Deckung und konnte sich auf der frischen Erde lautlos bewegen“, erklärt Zippel.

Schweine sind angriffslustiger und verletzen Hunde

Und noch etwas legt die Vermutung nahe, dass ein Wolf im Leinawald unterwegs war. Das Verhalten der Tiere ist anders, speziell das der Schwarzkittel. „Bei der Jagd im Dezember sind fünf Hunde vom Schwarzwild verletzt worden. Den letzten derartigen Unfall gab es vor zehn Jahren mit einem Hund“, so Zippel. Dass die Schwarzkittel auf einmal Hunde angreifen – die Drückjagd findet jedes Jahr statt – kann auf die Anwesenheit eines Wolfes zurückzuführen sein. Denn bekannt ist: Dort, wo das Schwarzwild sich seinen Lebensraum mit Wölfen teilt, lernen die Schweine schnell, wie sie sich verteidigen. „Zum Beispiel wehren sich die Rotten gegen Wolfsangriffe, indem sie sich im Kreis aufstellen und eine Burg bilden mit den Jungtieren in der Mitte.“

Wolf nur auf Stippvisite im Leinawald

Im vergangenen Jahr wurden mehrfach vermeintliche Wölfe im Kreis gesehen. Anfang Januar zwischen Pahna, Serbitz und Haselbach. Ende April dann in der Nähe des Leinawaldes und in der Kiesgrube der Firma Heim in Nobitz. Zippel geht aber davon aus, dass sich bis jetzt kein Tier und erst recht kein Rudel niedergelassen hat, sondern dass der oder die Wölfe nur durch sein Revier gewandert sind.

Von Jörg Reuter

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