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Roland Krischke wird neuer Direktor des Altenburger Lindenau-Museums

Gegen 30 Bewerber durchgesetzt Roland Krischke wird neuer Direktor des Altenburger Lindenau-Museums

Der erfahrene Museumsmann und Verleger Roland Krischke wird ab 1. November neuer Direktor des Altenburger Lindenau-Museums. Bei seiner Vorstellung am Montag kündigte der 49-Jährige eine Neukonzeption für das Haus an. Der promovierte Germanist tritt die Nachfolge von Julia M. Nauhaus an, deren Vertrag nicht verlängert wurde.

Roland Krischke in einer neuen Wirkungsstätte.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Erstmals nach 35 Jahren sitzt im Chefsessel des Altenburger Lindenau-Museums wieder ein Vertreter des sogenannten starken Geschlechts. Der erfahrene Museumsmann und Verleger Roland Krischke ist am Montag auf einer Pressekonferenz als neuer Direktor der renommierten Einrichtung vorgestellt worden. Der promovierte Germanist tritt die Stelle am 1. November an.

Nach Worten von Landrätin Michaele Sojka (Linke) – der Landkreis Altenburger Land ist Träger des Museums – hat es für den Anfang Mai ausgeschriebenen Direktorenposten 30 Bewerber gegeben. Fünf von ihnen kamen in die engere Wahl. Mit ihnen wurden am 9. August Gespräche geführt. Die Entscheidung einer sechsköpfigen Expertenkommission sei einstimmig auf Krischke gefallen, betonte sie.

Er habe ein breitgefächertes Fachwissen, sei in der Museumslandschaft national und international gut vernetzt und habe herausragende Kommunikationsfähigkeiten. Er verfüge außerdem über Erfahrung bei der Erstellung von Marketingkonzepten, der Einwerbung von Drittmitteln und kulturpolitischen sowie touristischen Vernetzung, so die Landrätin. Er beherrsche er umfassend die Anwendung moderner Medien und deren Gestaltung, ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zur Literatur-, Kunst- und Kulturgeschichte und spreche fließend englisch, italienisch, französisch und russisch.

Roland Krischke wohnt derzeit in Heidelberg, wo er seit 2014 als Verleger arbeitet. Zuvor war er sechs Jahre lang Direktor Kommunikation und Bildung der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Bis zu seinem Amtsantritt will der ledige 49-Jährige in Altenburg eine neue Heimstatt finden.

Bei seiner Vorstellung am Montag kündigte Kirschke eine Neukonzeption für das vor allem für seine Sammlung frühitalienischer Malerei bekannte Haus an. Die Strahlkraft des Museums werde noch nicht ausreichend touristisch genutzt, sagte er. Ziel sei, das Haus stärker mit anderen Kunstmuseen etwa in Leipzig und Chemnitz, aber auch in Thüringen zu vernetzen. Nach dem Wunsch des Landkreises soll er das Museum in den nächsten Jahren zudem in eine Stiftung überführen und die Generalsanierung weiter vorantreiben.

„Ich bin vom Team des Museums sehr nett aufgenommen worden und immer noch etwas außer Atem angesichts der rasanten Entwicklung“, so Krischke vor der Presse. Es sei für ihn eine Ehre, das renommierte Haus zu leiten. „Ich bin mir der Verantwortung durchaus bewusst und danke für den Vertrauensvorschuss.“

Den will ihm auch der Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) gewähren, der es sich nicht nehmen ließ, zur Vorstellung des neuen Direktors nach Altenburg zu kommen. Nicht zuletzt auch um Krischke persönlich kennenzulernen. Das Ministerium hatte sich nach den Querelen um dessen Vorgängerin Julia M. Nauhaus direkt an der Auswahl beteiligt. Eine Abteilungsleiterin aus Hoffs Haus saß mit in der Expertenkommission.

Nauhaus’ Vertrag war von Landrätin Michaele Sojka überraschend nicht verlängert worden. Vor allem um die Zukunft des Gerhard-Altenbourg-Kunstpreises war es zwischen beiden zum offenen Streit gekommen. Nauhaus wechselte Anfang April an die Akademie der bildenden Künste in Wien.

Roland Krischke wollte sich zu diesen Querelen, die Anfang des Jahres deutschlandweit Schlagzeilen machten, nicht äußern. „Wir blicken in die Zukunft und nicht zurück.“ Die amtierende Museumsleiterin Sabine Hofmann habe beim Kuratorium des Altenbourg-Preises eine kittende Wirkung entfaltet, so dass er für 2017 wieder verliehen werden könne. „Ich sehe hier keine Scherben“, bekräftige Krischke auf Nachfrage.

Auch der Förderkreis Freunde des Lindenau-Museums will nach vorn schauen. „Ich habe persönlich einen guten Eindruck und bin sicher, dass es ein Miteinander geben wird“, so Vereinschef Lutz Woitke, der mit in der Kommission saß.

Der Vertrag von Roland Krischke ist auf zwei Jahre befristet, mit der Option in danach zu entfristen. Eine Entscheidung darüber soll auf jeden Fall deutlich vor Ablauf der zwei Jahre fallen, so Sojka.

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Von Ellen Paul

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