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Altenburg Rotary Club und Küchenstudio unterstützen Rositzer Insobeum
Region Altenburg Rotary Club und Küchenstudio unterstützen Rositzer Insobeum
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00:21 04.09.2017
Kochen lernen steht für Xenia, Nicole, Eike und Domenik im Lehrplan. In ihrer neuen Küche macht das nun umso mehr Freude. Quelle: Mario Jahn
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Rositz

Schule bedeutet Lernen fürs Leben. Natürlich. Doch damit ist nicht in jedem Fall nur Mathematik, Deutsch, Bio oder Chemie gemeint. Gerade Kinder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen brauchen auch Hilfe und Vorbereitung auf Alltagssituation, die andere quasi selbstverständlich nebenbei bewältigen. „Wir hatten mal eine Schülerin, die war so stark geistig behindert, sie brauchte ein halbes Jahr, um zu lernen, wie ein Tasse Tee mit Teebeutel gekocht wird“, denkt Sylvia Most an ein besonders schweres Schicksal zurück. Derzeit hätten rund 20 Mädchen und Jungen der insgesamt 183 Schüler der Regelschule Insobeum einen sonderpädagogischen Hintergrund, so die Direktorin weiter.

Um diesen Kindern ein Mindestmaß an Lebenstüchtigkeit zu vermitteln, ist in deren Lehrplänen Hauswirtschaft als Pflichtfach festgeschrieben. Dieser Unterricht kann seit Schuljahresbeginn am Insobeum in einer nigelnagelneuen und modernen Einbauküche gehalten werden. Sie wurde finanziert mit Hilfe der Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche im Altenburger Land des hiesigen Rotary Clubs und dem Nobitzer Küchenstudio Rößler. Offiziell eingeweiht wurden Technik und Mobiliar am Freitag, auch wenn die Schüler der Hauswirtschaftsklasse nicht zu ersten Mal an der neuen Arbeitsplatte standen. „Wir wollten jedoch die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, uns noch einmal ganz herzlich bei allen zu bedanken, die das ermöglicht haben“, so Most.

Wie dringend die Rositzer Regelschule die neue Küche brauchte, belegt unter anderem die Tatsache, dass es keinen Tag gibt, an dem sie ungenutzt ist. Denn neben den Schülern mit Handicap wird die Küche auch von der Interessengemeinschaft Hauswirtschaft und Garten rege genutzt. Eine von insgesamt zwölf Arbeitsgemeinschaften, für die sich die Regelschüler einschreiben können. „Darüber hinaus binden auch die Fachlehrer die Küche gern in ihren Unterricht ein. Beispielsweise hat die siebente Klasse am Montag ein Kartoffelprojekt im Biologieunterricht. Da geht es unter anderem darum, den Stärkegehalt zu bestimmen. Und am Ende werden Kartoffeln aus unserem Schulgarten in der Küche zubereitet“, nennt Most ein Beispiel.

Neu ist das Kochen und die Essenzubereitung durch Mädchen und Jungen am Insobeum nicht. Als Anfang der 2000er-Jahre in Thüringen die Inklusion an den Bildungsstätten eingeführt wurde – das heißt Kinder mit Handicaps lernen gemeinsam in einer Klasse mit Haupt- und Regelschülern – richtete das Insobeum eine erste Unterrichtsküche ein. Nichts Tolles, es war eine alte ausgediente einfach Küchenzeile, die die Schule geschenkt bekam. Doch so konnte der Hauswirtschaftsunterricht abgesichert werden. „Nun, nach 15 Jahren intensiver Nutzung durch die Schüler, war aber gar nichts mehr gut daran und der Herd beinahe völlig kaputt. Kinder konnten wird an den längst nicht mehr lassen“, so Most.

Vor allem ihre Kollegin Gabriela Kluge habe sich stark eingesetzt. Sie gewann die Stiftung des Rotary Clubs, welche 3000 Euro beisteuerte, und den Nobitzer Händler, der für diese Summe die Zeile lieferte und einbaute. Unterstützung kam zudem vom Landkreis, der als Schulträger die Installation der nötigen Anschlüsse übernahm, und vom Schulförderverein, über den die Geschäfte abgewickelt wurden.

Von Jörg Reuter

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