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Altenburg Rohbau für drei neue Putenmast-Hallen bei Göhren steht
Region Altenburg Rohbau für drei neue Putenmast-Hallen bei Göhren steht
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22:00 19.01.2016
Die drei Hallen der neuen Putenmastanlage bei Göhren stehen schon. Wann die Produktion beginnt, ist derzeit noch offen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Eindrucksvoll, so sagen es Besucher, präsentiert sich das Altenburger Land derzeit auf der Grünen Woche in Berlin. Begleitet wird die weltgrößte Agrarmesse von Protesten gegen die Massentierhaltung. Doch die Investoren neuer Ställe im Landkreis bekommen neuerdings ungeahnten Zuspruch: Für Landrätin Michaele Sojka (Linke) vereinfacht der Kampfbegriff Massentierhaltung das Problem unzulässig. Das Wohl der Tiere, sagte Sojka in Berlin, könne in großen, modernen Ställen besser gewährleistet werden, als in kleinen.

Damit ist die Landrätin voll auf Wellenlänge von Wolfram Pohle. Er investiert derzeit 2,2 Millionen Euro in eine neue Putenmastanlage auf einem Acker zwischen Göhren und Kürbitz. Man kann sie schon sehen. Es sind drei Hallen, eine davon ist zur Hälfte fertig, die zwei anderen befinden sich noch im Rohbau. Im Moment stockt das Unterfangen etwas, es gibt einige Probleme, nichts ungewöhnliches, sagt Pohle. Man liege im Zeitplan etwas zurück. Daher könne er nicht sagen, wann die Tiere einziehen. Die Osterländer Volkszeitung möge in einigen Wochen deshalb noch einmal anrufen.

„Unpassend für einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb“

Entstehen werden zwei Ställe für je 8100 männliche Tiere und eine weitere Halle für die Aufzucht von 32.400 Küken, in denen danach 16.200 Hennen gemästet werden. Tierschützer sagen dazu Massentierhaltung. Wolfram Pohle behauptet das Gegenteil. Denn die Größenordnung der Ställe würde zu seinem landwirtschaftlichen Familienbetrieb passen. In den Neubauten verbessern sich Stallhygiene und Frischluftzufuhr im Vergleich zu alten Anlagen, meint der Landwirt, der in Romschütz einen über 20 Jahre alten Stall mit weniger Tieren betreibt. Sein Abnehmer, die Heidemark-Gruppe in Niedersachsen, möchte Tiere kaufen, die in modernen Betrieben gemästet werden.

Eine Bürgerinitiative kritisiert Pohles Neubau als Verschandelung der Landschaft und befürchtet eine sinkende Lebensqualität in der Gegend, wie Sprecherin Kathrin Knechtel meint. Diese Maßlosigkeit erfolge nicht mehr in Einklang mit der Natur, sondern nehme industrielle Formen an, sagte sie.

Diese Kritik bezieht sich auch auf eine neue Großinvestition bei Gleina, wo 207.000 Hähnchen gemästet werden sollen. Das Genehmigungsverfahren ist wegen offener Fragen ins Stocken geraten. Dennoch hat der Chef des Kreisbauernverbandes, Berndt Apel, das Recht für Landwirte auf weitere Investitionen eingefordert. Unterstützung bekommt er von CDU-Kreistagsmitglied Stephan Etzold, der im Altenburger Land ein Investorenfeindliches Klima wahrnimmt. Es sei unerträglich, dass alles nur noch verhindert werde, sagte der ehemalige Saarer Bürgermeister.

Von Jens Rosenkranz

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