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Altenburg Rote Spitzen öffnen ihre Pforten
Region Altenburg Rote Spitzen öffnen ihre Pforten
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20:27 13.06.2013

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41 lange Jahre mussten die Skatstädter darauf warten. Das soll gefeiert werden, hat sich die Stadtverwaltung gesagt und ein kleines Fest organisiert. Dessen Highlight wird ohne Zweifel die Besichtigungsmöglichkeit sein. OVZ hat schon vorab mal einen Blick hinter die dicken Mauern des aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bauwerkes geworfen.

Von Ellen Paul

Von der einstigen Stiftskirche und der ausgedehnten Klosteranlage, die durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa gegründet und in seinem Beisein 1172 geweiht wurde, ist die Doppelturm-Anlage in ihrer heutigen Gestalt - die Roten Spitzen - übriggeblieben. Zu DDR-Zeiten gab es bis 1972 hier ein Museum für mittelalterliche Handwerkskunst. Mit dessen Schließung blieben auch die Tore zum Wahrzeichen des Stadt verriegelt. Man konnte nur staunend davor stehen. Irgendwann nach der Wende ist den Stadtvätern aber bewusst geworden, welch touristisches Potenzial hier schlummert und bislang quasi vergeudet wird. Und es stellte sich heraus: "Barbarossa hat mehr mit Altenburg zu tun, als wir und die meisten Altenburger bislang wussten", so die Leiterin des städtischen Kulturmanagements, Susanne Stützner.

Bis zur Wiedereröffnung der Roten Spitzen war es allerdings ein weiter Weg. Über Jahre glich das imponierende Bauwerk einer Großbaustelle. Die umfangreichen Bau- und Restaurierungsarbeiten, die seit 2006 in mehreren Abschnitten realisiert wurden, kosteten insgesamt rund 3,1 Millionen Euro. Rund 2,4 Millionen Euro waren Fördermittel. Immerhin rund 700 000 Euro brachte die Stadt Altenburg aus Eigenmitteln auf. Hinzu kommen Gelder, die für die archäologischen Grabungen bereitgestellt wurden.

Die Grabungsanlage, die schon zu diversen Tagen des offenen Denkmals Scharen von Neugierigen anzog, ist jetzt begehbar, auch ein Blick von oben ist möglich. Das wird sicher auf ebenso großes Interesse stoßen wie das Informationszentrum zum Staufenkaiser, das auf 90 Quadratmetern anschaulich in die Vergangenheit führt. Überall gibt es ansprechend aufbereitete Informationen. Mittelalterliche Klänge sorgen für das passende Flair, ein MDR-Film informiert umfassend über Kaiser Rotbart. Man geht dabei durch ein historisches Portal, über alte Treppen und enge Tunnel sowie über teils gelochte metallene Laufstege. Festes Schuhwerk ist also unbedingt angebracht.

Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass der Anziehungspunkt schlechthin der Ausstellung vor allem für die jüngeren Besucher das multimediale Klosterpuzzle sein wird. Durch das Bewegen von Gebäude-Spielsteinen über eine Glasscheibe kann die gesamte historische Klosteranlage - von der Basilika bis zum Kreuzgang - zusammengesetzt werden. Auf eine unterhaltsame Art werden so geschichtliche Fakten vermittelt.

Einer, der das aber noch viel besser kann, ist der Projektleiter Rote Spitzen, Jörg Hahnel. Der 37-jährige Museologe hat sich fast zweieinhalb Jahre mit dem historischen Gebäude befasst und wird bei den Führungen vieles erzählen können, was nicht auf Informationstafeln gebannt werden konnte. "Alles ist bewusst schlicht gehalten", sagt Oberbürgermeister Michael Wolf (51, SPD). "Wir haben uns auf einige wesentliche Ausstellungstücke konzentriert, wollten nicht alles vollpacken."

Vollgepackt mit vielen Angeboten ist hingegen das Wochenende. So wird am Freitag, dem 21. Juni, um 18 Uhr zur offiziellen Eröffnung in die Aula der Luther-Schule genau vis-à-vis der Roten Spitzen eingeladen. Kaiser Barbarossa persönlich hat sein Kommen angekündigt. Am Sonnabend gibt es ab 9 Uhr ein Straßenfest mit mittelalterlichen Spiel- und Bastelangeboten, Bänkelsang und Dudelsackmusik, dazu Filmvorführungen, das traditionelle Altenburger Ziegenkäse-Wettrollen und natürlich reichlich Speis und Trank. Der Besuch der Roten Spitzen ist an allen drei Tagen möglich, am Freitag allerdings erst ab 19 Uhr bis etwa 22 Uhr, am Sonnabend von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Es wird jedoch einige Geduld erforderlich sein, denn es können sich jeweils nur rund 60 Besuchern gleichzeitig im Areal aufhalten, bittet Susanne Stützner um Verständnis. Außerdem werden die Roten Spitzen zur Eröffnung festlich illuminiert. Einziger Wermutstropfen: Der grundhafte Ausbau der Torgasse wird witterungsbedingt nicht rechtzeitig fertig.

© Kommentar

Ellen Paul

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