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Rote Spitzen: Förderverein fordert Konzept für das Wahrzeichen

Rote Spitzen: Förderverein fordert Konzept für das Wahrzeichen

Anlässlich des Jubiläums des ersten Aufenthalts Barbarossas in Altenburg vor 750 Jahren gibt es am 10. Mai rund um die Roten Spitzen ein Quartiersfest. Der "Förderverein Quartier Rote Spitzen Altenburg", der sich um das Wahrzeichen der Stadt kümmert, das Quartier pflegt und die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr zum Kaiser Barbarossa begleitet, bereitet sich seit Tagen auf das Fest und die Wiedereröffnung des Doppel-Turms für Besucher nach der Winterpause vor.

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Vorfreude aufs Fest: Ralf Knöfler (l.) und Klaus Engelmann.

Quelle: Mario Jahn

Die Roten Spitzen sind sozusagen ein Überbleibsel des von Kaiser Barbarossa gestifteten Augustiner Chorherrenstiftes.

 

"Im Vorfeld haben wir einen Frühjahrsputz veranstaltet, an dem im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Menschen teilnahmen", sagt Ralf Knöfler, Vorsitzender des seit 2013 bestehenden ehrenamtlichen Vereins, der sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Etwa 25 Personen von vier bis 75 Jahren beteiligten sich an der Säuberungsaktion. Knöfler: "Aus jeder Gasse des Quartiers waren die Anwohner auf den Beinen und haben mitgeholfen." Es wurden die Gehwege im Quartier gereinigt, Blumenbeete gepflegt, sämtliche Abfälle aufgelesen, Grünflächen gemäht und die Ausgrabungsstätten von Müll und Unkraut befreit. Außerdem wurden Blumenkübel, die noch mit gelben Margeriten, Schneeflockenblumen und Begonien bepflanzt werden, aufgestellt und das alte Tor in der Mönchsgasse entfernt. "Das war bereits verrostet und nicht mehr schön anzusehen", sagt Klaus Engelmann, der Pressechef beim Förderverein. Bis zum Fest will ein Vereinsmitglied ein neues Tor mit dem Emblem der Roten Spitzen herstellen und es anbringen. Dazu wurde beim Großputz bereits die Aufhängung eingelassen. Die Materialkosten in Höhe von 400 Euro trägt der Verein. Ziel von Knöfler und Co. ist es, auf lange Sicht die Mönchsgasse - durch die zu Barbarossas Zeiten die Mönche vom Kloster zur ehemaligen St. Bartholomäi-Stadtkirche auf dem Brühl liefen, um die Messe abzuhalten - wieder begehbar zu machen. Über die Zeit war die Gasse im hinteren Teil witterungsbedingt abgesackt.

 

Der Förderverein plant zudem, an der Grünfläche zwischen Berg- und Neugasse eine Sitzbank und einen Müllbehälter aufzustellen. Kostenpunkt: 600 Euro. Ein anderes Zukunftsprojekt ist die Verglasung der Ausgrabungsstellen. "Von einem Welldach überdacht werden derzeit die Seitenschiffe und die Ausgrabungen im Kreuzgangbereich, wo man Fundamentschnitte, die Säulen und die Apsis teilweise noch erkennt. Trotz Frühjahrsputzes ist das für den Besucher nicht sehr ansehnlich, eine Verglasung wäre besser," sagt der Chef der Roten Spitzen. Von der Stadt fordern Knöfler und Engelmann daher die Vorlage eines Nutzungskonzepts für die Türme. "Da wurden Millionen in die Restauration des Wahrzeichens gesteckt, doch bis heute existiert kein richtiges Konzept, und bei der Museumsverwaltung fehlt es an Personal, um die Roten Spitzen und die Ausstellung ganzjährig zu öffnen", bemerkt der Vorstand kritisch.

 

Die Stadt will der Verein bei seinen Veranstaltungen zum Barbarossa-Jahr tatkräftig unterstützen. "Wie im vergangenen Jahr haben wir angeboten, die Ausstellung zur Stauferzeit in den Roten Spitzen mit vier geschulten Mitgliedern personell zu verstärken. Sie können Führungen für die Besucher machen."

 

Mit von der Partie ist der Förderverein auch beim großen "Quartiersfest - der Kaiser kommt". Gefeiert wird am 10. Mai von 11 bis 17 Uhr direkt im Quartier Rote Spitzen. Die Besucher können sich auf ein vielfältiges kulturelles Programm, kreative Mitmachangebote und viele Barbarossa-Produkte freuen. Ab 14 Uhr zieht Kaiser Barbarossa mit seinem Tross aus Darstellern des Musicals "Barbarossa ausgeKYYFt", das am Abend im Theater seine Premiere erlebt, über die Wallstraße im Quartier ein - begleitet von den 1. Sächsischen Fahnenschwingern und Trommlerkorps. Barbarossa wird in der Mönchsgasse eine Tafel enthüllen, die auf die einstige Verbindung zwischen Quartier und Stadtkirche erinnert - eine Initiative des Fördervereins. "Wir werden am 10. Mai mittelalterliche Gewänder und Mönchskutten tragen und beim Aufbau der Stände helfen. Die Gäste werden wir mit Speis und Trank versorgen. Es wird Kuchen, Thüringer Rostbratwürste, Nackensteaks und Altenburger Bier geben", verspricht Knöfler. Daneben plant der Verein einen eigenen Informations- und Bastelstand. Besucher erfahren dort mehr über das Leben, Wirken und die Stationen des Staufers. Außerdem können Kinder mittelalterliche Holzlaternen basteln. Am frühen Abend wird auch zu einem Laternenumzug durch das Quartier und Schloss eingeladen.

 

Führungen in den Roten Spitzen, die wegen des personellen Engpasses dieses Jahr erst am 10. Mai öffnen, bietet der Verein ebenfalls den Tag über an.

Oliver Becker

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