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Rowdy kommt mit blauem Auge davon

Rowdy kommt mit blauem Auge davon

Seinen Führerschein ist Mario V. schon seit zwölf Jahren los. Damals kassierte die Polizei ihn ein, weil der Meuselwitzer unter Drogeneinfluss am Steuer saß. "Seitdem habe ich ihn auch nicht mehr gebraucht", sagte der 32-Jährige am Mittwoch von der Anklagebank des Amtsgerichtes zu Richter Sandy Reichenbach.

Klang angesichts der gegen ihn von Staatsanwalt Frank Erb erhobenen Vorwürfe gewagt: In sechs Fällen wurde er 2013 beim Fahren ohne Führerschein ertappt. Und nicht nur das. Die Autos, mit denen er unterwegs war, waren zudem nicht versichert und hatten keine gültigen Kennzeichen, auch die Steuern waren nicht bezahlt. Weiterhin, so die Anklage, baute Mario V. im Januar 2014 mit dem von einer Bekannten geliehenen Wagen einen schweren Unfall, als er erst ein Verkehrszeichen und dann einen Baum rammte. An jenem Januarabend hatte er obendrein mit 1,55 Promille ordentlich Alkohol im Blut und stand zudem unter Drogen. Und: Zweimal soll der Angeklagte von anderen abgeschnittene Kupferkabel an der Bahnstrecke in Mumsdorf gestohlen haben.

 

Ein unbeschriebenes Blatt ist Mario V. beileibe nicht. Acht Einträge stehen in seinem Vorstrafenregister. Zumeist freilich Jugendstrafen, die lange zurückliegen. Aber auch schon zwei Haftstrafen auf Bewährung wegen des Handels und Konsums von Drogen sowie gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. In beiden Bewährungszeiten blieb der Angeklagte ohne neue Straftaten.

 

Dies ist wohl ein entscheidender Punkt, weshalb der Meuselwitzer trotz der schweren Vorwürfe gestern erneut mit einer Bewährungsstrafe davonkam. Zudem ging er jederzeit einer geregelten Arbeit nach, hat seit der letzten Tat vor knapp anderthalb Jahren sich nichts mehr zuschulden kommen lassen und lebt in einer festen Beziehung.

 

Angesichts dieser positiven Lebensumstände wagte Verteidiger Udo Freyer einen Vorstoß gen Staatsanwaltschaft sowie Gericht und bat um eine vorherige Absprache zum zu erwartenden Urteil. Weil V. erst keinerlei Aussagen zu den Vorwürfen machen wollte und es einer mühsamen und in manchen Punkten möglicherweise auch wackeligen Beweisaufnahme mit sechs Zeugen bedurft hätte, schlug er einen Deal vor: Ein umfassendes Geständnis gegen eine Verurteilung nochmals auf Bewährung, so Freyers Vorschlag, mit dem sich die Prozessparteien nach einem klärenden Gespräch einigen konnten. Bei Gericht eine durchaus gängige Praxis, die einen Namen trägt: Verständigungsgespräch.

 

Alle Zeugen konnten deshalb ohne Aussage wieder entlassen werden. Mit dem auch in seinen Ausführungen ehrlich wirkenden Angeklagten ging Richter Reichenbach alle Anklagepunkte nochmals durch. "Ja, das war so", sagte V. immer wieder. "Mein Mandant will hier mal einen endgültigen Schlussstrich ziehen und diesen Weg verlassen", meinte Verteidiger Freyer dazu. Vergleichsweise milde fiel dann das Urteil aus: Ein Jahr und sieben Monate Haft, ausgesetzt auf vier Jahre Bewährung, war der Spruch von Reichenbach und den beiden Schöffen. Hinzu kommen 2000 Euro Geldstrafe.

Jörg Wolf

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