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Rückkehr eines großen Romans

Rückkehr eines großen Romans

Man merkte Christa Grimm an, dass es für sie ein wichtiger, ein ergreifender Tag war. Seit der Vorwoche steht der Roman ihres Schwiegervaters Hans Herbert Grimm, "Schlump", wieder in den Buchläden (OVZ berichtete).

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Christa Grimm mit Olaf Petersenn (l.) und Volker Weidermann bei der Buchvorstellung.

Quelle: Mario Jahn

Am Dienstag nun wurde die Wiederveröffentlichung des hochgelobten Antikriegsromans, 1933 verboten und verbrannt und danach weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden, in der Skatstadt würdig begangen. Gut 100 Gäste waren der Einladung zur Vorstellung des Buches in den Bachsaal des Altenburger Schlosses gefolgt.

 

Dieser denkwürdigen Veranstaltung zollte unter anderem Prof. Dr. Peter André Bloch, ein Germanist aus der Partnerstadt Olten, mit der ihm eigenen, besonders herzlichen und mitreißenden Art seine Anerkennung. Die Wiederveröffentlichung des "Schlump" feierte er nicht nur als Rückkehr eines großen Romans, sondern gleichzeitig als Akt wider das Vergessen, der Würdigung und der Wiedergutmachung. Im Anschluss daran sprachen Christa Grimm gemeinsam mit dem Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Volker Weidermann, und Olaf Petersenn vom herausgebenden Verlag Kiepenheuer & Witsch über das Buch und den Autor.

 

Der Bachsaal war am Anfang kurz in Schweigen gehüllt, als Christa Grimm - ergriffen von der Rede Blochs - nach Worten rang. "Kann mich bitte jemand kneifen?", fragte sie ihre beiden Gesprächspartner. Noch immer schien es unwirklich, dass ihrem Schwiegervater nach 81 Jahren des weitgehenden Vergessens mit der Wiederveröffentlichung und der Buchpräsentation eine ganz besondere Würdigung widerfuhr. Christa Grimm sprach über die Erlebnisse des Autors und auch darüber, welche wahren und welche erfundenen Geschichten im Roman ihren Niederschlag fanden.

 

Olaf Petersenn erzählte von der Zusammenarbeit und warum der Roman für ihn so besonders ist. Der Verlag sei stolz darauf, die Wiederveröffentlichung des "Schlump" im Programm zu haben und hofft, dass er eine breite Leserschaft findet. Inzwischen gibt es schon einige Verträge mit dem Ausland. So wird der Roman unter anderem auch in Italien, Spanien, Frankreich und den USA erscheinen.

 

Es war dann an der Altenburger Schauspielerin Mechthild Scrobanita, einige Passagen des Buchs zu lesen. Damit schloss ein informativer, unterhaltsamer und gleichzeitig auch sehr ernster Austausch über den Roman, die Szenen aus dem Kriegsalltag und den Autor. Kurzweilig und emotional präsentierten die Protagonisten die Geschichte des "Schlump".

 

Die Veranstalter des Abends, der Verlag Kiepenheuer & Witsch, der Altenburger Schlossverein, die Stadt Altenburg sowie Dr. Christa und Ute Grimm, spürten die intensive Anteilnahme des Publikums. Gerade auch die zahlreichen jungen Menschen und die Zusammensetzung der Besucher der Veranstaltung lassen die berechtigte Hoffnung zu, dass der "Schlump" gerade in Altenburg eine interessierte Leserschaft findet. Weil er unterhaltsam geschrieben ist, könnte er sich als Schullektüre eignen. Auf alle Fälle sei allen empfohlen, die besondere Geschichte des "Schlump" zu lesen, die die düsteren Szenarien des Kriegs mit der Hoffnung auf Heimkehr und die Liebe schelmisch verbindet.

Christian Repkewitz

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