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Rositzer Wohnbaugesellschaft: Verseuchtes Haus ist nur noch einen Euro wert

Lagebericht vorgelegt Rositzer Wohnbaugesellschaft: Verseuchtes Haus ist nur noch einen Euro wert

Geplagt von den Folgen der Umweltschäden in Schelditz war 2014 für die Rositzer Wohnbaugesellschaft ein schwieriges Jahr. Trotz weniger Einnahmen sei die Liquidität, so Geschäftsführerin Karin Noll, aber weiterhin gegeben.

Die 32 Wohnungen in der Straße der Chemiearbeiter gelten als nicht mehr vermietbar.

Quelle: Mario Jahn

Rositz/Meuselwitz. Geplagt von den Folgen der Umweltschäden im Rositzer Ortsteil Schelditz war 2014 für die Rositzer Wohnbaugesellschaft ein schwieriges Jahr. Denn der Wohnblock in der Straße der Chemiearbeiter 2 bis 8 war vom aufsteigenden und verseuchten Grundwasser betroffen (die OVZ berichtete). Trotz der damit einhergehenden gravierenden Auswirkungen wie steigender Leerstand und Mietausfälle geht aus dem Lagebericht der Gesellschaft hervor, dass die Liquidität gesichert war und ist.

Somit konnte der Kapitaldienst in voller Höhe erbracht werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Banken und den drei Gesellschaften, der Stadt Meuselwitz und den Gemeinden Rositz sowie Kriebitzsch verringerten sich laut Bericht um mehr 528.000 Euro.

Als Knackpunkt kristallisiert sich das Wohngebiet Schelditz heraus. Als Grund dafür werden Umweltbelastung und  fehlende Infrastruktur genannt. In dem von Umweltschäden betroffenen Gebäude sind von 32 lediglich noch fünf Quartiere vermietet. „Im vergangenen Jahr sind vier und in diesem Jahr zehn Mietparteien ausgezogen“, sagte Karin Noll, Geschäftsführerin der Wohnbaugesellschaft. Sie rechnet damit, dass mit der steigenden Tendenz der Umweltbelastung, für deren Beseitigung es noch Lösung gibt, der Leerstand hier weiter zunimmt.

Zum Ende des Geschäftsjahres verfügte die Gesellschaft laut eigenen Angaben in Rositz, Kriebitzsch und Wintersdorf über 499 Wohnungen inklusive zweier Gewerbebauten. Von einer Gesamtfläche von 27.143 Quadratmetern sind 1710 Quadratmeter nicht mehr zu vermieten. Von 460 vermietbaren Wohneinheiten stehen derzeit 99 leer, das sind 21,5 Prozent. Die 32 Wohnungen in der Straße der Chemiearbeiter gelten als nicht mehr  vermietbar.

Bei den Mieteinnahmen musste die Wohnbaugesellschaft Einbußen von 1,3 Prozent hinnehmen. „Das ist vor allem der steigenden Leerstandsquote geschuldet“, so die Geschäftsführerin. Dennoch sind im gleichen Zeitraum 116.000 Euro für Instandhaltung und Instandsetzung aufgewendet worden.

Im Berichtsjahr kam es unter anderem durch die „außergewöhnliche Abschreibung“ zur Reduzierung des Betriebsergebnisses um mehrere Hunderttausend Euro. Geschuldet sei dies vor allem der Abwertung des Objekte Straße der Chemiearbeiter 2 bis 8 auf einen Euro. Um den Fehlbetrag auszugleichen, musste mehr als eine halbe Million Euro aus der Rücklage entnommen werden.

Für das verseuchte Gebäude seien zudem Rückstellungen von 100.000 Euro für die anfallende Umzugskosten der Mieter sowie 15.000 Euro zur Renovierung  von neuen Quartieren aufgewendet worden, erklärte Noll auf Nachfrage.
Bisher hat der Rositzer Vermieter für das Problemhaus lediglich finanzielle Unterstützung in Höhe von 40.000 Euro vom Umweltministerium erhalten. Da geklärt sei, dass das ehemalige Teerverarbeitungswerk Verursacher des Schadens in Schelditz sei, habe die Wohnbaugesellschaft Schadenersatz bei diesem Ministerium eingefordert. „Um diesen durchzusetzen, brauchen wir Rechtsbeistand. Angebote dafür haben wir uns bereits eingeholt“, so die Geschäftsführerin.

Marlies Neumann

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