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Rudern auf dem Großen Teich: Zitterpartie mit glücklichem Ende

Rudern auf dem Großen Teich: Zitterpartie mit glücklichem Ende

"Die Bürger werden von den Veränderungen nichts merken", sagt Altenburgs Stadtsprecher Christian Bettels. Was sich nach einer Banalität anhört, dürfte für viele Altenburger dennoch einer Erleichterung gleichkommen.

Denn damit ist der Bootsverleih auf dem Großen Teich gemeint. Seit dem Osterwochenende paddeln die Skatstädter wieder rund um den Inselzoo und genießen vor allem an den Wochenenden bei schönem Wetter das Angebot. Ein Vergnügen, dessen Zukunft aber eine Zeit lang auf der Kippe stand.

 

Der Bootsverleih wurde Jahre lang über den zweiten Arbeitsmarkt abgesichert. Doch für diese Saison bekam Altenburg dafür keine Stellen von der Agentur für Arbeit genehmigt. Zum einen stehen den Jobcentern immer weniger Gelder für Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt zur Verfügung, erklärt Heike Praetz, Leiterin des Jobcenters Altenburg, den Hintergrund der Entscheidung. Deshalb sei die Zahl der Stellen in Gänze rückläufig. Zum anderen gebe es im konkreten Fall auch Zweifel an der Förderfähigkeit dieser Stellen, so Praetz.

 

"Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn wir keine neue Lösung gefunden hätten", sagt der Rathaussprecher. Schließlich gehört der Bootsverleih seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Freizeitvergnügen der Stadt, aber auch zu deren freiwilligen Leistungen. Und bei diesen muss in Zeiten knapper Kassen der Rotstift angesetzt werden. Deswegen kursierten auch Spekulationen. Es hieß, dass der Ruderbootverleih ohne Alternative zu der bisherigen Variante geschlossen werden müsste.

 

Diese Gerüchte will Altenburgs Pressesprecher nicht bestätigen, doch er räumt ein: "Die Situation war sehr ernst." Denn eine Extrakraft einzustellen, die den Bootsverleih erledigt, wäre vor dem Hintergrund, dass im Rathaus Ämter geschlossen werden, um Kosten zu senken, nur schwer darstellbar gewesen. "Andererseits sind die Erlöse aus dem Verleih natürlich nicht so hoch, dass davon eine Vollzeitstelle im öffentlichen Dienst mit allen Ansprüchen hätte finanziert werden können", rechnet Bettels vor. Doch ohne Personal kein Bootsverleih. Auch die Leute vom Inselzoo hätten keine freien Spitzen mehr gehabt, um sich auch noch um die Ruderer zu kümmern, erklärt der Rathaussprecher.

 

Deshalb musste die Stadt den Paddelbootverleih gegen eine Aufwandsentschädigung, über deren Höhe man sich in Schweigen hüllt, ausschreiben. Einen Interessenten zu finden, erwies sich indes als die eigentliche Zitterpartie. Denn auf die erste Ausschreibung im Januar hatte sich niemand gemeldet. Daraufhin wurde ein zweiter Anlauf unternommen, auf den sich in der angegebenen Frist ebenfalls kein möglicher Betreiber meldete. Erst nach Ablauf der Frist traf das rettende Angebot im Altenburger Rathaus ein - von Unternehmer Stephan Riechel.

 

"Wir haben aber nur die Personalverantwortung, das heißt, wir stellen lediglich die Leute, die den Bootsverleih betreuen", sagt der Altenburger der OVZ. Für alles Weitere sei nach wie vor die Stadtverwaltung zuständig. Wie deren Sprecher Bettels informiert, sind Öffnungszeiten und Preise unverändert geblieben, und die Stadt ist auch wie bisher Eigentümer der Boote. Darüber hinaus konnte sich vom Grunde her auch kaum etwas verändern, weil nach wie vor die entsprechenden Satzungen bindend sind, bekräftigt Bettels.

 

Der Verleih von Ruder- und Tretbooten findet mittwochs bis sonntags zwischen 10 und 18.30 Uhr statt. Montags und dienstags ist Ruhetag. Die Bezahlung erfolgt nicht beim Personal, sondern am Automaten, der sich am Eingang zum Zoo befindet.

Jörg Reuter

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