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Rollender Tante-Emma-Laden

Rollender Tante-Emma-Laden

Kommen die Leute nicht in den Tante-Emma-Laden, dann muss der Tante-Emma-Laden eben zu den Leuten kommen. So lässt sich die Geschäftsidee von Hans-Joachim Knoblich zusammenfassen, denn er betreibt seit zehn Jahren einen rollenden Mini-Supermarkt.

Ramsdorf/Starkenberg.

Und seit fast sieben Jahren bringt Hansis Lebensmitteloase die Dinge des täglichen Bedarfs auch in sieben Starkenberger und Meuselwitzer Ortsteile.

 

Es ist eine Binsenweisheit, dass, was die Einkaufsmöglichkeiten angeht, in Dörfern inzwischen oft Wüste herrscht. Gerade für ältere Leute steht dann das Problem, wo sie ihre Einkäufe erledigen können. "Es ist nicht nur wichtig, das ist sogar sehr wichtig, dass der Bus-Laden im Dorf hält", sagt eine Rentnerin, der Hans-Joachim Knoblich gerade die Einkaufstüten vor die Tür gebracht hat, bevor sie in Kostitz verschwindet. "Ohne den Bus würde es für mich schlecht aussehen. Dann müsste mein Sohn für mich einkaufen fahren", bestätigt auch Magarete Kresse aus Kostitz. Allein die Bäcker- und Fleischerwagen würden nicht ausreichen, sagt sie, bevor auch sie sich von Hans-Joachim Knoblich den Einkaufskorb zur Bus-Tür bringen lässt.

 

Montags und mittwochs steht Hansis Lebensmitteloase für etwa eine halbe Stunde in dem Starkenberger Ortsteil Kostitz. "An beiden Tagen bin ich auch in Starkenberg und Großröda, Neuposa fahre ich montags und donnerstags an, in Kraasa und Naundorf stehe ich am Mittwoch und donnerstags immer in Neupoderschau", zählt er auf. Insgesamt fährt Knoblich 34 Ortschaften in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt an. Doch gerade in Thüringen würde er sich einige Orte mehr wünschen, wo er mit seinem rollenden Laden Station machen könnte. "Weil hier die Leute nett sind."

 

2004 hat alles damit angefangen, dass seine Frau einen kleinen Laden im Regis-Breitinger Ortsteil Ramsdorf betrieb und zeitgleich ringsum in den Dörfern immer mehr Lebensmittelgeschäfte aufgaben. "Dagegen wollte ich etwas unternehmen", erinnert sich Hans-Joachim Knoblich. Aber er wollte nicht einfach nur Waren verkaufen, sondern den Dorfbewohnern einen Platz bieten, wo sie sich treffen und plaudern können. "Deswegen auch ein Bus und kein Kleintransporter wie die Bäcker oder Fleischer." Mit einem amerikanischen Schulbus hat es nicht geklappt, dafür aber mit einem ausgedienten Büchereibus. Das inzwischen rund 35 Jahre alte Fahrzeug konnte zwar schon damals keine Schönheitspreise mehr gewinnen, ist aber technisch in Ordnung und hatte bereits Regale eingebaut.

 

Womit diese am besten gefüllt werden, hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Nach zehn Jahren auf Achse kennt der 52-Jährige seine Kunden. "Gut laufen Obst und Gemüse, weil ich das jeden Tag frisch in Altenburg bei einem Großhändler hole." Auch sehr gut würden Eier gehen, rund 600 Stück verkauft Hans-Joachim Knoblich pro Woche. "Überhaupt ist der gesamte Frischebereich mit Milchprodukten sehr gefragt", meint er und schaut von den Keksen über die Schokoriegel, die Drogeriewaren, dem Tierfutter, Wasser und Bier auf sein Angebot: Ja, auch Getränke seien wichtig, Wasser verkaufe er bestimmt 40 Kästen in der Woche und dazu noch 20 Kästen Bier.

 

"Anfangs hatte ich viel mehr und in verschiedenen Preisklassen im Angebot", erzählt er mit einem Lächeln. Inzwischen gibt es kaum noch hochpreisige Artikel, weil sie eben nicht gefragt sind. Vielmehr führt er heute viele Produkte einer Günstigmarke eines großen Discounters. Er nehme aber auch regelmäßig Bestellungen entgegen, so bekommen die Kunden alles, was sie möchten. Preislich kann er zwar nicht mit den Billiganbietern mithalten. "Aber ich versuche, so preiswert wie möglich zu bleiben." Beispielsweise kostet in Hansi's Lebensmitteloase eine Flasche eines preiswerten Leipziger Biers 0,53 Euro.

 

Von dem, was da übrig bleibt, kann er gerade so leben. Doch Grund zum Klagen hat Hans-Joachim Knoblich dennoch nicht. Er mache den Job halt gern. Es gefällt ihm, wenn die Stammkunden schon warten, wenn er um die Ecke biegt und dann im Laden einkaufen und die Neuigkeiten austauschen. "Und ich bin nie schlecht drauf, das war in anderen Berufen nicht immer so", sagt er gut gelaunt, bevor er wieder abfährt.

 

Infos unter Tel.: 0152 55984258

Jörg Reuter

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