Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Rositzer Bürgermeister Steffen Stange will 2018 wieder kandidieren
Region Altenburg Rositzer Bürgermeister Steffen Stange will 2018 wieder kandidieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 26.02.2018
Der Rositzer Bürgermeister Steffen Stange (M.) tritt im nächsten Jahr wieder zur Wahl an. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Rositz

Die Angst vorm Verlust der Eigenständigkeit im Zuge der Gebietsreform war das dominierende Thema 2017 in vielen Gemeinden, auch in Rositz. Im einstigen Chemiearbeiterdorf sind zudem die geerbten Altlasten ein Dauerbrenner. Das kommende Jahr wird davon nicht unberührt bleiben, zudem stehen Bürgermeisterwahlen an. Die OVZ sprach zum Jahreswechsel mit Bürgermeister Steffen Stange (parteilos) über Vergangenes und Zukünftiges.

2018 stehen in Rositz Bürgermeisterwahlen an. Warum wollen Sie erneut antreten, und was haben Sie sich für die kommende Amtszeit vorgenommen?

Ich werde mich ein drittes Mal zur Wahl stellen. Denn ich möchte das Geschaffene bewahren und meinen Heimatort positiv gestalten. Dazu gibt es in Rositz viel bürgerschaftliches Engagement. Ich arbeite gern mit den ehrenamtlich und uneigennützig Tätigen zusammen und möchte sie weiter unterstützen. Die Verbesserung unseres Ortsbildes soll zudem künftig meine Arbeit weiter prägen, denn es müssen nach wie vor marode Gebäude verschwinden, Investoren für erhaltenswerte gefunden und Straßen sowie Wege ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang ärgert mich besonders, dass die Kreisstraße in Molbitz seit Jahren in einem schlechten Zustand ist. Weitere wichtige Vorhaben sind für mich die Entwicklung eines Eigenheimstandtortes und die Errichtung einer Wohnanlage für betreutes Wohnen. Dafür benötige ich aber die Unterstützung privater Investoren, was dies schwierig macht. Außerdem wird es wichtig sein, wirtschaftliche Strukturen weiterzuentwickeln. Schließlich sind wir auf Steuereinnahmen angewiesen, um die freiwilligen Leistungen erhalten zu können. Die Bedingungen für Investoren in Rositz haben sich aber zum Glück in der Vergangenheit verbessert.

Waren die Gebietsreform und die Pleite der Neuen Arbeit aus Ihrer Sicht die prägenden Momente 2017 in Rositz?

Sicher. Die Gebietsreform hat auch unsere Gemeinde bewegt. Nach dem Vorschaltgesetz hätte ja der Landkreis letztlich nur noch aus drei Städten bestanden. Nur gut, dass das erst einmal vom Tisch ist. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, werden die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft die Zusammenarbeit mit Gemeinden der VG Altenburger Land weiter intensivieren. Die Insolvenz der Ostthüringer Neuen Arbeit hatte natürlich für uns auch erhebliche Auswirkung. Es ist sehr bedauerlich, wenn ein Verein, der sich für die sozial schwache Menschen engagiert, aufgelöst wird. Nun haben wir die Betreibung des Bernsteinhofes übernommen und setzen das gesunde Frühstück für die Grund- und Regelschule fort – das aber nur dank des Engagements von ehrenamtlichen Bürgern. Dagegen können wir leider das Kinderferienlager nicht fortführen.

Die Teerseen und das belastete Grundwasser in Schelditz sind die größten Probleme. Diesbezüglich ist es aber auffällig ruhig. Ist Schweigen und Vergessen die neue Strategie?

Fakt ist, die Altlasten werden noch Generationen beschäftigen. Die von Ihnen aufgeführte Strategie ist aber nicht die der Gemeinde Rositz. Hier wird nichts verschwiegen und vergessen, auch dank einer rührigen Bürgerinitiative. Mit deren Hilfe wurden mit der Grundlagenermittlung und der Vorplanung erste Etappenziele erreicht. Jedoch muss es 2018 endlich erste direkte Hilfeleistungen für die Schelditzer Bürger geben, die vom Anstieg des kontaminierten Grundwassers betroffen sind.

Was steht 2018 an großen Vorhaben auf der Agenda? Und wie steht es um die Finanzen der Gemeinde?

Die finanzielle Situation ist weiterhin angespannt und wird sich wohl auch nicht verbessern, wenn im Bund kein Umdenken einsetzt. Die bürgernahen Städte und Gemeinden müssen immer mehr freiwillige Leistungen abbauen, während im Land Rekordsteuerüberschüsse erzielt werden. Nichtsdestotrotz wollen wir natürlich auch 2018 einige Vorhaben umsetzen. Auf der Agenda stehen der nördliche Teil der Straße „Am Turnplatz“, die Weiterentwicklung des Bernsteinhofes mit der Sanierung des Stallgebäudes, die Erneuerung des Daches der Sportlerunterkunft in Gorma, die Fortsetzung der Kulturhaussanierung, Investitionen in energetische Straßenbeleuchtung und werterhaltende Maßnahmen in den Bereichen Straßen, Kindergarten, Friedhof, Sportstätten und Freibad. Entscheidend ist aber die Ausreichung von Fördermitteln.

Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat Gorma 2017 teilgenommen doch die streitenden Schwäne auf den Teich erregten die Gemüter mehr. Wie geht es den Tieren, mögen die sich in zwischen?

Wir haben ja mit dem Wissen teilgenommen, dass wir nicht weiterkommen. Wir haben aber dennoch mitgemacht, um einfach auch mal Danke zu sagen, für Jahrzehnte der Unterstützung aus den Fördertöpfen der Dorferneuerung. Durch diese Mittel haben sich alle unsere fünf Ortsteile sehr gut entwickelt. Ja, und unsere Schwänen – die mögen sich inzwischen sehr. Ich denke, im Frühjahr gibt es Nachwuchs.

Von Jörg Reuter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Millionen von Euro haben der Freistaat Thüringen und die Evangelische Kirche im nun zu Ende gehenden Lutherjahr für Investitionen rund um das Reformationsjubiläum zur Verfügung gestellt. In Langenleuba-Niederhain kam davon jedoch nichts an. Die dortige Lutherstraße gleicht eher einer Lotterstraße. Zum Teil ist seit Jahrzehnten nichts passiert.

30.12.2017

Der runde Gegenstand sah im Erdreich täuschend echt aus: Spaziergänger meinten am Donnerstag im Leinawald eine Mine gefunden zu haben. Sie alarmierten die Polizei, die wiederum Bürgermeister Hendrik Läbe auf den Plan rief. Und selbst dessen erstes Foto ließ die Fachleute vom Kampfmittelräumdienst von einem Sprengköper ausgehen.

29.12.2017

Der Gemeinde Nobitz stehen verkehrstechnisch turbulente Zeiten bevor. Pünktlich zum Jahresstart beginnt die Bahn mit dem Neubau der Brücke in Lehndorf, weswegen ab 9. Januar die B 93 für mindestens ein Jahr komplett gesperrt ist. Zudem fällt im Frühjahr der Schleichweg zwischen Zürchau und Saara weg.

08.03.2018
Anzeige