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Altenburg Rote Spitzen: Dach beschädigt und Förderverein sauer
Region Altenburg Rote Spitzen: Dach beschädigt und Förderverein sauer
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07:00 05.08.2016
Die Roten Spitzen – am linken Turm ist das Dach schon leicht beschädigt. Quelle: Mario Jahn
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Alenburg

Es kam, wie nicht anders zu erwarten: Als die Bürgerbewegten von Pro Altenburg den neuen Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn zum ersten Gespräch eingeladen hatten, ging es nicht nur, aber vor allem um die Zukunft der Roten Spitzen. Denn die überraschende Schließung des Wahrzeichens der Stadt für die Besucherverkehr (die OVZ berichtete), treibt die Altenburger, allen voran den zuständigen Förderverein, seit Wochen um. Was sich Horn im „Friesenheim“ beim Talk mit rund 30 Gesprächsteilnehmern anhören musste, dürfte ihm nicht unbedingt gefallen haben.

„Es gibt diesen rührigen Verein, der sich mehrfach angeboten hat, die Roten Spitzen mindestens an den Wochenenden zu öffnen und auch die Führungen zu übernehmen. Doch die Schlossleitung hat das immer wieder abgelehnt“, empörte sich beispielsweise Stefanie Apel, die viele Jahre zuerst für die CDU und dann für Pro Altenburg im Stadtrat saß. „Da wollen sich Bürger ehrenamtlich einsetzen, es würde die Stadt also nichts kosten, und dann das. Ich kann so etwas überhaupt nicht verstehen.“

„Wir haben in der Vergangenheit den Eindruck gewonnen, dass die Roten Spitzen als ein Problem angesehen werden und ist mit uns auf Konfrontation gegangen“, pflichtete Vereinsmitlied Jan-Peter Berger bei. „Ich habe das Gefühl, wir sind nicht gewollt, wir werden ins Abseits gestellt.“ Dabei erlebe der Förderverein immer wieder, wie groß das Interesse der Bevölkerung an den Roten Spitzen sei.

„Es wäre ehrlicher gewesen zu sagen, ihr macht eures und wir machen unseres“, erklärte Vereinschef Ralf Knöfler, dessen Frau Susan aber Wert darauf legte, nicht alle verantwortlichen Mitarbeiter des Schlosses über einen Kamm zu scheren. „Es gab durchaus auch gute Kontakte in Detailfragen.“ Mit dem generellen Problem, der Öffnung der Roten Spitzen, sei man aber nicht weitergekommen. „Die Hand, die der Förderverein gereicht hat, wurde mehrfach ausgeschlagen“, so Pro-Altenburg-Chef Peter Müller.

Horn tat das, was man als Chef von ihm erwartet: Er verteidigte seine Mitarbeiter. Sie seien allesamt überaus rührig und einsatzbereit. „Sie reißen sich die Beine raus“, so der Direktor. „Es ist personell alles sehr auf Kante genäht.“

Nichtsdestotrotz sei es unbedingt notwendig, sich mit dem Förderverein an einen Tisch zu setzen, denn die Roten Spitzen seien eine wichtige Säule für die Vermarktung Altenburgs. Das Problem müsse systematisch angegangen werden und für nächstes Jahr gelte es, die Öffnung wieder zu ermöglichen. Angedacht sei, Leute über Honorarverträge oder Mini-Jobs zu beschäftigen. Aber auch jeder Mini-Job müsse im Stellenplan der Stadt verankert sein. Das verdeutliche die Dimension. Einig war sich Horn mit dem Förderverein, dass es ein Konzept für die Roten Spitzen geben muss.

Auf Nachfrage wollte sich der Schloss- und Kulturdirektor aber nicht zu Gründen der Absage an den Verein äußern, die vor seiner Zeit gemacht wurde. Er wolle nicht rückwärtsgewandt aufarbeiten, sondern nach Lösungen für die Zukunft suchen.

Es braucht zudem eine Lösung für ein noch ganz anderes Problem, das am Rande der Diskussion publik wurde. Schon vor zwei Jahren, so Ralf Knöfler, habe er der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass das erst 2006/2007 neu gedeckte Dach am Nordturm der Roten Spitzen bereits wieder kaputt sei. Es sei zwar nur ein kleines Loch, doch das Holz darunter schon ziemlich dunkel. Das könne in einigen Jahren böse Folgen haben. Eine Reaktion von der Stadt habe er bis jetzt nicht erhalten. „Ein weiterer Beweis dafür, dass wir eine bessere Kommunikation brauchen“, so der 44-Jährige.

Inzwischen hat Knöfler selbst versucht, eine Lösung zu finden und einen Dachdecker kontaktiert. Doch noch einmal ein Gerüst aufzustellen, sei viel zu teuer und mit einer Hebebühne könne noch mehr Schaden angerichtet werden.

Bürgermeisterin Kristin Moos war am Donnerstag für eine Antwort auf die Frage, wie die Stadt mit diesem Problem umgehen wolle, leider nicht zu erreichen.

Von Ellen Paul

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